Zitat von Elve: Anlaß meiner Frage sind diverse Bezeihungsprobleme mit meiner Freundin, die ich im Detail aber hier nicht besprechen will, sondern wo erstmal auf ner sehr allgemeinen Ebene über diesen oder jenen Aspekt reden will. Ganz grob ist es so, daß wir seit 11 Jahren zusammen sind, uns prinzipiell seit 39 Jahren kennen und dies und das im Leben miteinander erlebt haben.
Ich glaube, es gibt ein Grundproblem, das viele gar nicht sehen und auch nicht sehen wollen.
Ein Gutteil der erwachsenen Menschen lebt zwar formal in einer Beziehung, aber sie sind nicht tatsächlich in einer Beziehung mit jemandem. Oft nicht einmal mit sich selbst. Sie haben keinen oder wenig Bezug zum anderen (und, wie gesagt, oft nicht einmal zu sich selbst).
Es ist zumeist eine Art Oberflächenbindung, die nach ein paar schlichten Regeln funktioniert (die allerdings wiederum den individuellen Menschenwesen in keiner Weise gerecht werden können).
"Beziehungsprobleme" ergeben sich dann aus der Nichterfüllung verschiedenster Bedürfnisse, worauf man aber ein Recht zu haben glaubt.
Manchen wird es vermutlich auch an der Schlichtheit des Verlangens fehlen und an der realitätsnahen Selbsteinschätzung, und dann muss alles möglichst gleich und zu 100% erfüllt werden, sonst beginnt es in ihren Hufen schon zu kribbeln und zu krabbeln.
Jedenfalls ist Deine Frage deutlich zu vereinfachend, weil das, was eine Partnerin "von einem Mann wirklich will", derart unterschiedlich und vielfältigt ist, dass es gar nicht fasslich ist, und zudem wandeln sich die Verlangen, die vorrangigen Bedürfnisse und Wichtigkeiten wie jede Frau sich wandelt.
Und um keine Missverständniss aufkommen zu lassen: Für den Mann gilt selbstredend dasselbe.
Für mich selber kann ich sagen: Es kommt darauf an, was eine Frau von sich aus und ganz ihrer Natur gemäß ins Leben bringt. Ich könnte also absolut nicht sagen, was ich von einer Frau "wirklich will". Sondern das hängt allein von der Frau ab. Das kann meinetwegen eine besondere Klugheit sein oder eine besondere Seelentiefe oder Verträumtheit oder auch eine erfüllende Er*otik oder eine herausragende Kunstsinnigkeit usw. Wenn einiges zusammenkommt in einer Person, dann umso besser. Aber ich bin kein "Braucher" (mehr). Was ist, das ist, und wenn das ausreicht für eine ernsthafte Beziehung, die tatsächlich Beziehung ist und nicht lediglich Oberflächenbindung, die ohnehin bald einmal rissig bis lästig wird, dann kann ein Versuch etwas sehr Schönes sein. (Ich stelle, nebenher bemerkt, auch nicht die Frage: Was will ich wirklich von einem Sonnenuntergang - oder einem Sternenhimmel.)
Generell halte ich, aufgrund meiner Beobachtungen, viele Beziehung eben zum Großteil für Spielbeziehungen, bei denen es letztlich gleichgültig ist, ob sie existieren oder nicht. Es hat keine Bedeutung, die Schauspieler sind beliebig austauschbar, es folgt mehr einer Tradition als einem (guten) Instinkt - und manche können und wollen schlicht und einfach nicht allein sein.
Könnte ein Misthaufen reden und ein bisschen tanzen und kochen und ar....wackeln, würden jene auch mit dem "eine Beziehung" eingehen.