hr hattet es in der Hand, eine vernünftige Beziehung zu führen, in der jeder seinen Platz hat und sich wohl fühlen darf. Was anfangs wohl auch gelungen ist, aber da sprechen auch die Hormone ein großes Wort mit. Sie schwingen das Szepter. Es entstehen Illusionen von einer wundervollen Beziehung und der andere hat fast nur höchst positive Eigenschaften. Später dann merkt man, dass man versucht, zwei Menschen unter einen Hut zu bringen. Wir streben ja alle nach Geborgenheit, Liebe, Zukunftssicherheit.
Und die Diskrepanzen kommen zum Vorschein, störende Verhaltensweisen, Ratlosigkeit, Zweifel weil zwei Individuen, die allesamt ihr Päckchen mit in die Beziehung bringen, eben nicht so kompatibel sind wie man erst glaubte.
Da ist nichts vorbestimmt, alles ist offen und die beiden Personen müssen sich arrangieren, Federn lassen. Toleranz üben. Das ist schwierig und in vielen Beziehungen gelingt es eben nicht, vor allem nicht auf viele Jahre.
Es hätte vielleicht auch gut ausgehen können, wenn beide mit ihren inneren Defiziten und Fehsltellen besser umgehen könnten.
Ihr hatte die Chance, ihr habt sie vermasselt. Was soll daran passieren müssen? Nichts muss passieren, man hat eine oder auch mehrere Chancen, die man sich vielleicht kaputt macht, weil etwas im inneren nicht so funktioniert wie gedacht.
Ha, du bist einer von den Männern, die zu viel tun, sich zu sehr auf die Partnerin fixieren. Und das wird nicht geschätzt. Der andere spürt, dass du dich aufgibst, eher wie Knetmasse bist anstatt einen festen Kern zu zeigen und dich aufopferst. Was du asl 100% bezeichnest, kann das Gegenüber nicht annehmen. Es will keine 100%, keine Selbstaufgabe, keine Anpassung an alles und jedes. Es braucht auch mal Widerspruch, der andere muss auch mal seine Grenzen abstecken, Ecken und Kanten zeigen. Aber das bleibt aus bei 100%.
Das wird nicht geschätzt, weil du dich dabei selbst aufgibst und quasi dein Wesen verleugnest, das vielleicht auch mal schimpfen will oder sich abgrenzen möchte. Knetmasse ist zu willfährig, man kann alles damit machen. Sie verliert ihren Reiz, es kehren Überdruss und Langeweile ein. Ach der, schon wieder hat er den Abfall rausgetragen und den Abwasch gemacht und jetzt will er wahrscheinlich gelobt werden. Wie mich das alles ankotzt, ich will nicht, dass er alles für mich tut wie eine Marionette. So was kann nicht angenommen werden, weil der andere meint, eine Bringschuld zu haben. Du übst mit deiner Selbstaufgabe, die du als 100%ige Liebe definierst, nämlich auch einen Druck aus. Den Druck, es dir gleich zu tun.
Ist es vorherbestimmt, dass du so bist? Nein, es wurde dir beigebracht von Eltern, von deinem Umfeld, vielleicht auch aufgrund von Erfahrungen.
Ach, tut mir leid, dass ich den Typen niedergeschlagen habe, weil ich seinen Geldbeutel haben wollte. Aber es war vorherbestimmt. Da kann ich nichts dafür.
Ja, ja, die liebe Vorsehung und die Vorbestimmung, aufgrund der wir uns nicht selbst hinterfragen und an unseren Vorstellungen von Liebe festhalten. Auch wenn sie vielleicht doch nicht richtig sind.
Genau zwei Menschen, sie und du. Ganz einfach. Da ist nicht ein übergeordnetes Wesen, das bestimmt, ob zwei miteinander glücklich werden oder nicht.
Ach was! Du musstest gar nichts und es war keine Vorhersehung, dass du sie in der Kneipe zum fröhlichen Sonnenschein nachts um 22.49 Uhr kennengelernt hast.
Ein guter Psychologe sagte mir, keiner kommt umsonst in dein Leben. Es kommen Menschen, die dir zeigen, wie du bist und wo deine Schwachstellen und Defizite sind. So gesehen vielleicht doch Vorhersehung, denn man zieht Menschen an, bei denen man wittert, das sie in irgendeiner Art und Weise interessant für einen sind. Das muss aber nicht nur positiv ausgehen, denn die Menschen, mit denen du zusammen kommst, sind auch dein Spiegel. Sie zeigen dir was in dir defekt ist, was du angehen und erforschen solltest.
Woher kommt denn diese Selbsaufgabe, diese Anpassung, dieses Zurückstellen eigener Interessen? Schau dir deine Kindheit an, da liegt meistens der Ursprung. Deine Eltern, alle Menschen in deinem Umfeld zeigen dir, wie die Welt funktioniert und wie das Leben ist. Und du übernimmst mehr als du glaubst und wirst geformt. Und das nicht nur zum Vorteil. Keiner kommt ganz ohne Beschädigungen durch die Kindheit. Schau dir das an und du kannst vermutlich erstaunliches entdecken.
Was soll daran vorherbestimmt sein? Das ist doch nur das Ablegen eigener Verantwortung, dem mangelnden Willen sich zu hinterfragen. Stattdessen wird gejammert, was schon immer sehr konstruktiv ist und einen wirklich vorwärts bringt.
Du sollst lernen, deine Baustellen sehen, Deine Leerstellen und Beschädigungen erkennen, darum. Du hast aus vorher gegangengen Beziehungen nichts über dich gelernt, Nur gewartet bis es nicht mehr weh tat. Aber deine Seele leidet nach wie vor, weil du sie nicht anschaust, nicht wahrnimmst, keinen Bezug dazu hast. Frage sie doch mal was sie braucht und was du ihr vorenthältst. Du beachtest sie nicht, schiebst sie weg, sie ist ja gar nicht da, weil es deine Vorbestimmung ist zu leiden.
Mann, ich könnte dich jetzt echt durchschütteln.
Mach es dir mit deinem Determinismus nur weiterhin bequem und du wirst immer wieder dasselbe erleben. Weil die Seele dir zeigt, worunter sie leidet. Sie kann aber nicht direkt zu dir sprechen, sie kennt nur die Wiederholung. Sie schickt dich in die Wiederholung in der Hoffnung vielleicht merkt er jetzt endlich mal dass er mich nicht beachtet, sich meiner nicht annimmt, mich gar nicht kennt. Klar, es ist ja alles vorherbestimmt, da muss man sich nicht mit sich auseinander setzen, sich selbst in seiner Schwäche ansehen und sich fragen, warum mache ich offenbar immer wieder dieselben Fehler und ziehe dieselben defizitären Menschen an.
Lege Deine Verantwortung für dein Leben und den mangelnden Willen, deinen Anteil am Scheitern zu sehen, nicht der Vorherbestimmung zur Last. Das ist meiner Ansicht nach zu bequem, weil du damit auf der Stelle trittst.