Was soll ich ihm gegenüber fühlen?

zeitvergessen

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Vor etwa 4 Monaten haben wir uns getrennt. Er hatte einen Deal mit seiner Freundin, dass sie mit anderen was haben dürfen, wenns "nur Spaß" ist und dass sie sich davon nichts erzählen. Aber unsere "Sache"(?) ist außer Kontrolle geraten. Nach 6 Monaten, langem zermürbendem hin und her, hatte er mich "vorerst" auf Distanz gesetzt und ich habs nach drei Wochen nochmal formal abgesägt, weil mich dieser Zustand zu sehr gequält hat, und weil die einzige in Aussicht gestelle Option, die zwischendurch dann doch nur als hypothetisch von ihm abgetan wurde, meine komplette emotionale Ausbeutung bedeutet hätte (er wusste das, denke ich, aber wollte wahrscheinlich nicht drüber nachdenken): Er fragt sie ob er mich behalten darf, aber sieht mich dann nur so oft, dass sie sich sicher fühlt. Wie ein wohnzimmertisch, den er will und sie nicht und den man deswegen in einen verstaubte Ecke schiebt, damit man ihn nicht so sieht.

Ich denke seit ich ihn kenne, jeden Tag viele Stunden an ihn, hatte und hab einen ziemlichen Psychofilm am laufen, manchmal ist es ein großes Leidenschafts-, Sicherheits-/ Wärmegefühl, dass dann in unerträgliche Sehnsucht umschlägt, manchmal und in letzter Zeit öfter unbändige Wut. Ich war und bin immer noch ein bisschen süchtig nach ihm. Ich hab immer versucht es zu kontrollieren, und ihn nicht so stark spüren zu lassen, manchmal hatten wir Konflikte, weil er so gar keine Verantwortung für gar nichts übernehmen wollte (z.B. mir selbstständig zu sagen, das seine Freundin in diesem oder jenem Kontext einem Treffen im Weg steht, anstatt rumzudrucksen, dass er sich aus difussen Unverbindlichkeitsgründen nicht auf ein Treffen festlegen will). Er hat mich halt einfach so konsumiert, weils schön war, ein kleines dreckiges, schönes Geheimnis.

Ich hab oft das Gefühl aus einer großen klaffenden Wunde zu bestehen.

Ich werde meiner Ex-Affäre langfristig etwa 1-2 mal im Monat begegnen. Im Moment hab ich mir eine Pause von einem Ort genommen, wo wir uns direkt miteinander auseinandersetzen müssten, aber irgendwann will ich dahin zurückgehen (nicht wegem ihm). Ich weiß aber gar nicht wo ich mit meinen Gefühlen bis dahin hin will und wie ich dann mit ihm umgehen soll. Ob ich wütend sein soll, oder ob ich ihn verstehen soll, wie ich mit seinen warmen, liebevollen Blicken umgehen soll. Im Moment meide ich ihn wo es geht und tue so als würden wir uns nicht so gut kennen, bin im distanzierten Geschäftsmodus.

Er ist kein komplettes Ar., eigentlich schätze ich ihn sehr, er macht sich auch über respektvolle Beziehungen nen Kopf. Aber er ist sobald was mit seinen bisherigen Konzepten nicht mehr funktioniert, nicht besonders gut darin, u.a. weil er mit niemandem drüber redet. Ich bin durch seine Feigheit und Kommunikationsunfähigkeit komplett unter die Räder gekommen. Natürlich auch wegen mir, weil ich nicht sofort gegangen bin, als es quälend wurde und er das von sich weggeschoben hat. Aber das nimmt halt nix von seiner Verantwortung weg. Es steht zwischen uns, und er checkt es nicht. Er denkt, man könne jetzt einfach die Verbundenheit aufrecht erhalten.

07.12.2015 20:23 • #1


Penelope1983

Penelope1983


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Oh gott sorry aber das hört sich schrecklich an. Aber wo die liebe hinfällt. Da kann man nix machen. Das Herz liebt wen es liebt. Deine situation ist echt zermürbend und komplett giftig für dein seelenheil. Ich weiss es ist leichter gesagt als getan, aber nimm die beine in die hand und renn. Er ist ein emotional-vampir und saugt dich bis aufs Letzte aus. Schütze dich!

07.12.2015 20:26 • #2


zeitvergessen


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@penelope
hey vielen dank für die netten Worte.

Zitat von Penelope1983:
aber nimm die beine in die hand und renn.

Ja mach ich. Aber ich will den Ort wo wir uns beide rumtreiben nicht komplett aufgeben, weil er (der Ort) ein sehr wichtiger Teil meines Lebens ist, wo ich was sinnvolles mache und wo auch viele anderen tolle Menschen sind. Deswegen suche ich nach einer emotionalen Haltung zu ihm mit der ich mich friedlich und groß fühlen kann.

Zitat von Penelope1983:
Er ist ein emotional-vampir und saugt dich bis aufs Letzte aus.

Ich glaub er ist ein emotionaler Depp. Er hat irgendwann einfach den Respekt mir gegenüber auf ner gewissen Ebene aufgegeben. Als er keinen Weg mehr gesehen hat, niemanden zu verletzen, hat er einfach gedacht: na die eine hat sich ja quasi dafür entschieden von mir verletzt zu werden, darum muss ich mir darum nicht mehr so nen Kopf machen.

