heart
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dies ist mein 97. beitrag...der 100. beitrag wird der abschiedstext sein...
ich habe da eine idee....
es ist zwar länger her und ich bin jetzt wieder glücklich....aber ich denke ich kann mich noch (dunkel) erinnern wie schwer es war die alte, vergangene geschichte loszulassen... mein ex war meine grösste liebe, und ich hatte damals absolut keine ahnung ob ich je wieder so glücklich sein könnte....ok ich kenne heute die antwort, aber darum geht es mir nicht...ich will was anderes ansprechen...und zwar:
warum wir leiden und vor allem wielange...
sicher kann man nicht so leicht allgemeingültige aussagen über den mechanismus dieses leidvollen zustandes machen....deshalb finde ich es gut, wenn alldiejenigen, die es geschafft haben, ihre "memoiren" in kurzform hier niederschreiben würden. z. b. mit dem titel "was ich über mich lernen musste"
ich persönlich bin der meinung:
1)man leidet, weil man etwas neues über sich lernen muss. es kommt einem wie eine unangenehme lektion vor, aber das ergebnis ist dafür befreiend
2)man leidet solange und so intensiv, bis seine schmerzgrenze erreicht ist...spätestens da kehrt man um, und ist willig zu lernen...
damit kein falsches bild entsteht...trauerarbeit ist wichtig und richtig aber :
es gibt wohl die möglichkeit sich mit seinem schmerz anzufreunden....und sich in der rolle des dauertrauenden opfers wohlzufühlen, man leidet dauerhaft und mässig dosiert, so dass man die o.g. schmerzgrenze nie richtig erreicht.....der schmerz findet sozusagen einen passenden raum..der restliche leben (beruf und soziale umfeld ist nicht grossartig gefährdet)...man sucht sich überall empathische gleichgesinnte, und wird fündig.
das sind meist diejenige, die mit dieser verhaltenweise etwas erreichen wollen(krankheitsgewinn)....
entweder dem ex beweisen was für ein schwein der ist, oder sich selber und evtl. gott beweisen was für ein opferwilliges wesen sie sind, oder aber wie gross wohl ihre liebe ist und war..denn nur so können sie diesem einst wundervollen gefühl der abhängigkeit nahe zusein,....
und eins ist sicher, so lange man hofft, solange leidet man und nicht umgekehrt...
also wir haben die wahl...
1)entweder akzeptieren wir dass wir nicht mehr auf wolke 7 schweben, sondern eher wolke 2 oder 3oder gar 5...
2)oder wir leisten weiterhin trauerarbeit, denn schliesslich könnte er oder sie ja noch zurückkommen...da muss man noch ein bisschen weiterleiden und am ball bleiben...ok wer einen sinn darin sieht, kann so weitermachen...aber dann eben nicht klagen..
ich weiss dass es keinen schalter mit sofortiger wirkung für gefühle gibt, aber man ändert langsam die richtung wenn man sich diese mechanismen bewusst macht
also zum thema, was ich lernen musste:
1)dass ich nie wieder meine werigkeit von einem einzigen und überhaupt anderen menschen abhängig machen werde, egal wie toll sich das anfühlen mag.....
ich weiss, es ist auch ein verdammt tolles, gut gefühl von jemanden so angehimmelt zu werden...einer der uns in die kindheit regredieren lässt und die einst symbiotische zusammengehörigkeit (dieses urvertrauen) auferstehen lässt...und jetzt kommts
2)dass alles aber auch alles vergänglich ist und sein darf..das ist keine strafe....so ist das leben und ich kann es endlich auch akzeptieren ohne zu resignieren....das war lange zeit nicht so..
3) dass wenn der partner gehen will, ist er automatisch nicht mehr der passende lover..er und seine liebe haben sich geändert.. ergo ich traure einem phantom nach...
4)dass gott, universum und wer auch immer kein interesse daran hat, dass ich leiden muss...und ich muss nicht den guten leidenden menschen spielen um seine sympathie zu gewinnen, damit er für ein wunder sorgt...denn das leben so wie es ist, ist das schönste wunder überhaupt...dies kann einem niemand erklären..und wenn einer das versteht, ist automatisch ein besserer mensch
grüsse
heart