Zitat von U-I-B:ANgestellte, die auf Opposition machen, sind doch heutzutage verpöhnt. Der liebe ruhige, sich alles gefallene Untertan ist doch eher positiv gesehen als ein "Stänker", der u.U. Abläufe etc. hinterfragt oder gar kritisiert.
Ich habe aber nirgendwo von Opposition aus Prinzip geschrieben. Wir mögen schon Mitarbeiter, die eine Meinung haben und diese auch vertreten.
Aber all die Luschis, die ich mir gegenüber sitzen hatte und die offen bekannt haben, dass sie jeder Konfrontation aus dem Weg gehen, ihre Meinung nicht wenigstens ein- bis dreimal durchzusetzen versuchen usw., dürfen gern da arbeiten, wo Du wohl leider sozialisiert bist.
Das hat auch nichts mit "in den Vordergrund drängen" zu tun. Ich finde es durchaus wertvoll, auch den stilleren Menschen mal Raum zu geben, statt denen, die die Rampensäue geben.
Im Beziehungsumfeld könnte ich so einen "ich halte lieber meine Klappe und vertrete meine Meinung nicht"-Schluffi überhaupt nicht ertragen. Reibung erzeugt Wärme. Das heißt nicht, dass man sich ständig streiten muss. Ganz im Gegenteil. Ich mag Harmonie auch lieber mehr als Streit. Aber unterschiedliche Positionen gilt es auszutauschen, denn sonst passiert nämlich genau das, was wir hier ja auch so oft lesen. Menschen hören auf ihre eigenen Bedürfnisse zu artikulieren und immer weiter zurück zu stellen, trauen sich nicht mehr, ihre Meinung zu sagen und werden dann eben auch vom anderen nicht mehr für voll genommen.
Ich finde es toll, wenn Menschen zu sich und ihren Belangen stehen. Wenn das bedeutet, zur eigenen Bequemlichkeit zu stehen, ist das auch okay, aber für mich ist so ein Mensch maximal uninteressant.
Im Übrigen habe ich auch nicht davon geredet, "immer etwas Neues auszuprobieren" und entsprechend unstet zu sein sondern davon, Entscheidungen zu treffen, statt es nicht zu tun und sich den Entscheidungen anderer aus Bequemlichkeit oder Angst auszusetzen. Auch das hat sich im Wesentlichen auf das partnerschaftliche Umfeld bezogen.