07.12.2015 20:56 • #3


Sashimi

Sashimi


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Zitat von zeitvergessen:
Ich glaub er ist ein emotionaler Depp. Er hat irgendwann einfach den Respekt mir gegenüber auf ner gewissen Ebene aufgegeben. Als er keinen Weg mehr gesehen hat, niemanden zu verletzen, hat er einfach gedacht: na die eine hat sich ja quasi dafür entschieden von mir verletzt zu werden, darum muss ich mir darum nicht mehr so nen Kopf machen.


Völlig richtig. Niemand kann einen anderen Menschen verletzen der dies nicht zulässt. Dein Problem ist, dass Du Dich in Egozentrik und Realitätsverlust übst. Warum fängt man was mit einem Typen an, der mit seiner Freundin einen Fremdgeh-Deal hat? Das kann niemals gut gehen.

Hier hilft nur ein radikaler Cut und der Schritt zur eigenen Integrität zurück. Kontaktsperre, Ablenkung etc. Alles andere geht aufs eigene Konto und führt die anfängliche Fehlentscheidung nur einfach fort...

07.12.2015 22:32 • #4


zeitvergessen


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Zitat von Sashimi:
Völlig richtig. Niemand kann einen anderen Menschen verletzen der dies nicht zulässt.

Naja. Man ist ja immer verletzbar, wenn man Leute an viele Facetten der eigenen Persönlichkeit ranlässt, inklusive der schwachen Stellen, wo man sich hilflos verhält, was ja auch spannend ist, weil ein Potential für Heilung und Entwicklung. Ich halte das für eine gesunde Sache, wenn man jemandem vertraut. Das Selbstzerstörerische fängt da dan, wo man sich nicht schützt, obwohl die Vertrauensbasis eigentlich zerstört ist.

Zitat von Sashimi:
Dein Problem ist, dass Du Dich in Egozentrik und Realitätsverlust übst.

versteh ich nicht. also kannste gerne erklären, aber vielleicht ist es auch nicht der Punkt. Dein Problem ist, dass du das in jeden Thread reinschreibst, um Leute zu verletzen, geb ich jetzt mal im selben Ton zurück. Falls es doch einen Bezug zu meiner Geschichte hat: ich halte ja generell nix von dieser Zeigefinger-Übervater-Erziehungsmethode, und glaub auch nicht dass du das für deine Adressaten machst, sondern für dich, zweifle aber daran, dass es dich weiterbringt.

Zitat von Sashimi:
Warum fängt man was mit einem Typen an, der mit seiner Freundin einen Fremdgeh-Deal hat? Das kann niemals gut gehen.
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Obwohls ja eher ne rethorische Frage/ein Vorwurf zu sein scheint, finde ich das tatsächlich eine interessante Frage. Bei mir war das so:
Ich glaub eigentlich kann "fremdgehen" im Sinne von mit mehreren Personen s. haben schon funktionieren, wenn alle gut kommunizieren und gegenseitig auf sich aufpassen. Ich habe in meiner Umgebung sehr schöne respektvolle über Jahre hinweg funktionierende polyamore Beziehungen erlebt. Ich hab gedacht: Na dann ist das wohl sowas. Das mit dem "Spaß" (?) und mit dem nicht erzählen, schien mir tatsächlich von Anfang an eine ziemlich blöde Idee, aber ich dachte: Die meisten Menschen mit denen ich in s.uelle Interaktion getreten bin, sind mit Konzepten angekommen, mit denen ich wenig anfangen konnte. Diese Frage zum Beispiel: "machen wir Spaß oder Ernst?" fand ich schon immer schwierig zu beantworten. Bis jetzt hab ich immer darauf vertraut, dass die Realität sich selbst erklärt, und die andere Person das dann so einsortiert, wie es ihr guttut. Leider hat er ja überhaupt nicht an Polyamorie geglaubt, und wusste das deshalb gar nicht einzusortieren. Zweitens: schon bevor wir das gestartet haben, war ich sehr heftig verknallt. Noch nie in meinem Leben hat jemand es aufgegriffen, wenn ich so viel gefühlt hat, also hab ich gedacht: das ist der wahnsinn (damals im positiven Sinne), ich nehme es wie es kommt, koste es voll aus, und wenn ich merke es tut mir nicht gut, geh ich wieder. Leider hab ich den Absprung nicht geschafft, weil ich meine eigene Suchtanfälligkeit, meine Schwierigkeiten mich selbst in so einer Situation zu durchschauen und die Dynamik von so einer geheimen, bald schuldbeladenen Kiste falsch eingeschätzt habe. Es schwebte ja sowas wie emotionales betrügen in der Luft, was er dann mit ziemlich abrupten und manchmal (als generelle Umgangsform) unfairen Abgrenzungen gegen mich beantwortet hat glaub ich.

Zitat von Sashimi:
Hier hilft nur ein radikaler Cut und der Schritt zur eigenen Integrität zurück. Kontaktsperre, Ablenkung etc.

Da hast du wahrscheinlich recht. Wiegesagt praktiziere ich das, aber jenseits von den unmittelbaren "was tun" fragen gibst halt noch die Frage: was soll ich fühlen? Meine Wut durchsteig ich einfach nicht. Zuerst ist die schon hilfreich um sich abzuseilen, aber dann muss es ja irgendwie weitergehen? Irgendwie muss man doch sich selbst und die Person wieder in einen wenn auch nicht konfliktfreien, trotzdem halbwegs friedlichen Zusammenhang stellen können. Ob nun abstrakt, weil man sie nicht mehr sieht, oder real, wie bei mir, weil ich gottseidank noch mehr im Kopf hab, als diesen Typen, und nicht mein komplettes Leben wegen dieser Kiste über den Haufen werfen werde.

08.12.2015 17:00 • #5




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