Hi, whynot60,
danke für den tiefsinnigen Beitrag, wo es schwer ist, adäquat drauf zu antworten...

Das mit der Oberflächenbindung ist ne geniale Beschreibung des Problems und exakt die Erklärung, warum ich mir "diesen Borderliner" antue, weils mit dem eben NICHT rein oberflächlich ist. Ich hab das noch nie verstanden, wie die Leute immer ihre Partner austauschen können wegen jeden Rotzes - ja, das kann man wohl sehr gut, wenns eh keine Bedeutung hatte.
Ob meine Frage nun vereinfacht war, weiß ich nicht recht, immerhin hat sie Deinen Beitrag ja mit provoziert und genau um solche Dinge gings mir ja. Ein Buch mit dem Titel "Was wollen Frauen von Männern?" kann in meinen Augen durchaus tiefsinnig die ganze Thematik wenigstens gut ausloten, wenngleich nicht letztgültig darstellen, insofern kann man das vielleicht auch anders sehen. Aber: Alles easy. Man kanns auch als "vereinfacht" wohl ansehen, verstehe zumindest, was Du sagen willst. Es ist halt KOMPLIZIERT. Wie alles unterm Strich...

Ja, zu einem gewissen Grade bestimmt schon auch der konkrete Partner das Wollen, das hat sicherlich einen Anteil, das würde ich nicht prinzpipiell bestreiten wollen. Trotzdessen gibt es Dinge, nach denen sich jemand grundsätzlich sehnt und ich würde annehmen wollen, daß das auch für Dich gilt, mindestens wohl galt, denn es klingt ja so, als wärest Du da durch einen komplexeren Prozeß hindurchgegangen.
Die Sache mit dem Sternenhimmel hinkt in meinen Augen irgendwie, auch wenn ich verstehe, worauf Du hinauswillst - irgendwie gibts zwischen einem Sternenhimmel und einem Lebenspartner dann eben doch Unterschiede prinzipieller Natur. Und abgesehen davon willst Du von einem Sternenhimmel sehr wohl was, mindestens schonmal, daß er Dir nicht auf die Birne fällt. Die Leute, die immer von der Bedingungslosigkeit reden, übersehen zu oft, wieviele Bedingungen sie nur als selbstverständlich vorausgesetzt haben...
Am spannendsten finde ich die Ausführungen zum Wandel. Kannst Du mir - VÖLLIG ernstgemeint - mal erklären, WARUM Menschen nicht mit 5 beschließen, wer sie sind und wer sie sein wollen und das dann bitte auch so halten? Also, ICH für meinen Teil hab das so gemacht und behaupte, daß ich zwar unendlich viel seitdem gelernt habe - dem Grunde nach aber exakt dieselbe Person wie mit 5 bin und auch exakt dieselben Bedürfnisse habe, nämlich: Liebe, gutes Essen, alles Wissen dieser Welt und Sex (ja, ich hatte schon mit 5 täglich einen Orga., ist für mich das allerallerallernormalste der Welt, worüber ich eigentlich nur deshalb reden muß, weil alle anderen es einfach nicht kapieren, daß es Menschen gibt, für die Sex wie Essen ist, das täglich Brot, das allernormalste der Welt). Keine Ahnung, was ich mit mehr wollen sollte und warum ich mit 50 plötzlich irgendwer anderes sein sollte, was genau mir das nützen würde und was das vor allem einem ANDEREN, speziell einem Partner, bringen würde, wenn ich ihm aller zehn Jahre ne neue Person vor die Füße klatschen würde.
Was soll dieser Veränderungsmist bei Menschen? Dazulernen? BITTE. Seinen Charakter zum Negativen ändern? Ja, wie bekloppt müßte man sein... Machen aber die meisten Leute irgendwie mit wachsender Begeisterung. Da braucht man sich auch nicht wundern, wenn sich ein Großteil der Leute auseinanderlebt, wenn plötzlich Leute zusammen sind, die sich vorher gar nicht kannten, weil sie einfach neu erschaffen sind.
Das gehört eben auch zum Thema Verantwortung bei mir: ICH habe dafür Sorge zu tragen, daß mein Gegenüber mich morgen noch erkennt...