Zitat von Sam1234:Ist es denn so verwerflich einfach den Flirt zu genießen? Tue ich damit wirklich jemandem weh?
In Beziehungen geht es um Nähe und Kommunikation. Wer ein Teil davon externalisiert, der entfernt sich damit insoweit auch vom Beziehungspartner. Der Rest ist eine Frage der Relationen, also wie weit das Ganze letztlich ausufert. Insofern ist das Flirten mit Dritten also der erste Schritt in Richtung Entfremdung vom eigenen Partner (wovon es in Eurem Fall ja je eine(n) gibt). Ab da höhlt steter Tropfen den Beziehungsstein - beim einen mehr, beim anderen weniger, aber höhlen tut er.
Zudem ist Flirten die Vorstufe auf dem Weg zu einer Ebene, auf deren Höhe der berühmte Funke überspringen kann. Ab da werden Bindungshormone ausgeschüttet. Insbesondere Menschen, die sich nur ab und an mal sehen (können) geraten dabei rasch in emotionale Abhängigkeit: "Push and Pull" befeuert die biochemischen Prozesse dahinter nämlich noch mehr.
Was ich damit sagen will:
Mit Gefühlen zu
spielen war noch nie eine gute Idee - ob es nun die eigenen, oder die eines anderen Menschen sind. Das gleicht vielmehr dem Tanz auf einem Vulkan, der jederzeit ausbrechen kann. Du redest Dir ein, das Spiel im Griff zu haben und verläßt Dich
dabei auf Deinen
Verstand. Doch Du hast es eben nicht in der Hand zu steuern, ob Dein Körper plötzlich einen Hormoncocktail ausschütten und so eben
den in einen Rauschzustand versetzen kann und wird. Wobei Dein künftiger AM diese Wirkung noch hebeln wird. Denn er will ja möglichst viel von seinem Spielzeug haben.
So gesehen ist Dein Vorhaben, mit der Liebe zu spielen, nicht sehr weit entfernt von dem eines Jugendlichen, der mal mit Dro. herumexperimentieren will, oder von dem eines Mannes, der Dir am Kneipentresen erklärt, er komme zwar jeden zweiten Abend her um sich vollaufen zu lassen, aber er schade niemand damit und habe das auch alles perfekt im Griff, denn er lasse sich mindestens 1x jährlich beim Arzt testen und bislang habe der ihm (noch) keinen Alk. diagnostiziert.
Was würdest Du dem Jugendlichen oder so einem Mann raten, wenn er sich an ein Forum für Suchtmittelabhängige wendet, um (ausgerechnet) deren Meinung dazu einzuholen? (Remember: Dein Thread hier stand ursprünglich im Fremdgehforum nebenan.) Siehst Du Dich ernsthaft sowas schreiben wie "Boah, finde ich total klasse, daß Du diese Erfahrung machen willst und dafür das Risiko einer handfesten Abhängigkeit eingehst?"
Lies Dir doch die Affairenthreads hier mal durch: Der Verlauf ist stets sehr ähnlich - und am Ende ist der Katzenjammer groß. Frag doch mal so eine Affairenfrau, die inzwischen
alles überstanden hat, ob der
Rausch während der paar Wochen oder Monate des
Herumspielens mit einem verheirateten Mann es wirklich
wert war, was dann in weiterer Folge als emotionaler
Preis dafür zu
zahlen war!
Aber wie gesagt: Sollte der Typ sich tatsächlich mit Dir, seiner Frau und Deiner Partnerin treffen und die Rahmenbedingungen für so ein Auswärtsspiel abstimmen, dann tut doch was Ihr nicht lassen könnt. Ihr seid beide erwachsen und wenn Eure Partner sich damit einverstanden erklärt haben, dann ist es doch auch kein Betrug.
Vielleicht verfliegt das Interesse aneinander ja, wenn die erste Lust mal ausgelebt worden ist. Ihr könnt dann beide wieder heim zum jeweiligen Partner gehen, diese Sicherheit habt Ihr Euch ggfs. ja erhalten.
Allerdings kann ich Dir nicht versprechen, daß Du Dich trotzdem leer fühlen wirst, wenn Du dann wieder neben Deiner Partnerin einschläfst. Denn so sehr seine Aufmerksamkeit Dein Ego jetzt gerade pusht, so ernüchtert wirst Du sein, wenn er irgendwann das Interesse an Dir verliert und sich ein neues Spielzeug sucht.
Und das wird er.
Denn das tun Casanovas wie er immer.