the1andlonely
Gast
gerne würde ich eure Meinung hören auf doch recht verzwickte Fragen, wie es nun eigentlich weitergehen soll, über Hoffnung, Pläne und Vergangenheit und die eigentliche Frage "ja was läuft denn hier nun eigentlich falsch"?
Ich komme aus einer achtjährigen Beziehung mit Höhen und Tiefen und bin am Ende der Verlassene gewesen, aufgrund von mangelnden Gefühlen, realisierte Phasen des Auseinanderlebens und weil ich schlussendlich auch nicht die Person sein konnte die ich eigentlich bin. Alles in allem ein richtiger Entschluss, der jedoch von der Ex-Partnerin getroffen worden ist, da ich nicht der Typ bin der vor Problemen so schnell flieht. Das ist nun gute drei Monate her.
Pünktlich an Neujahr in einem Anflug von Veränderungswillen und getrieben von der Trauer, die sich an einem einsamen Silvester so breit macht, lernte ich Jemanden online kennen. Nicht auf einer Dating-Plattform, sondern in einem Forum ähnlich wie diesem hier.
Es passte erstaunlich gut zusammen, man verstand sich auf Anhieb, man hatte die selben Interessen, einen ähnlichen Humor und man wohnte sogar sehr nah beieinander. Dies entwickelte sich über weitere zwei Monate und man verbrachte im Endeffekt Tag und Nacht miteinander und ich dachte mir "wow, das hat mir also all die Jahre zuvor gefehlt".
Mit der Zeit machte sich jedoch ein merkwürdige Schwere bemerkbar.
Kurzer Einwurf: Ich bin ein sehr offener und in meinen Augen loyaler Mensch und räumte gleich zu Beginn ein, dass ich ja frisch getrennt bin und ich mir selber drei-vier Monate Zeit geben möchte, um dies alles fairerweise aufzuarbeiten. Sie kannte auch die komplette Vorgeschichte, nicht weil ich es ihr jetzt unbedingt auf die Nase gebunden habe, sondern weil sie offen einsehbar war (s.o. Forum wie dieses).
Nun weiter: Die Schwere machte sich bemerkbar als ich anfing offen dadrüber zu reden, dass die Ex mich z.B. bei Instagram vermehrt aufsuchte oder dass sie aus organisatorischen Gründen eine Rechnung von mir für einen Garantieantrag ihres Fernsehers bräuchte. Ich versuchte dies direkt und offen mitzuteilen, auch um sie 1. in eine Position der Überlegenheit zu bringen - meine Intention war dann eher dadrüber zu scherzen als damit Eifersucht auszulösen und 2. war mir natürlich bewusst, dass gewisse Szenarien von Comeback und Ähnlichem im Kopf einer jungen und forenaktiven Frau herumschwirren könnten, sodass ich dies mit Teilnahme an dem Prozess oder mit genervter Offenbarung, dass ich ja erneut kontaktiert worden bin, herunterspielen wollte.
Das hat alles nicht so wirklich funktioniert und die zuvor empfundene Schwere eskalierte komplett in Vorwürfen, Respektlosigkeit und einem Ultimatum, dass ich doch die Ex am Besten direkt aus dem Weg schaffen soll - was ich zwar entgegenkommend, aber dann in der Gesamtheit doch ablehnte. Das war vor drei Tagen und seitdem ist die Sache gegessen.
Zugegeben: Ich habe immer recht schnell reagiert, wenn z.B. eine E-Mail kam die etwas organisatorisches beinhaltete, habe ich das sofort gemacht, einfach weil mir Kontakt auch in gewisser Weise weh tat und ich es dann schnell hinter mir haben wollte. Interpretiert wurde es als: Ich stehe immer zur Verfügung und will sie ja eigentlich zurück.
Mein Fazit aus der Geschichte:
1. Ich denke komplette Offenheit ist nicht immer der richtige Weg, gerade bei angeknacksten Persönlichkeiten, kann man nicht die richtige Beurteilung von Offenheit erwarten. Es gerät anscheinend immer irgendwie in den falschen Hals. Jedoch finde ich es richtig so zu sein und möchte das auch nicht ablegen. Wie hättet ihr das geregelt?
2. Kommt mir der Verdacht ich hätte hier eine Borderlinerin erwischt.
Anzeichen dafür: Person an sich eine Alleingängerin, hat sich verkauft als hätte man sie nie richtig verstanden und sie sei früh als Kind Opfer der Gesellschaft geworden. Schnelle Steigerung von Tiefgang in eine Beziehung, schnelle Gefühlsbetonung und Bekundungen. Kurze Zeit später extrem eifersüchtig und versucht mit Vorwürfen mein Verhalten in ihre Richtung zu steuern.
Suchte schnell Streit und Konflikte, nach außen hin ein eher reflektiver Mensch, innerlich eher unausgeglichen und impulsiv.
Die Vorwürfe an mich gleichem in etwa 1 zu 1 den Vorwürfen an ihren Ex-Freund (Muster erkennbar). Keine oder nur sehr kurzweilige Beziehungserfahrung, eher Fernbeziehungen und Onlinekontakte. Was haltet ihr davon?
In der Gesamtheit finde ich es sehr schade, man hatte echt am Anfang eine gewisse Perfektion an Harmonie in den offensichtlichsten Bereichen. Auf der anderen Seite habe ich ein sehr unwohles Gefühl, da der Abgang sehr extrem, respektlos und uneinsichtig war. Man stellt sich die Frage, ob diese Konfliktsuche irgendetwas langfristiges überhaupt möglich gemacht hätte.
Ich wäre zwar für gewisse Problematiken offen gewesen, wie gesagt, ich bin Niemand der vor sowas flüchtet, aber anscheinend sollte es nicht sein.
Würde mich über eure Antworten freuen.
