Zitat von mafa:Ja , weil wir das Alleinsein als etwas schlimmes empfinden. Aber es ist unser Urzustand. Wir kommen allein und wir gehen allein. Menschen begleiten uns, aber wir sind mit uns selbst. Und weil wir vor diesem Gefühl fliehen benutzen wir Menschen, Hobbys, Fernseher usw. Das schlimmste ist für die Menschen Stille, keine Ablenkung. Und genau darum geht´s, das gilt es wirklich zu sehen nicht nur zu verstehen. Ablenkung wird uns niemals befreien, nur das wirkliche Erkennen dessen was ist, ohne es zu Verurteilen. Erst dann kann eine wirkliche Partnerschaft aufgebaut werden, die auf ganz anderen Pfählern steht. Und solange das nicht passiert, wird sich dieses Forum füllen ...
Im Zen wird das so ähnlich gesagt. "Wir werden allein geboren, wir werden allein sterben und dazwischen sind wir Tag und Nacht allein". Klingt für uns Westmenschen pessimistisch und angstvoll, oder?
Ich denke, warum viele Menschen so verdammte Angst vor dem Alleinsein haben ist, dass sie in solchen Situationen nicht mehr vor sich selbst fliehen können. Man wird auf sich selbst zurückgeworfen und muss sich mit den Dingen auseinandersetzen, die in einem arbeiten. Also die dunklen Flecken auf der Seele. Und diese Angst bringt uns dazu, vor uns selbst zu fliehen. Das ist zum Patentrezept unserer Zeit geworden. Aber es funktioniert nicht, wie auch dieses Forum beweist. Viele hatten oder haben es mit Partnern zu tun (oder sind selbst welche), die genau das praktiziert haben, aber die Liebe hat eben irgendwann das zutage gefördert, was so lange versteckt wurde. Das wird dann von vielen als Schwäche und Makel empfunden, und wieder wird das alte Rezept "Flucht" angewandt und man beruhigt sich mit neuen Abenteuern. Das wirkt wie eine Dro.. (Man muss sich nur mal die Biographien von Dro. anschauen. Aus Spaß fängt damit eigentlich niemand an. Diese Form der Ablenkung ist immer ein Surrogat für eine Fehlstelle im Leben. Meist ist es elterliche Liebe.)
Zurück bleibt wieder das, was eigentlich hätte aufgearbeitet müssen.
Und so dreht sich die Spirale weiter und weiter, die eigene Unzufriedenheit wird größer und größer und irgendwann kommt der große Knall. Die Praxen der Psychologen sind voll von solchen Menschen. Und mich beschleicht das dumpfe Gefühl, dass diese Mechanismen von Verdrängung auch dafür verantwortlich sind, dass so viele Partnerschaften scheitern.
Ich hatte auch eine solche Phase im Leben, in denen ich mit mir selbst unzufrieden war, weil ich einen riesen Rucksack voller unaufgearbeiteter, biographischer Altlasten auf den Schultern trug. Und was habe ich gemacht? Ich habe mich abgelenkt und mir einen Panzer aus Selbstschutz angelegt, der sich dann in egoistischem, narzisstischem Gehabe geäußert hat. Ich habe Menschen verletzt und war im Grunde ein armes, einsames Würstchen, was die eigene Schieflage auf das Außen projiziert hat. Alle waren schuld, nur ich nicht.
Und dann kam er eben, der große "Knall", der meine Emotionen wieder auf Null gesetzt hat, damit ich wieder zu mir finden konnte. Ein heilsamer Schock, der extrem wichtig war. Heute bin ich mit mir im Reinen, was mein Innerstes angeht. Auch, weil ich mir viel Zeit für mich selber nehme und mich beobachte. Aber übertreiben sollte man es damit auch nicht. Ein wenig Ablenkung ist wichtig. Aber nicht auf Kosten der Gefühle meiner Mitmenschen!
Und ich kann auch mit mir allein sein, ohne das mir die Decke auf den Kopf fällt. Es gibt so viele Dinge und Interessen in meinem Leben, an denen ich mich erfreuen kann. Dazu brauche ich nicht unbedingt einen Partner, in dem ich mich spiegel muss und dem ich die die Verantwortung auf die Schultern lege, mich glücklich zu machen. Denn das wird scheitern. Ganz sicher!
Geht raus und in euch, lernt euch selbst kennen und lieben. Dann braucht es auch keine Partnerbörsen und ihr werdet das ausstrahlen, was ihr seid. Ich werdet leuchten und das wird euch zu dem Menschen führen, mit dem ihr vielleicht sogar euer Leben teilen werdet.
(Gott, klingt das esoterisch...)
Liebe Grüße!