Gislason78
Gast
Das Schreiben ist wie gesagt für mich eine gute Methode, um einerseits Erlebnisse in negativer Hinsicht zu verarbeiten und mich andererseits zu reflektieren. Wenn ich einmal dabei bin, so wie jetzt zum Beispiel, dann habe ich unzählige Gedanken, die ich versuche, in Worte zu fassen, sodass schlüssige Sätze entstehen. Allerdings ist es dann auch so, dass ich diese Texte einen oder zwei Tage später wieder entferne, wenn ich dann lese, was ich da eigentlich geschrieben habe, weil jene Texte teilweise Höhen oder Tiefen erreichen, die nicht messbar sind in meinen Augen - im Klartext, sie sind häufig großer Schwachsinn. Es kommt aber auch mal vor, dass ich erkenne, wie viel Wahrheit in meinen Texten steckt und wie sehr ich denen Bedeutung beimessen kann. Gerade jetzt wird mir auf's Neue deutlich, wie viel mir eigentlich das Schreiben bringt, im Sinne von Ablenkung und der Anstrengung meines Gehirns, auch mal nicht an den Kummer zu denken, der mich seit geraumer Zeit begleitet. Ich weiß aber auch nicht, inwieweit ihr mich versteht oder ob ihr mich überhaupt verstehen könnt, denn diese Form von Verarbeitung, wie ich sie betreibe, vermag sicherlich nicht für jeden von Vorteil zu sein. Aber gerade ich merke, wie viel es mir bringt, Gedanken aufzuschreiben, sie hinterher auf mich wirken zu lassen und abermals meine Schlüsse daraus zu ziehen - oftmals ist es dann so, dass es mir danach besser geht, auch wenn diese Phase dann nur temporärer Natur ist.
Ich sehe viel mehr im Schreiben als nur das Zusammenfügen von Wörtern in ganze Sätze. Für mich ist das Schreiben auch ein Ausdruck von Kreativität, Fantasie und die Möglichkeit, jemandem oder etwas zu verdeutlichen, welche Eindrücke oder Gefühle einen beschäftigen. Mir ist es dann auch völlig gleichgültig, wenn meine Texte ein wenig Extravaganz ausstrahlen und für so manchen wenig bis gar keinen Sinn ergeben. Für mich ergibt mein Geschreibsel häufig Sinn und das ist doch letztlich auch das, worauf es ankommt, oder? Mittlerweile dürfte auch die Frage aufgekommen sein, warum ich dies nicht in Form eines Tagebuchs mache. Ich gebe zu, dass ich schon öfters mit diesem Gedanken gespielt habe, aber meistens ist diese Idee schnell wieder verworfen oder gar nicht mehr weiter fortzuführen, aufgrund mangelnder Lust. Lieber tippe ich ab und an mal, wenn ich das Bedürfnis danach habe, so wie jetzt zum Beispiel - und dann ist mein Bedürfnis danach auch "befriedigt".
Also, zuguterletzt möchte ich sagen, dass in meinem Fall das Schreiben mir eine gute Basis bringt, gewisse Dinge nach eigener Reflexion anders zu sehen. Welche solcher, ich würde fast sagen, banaler Formen legt ihr so an den Tag, um mit Geschehenissen umgehen zu können?
