GastGast2019
Gast
Mutter ist selbständig mit einer Tätigkeit, die eine 2-Zimmer-Wohnung für sie selbst, aber weder Rentenvorsorge, noch Beiträge zum Familieneinkommen, noch Rückzahlung von Schulden (Transferleistungen/Vorschüsse des Staates) erlauben. Sie selbstverwirklicht sich z.B. als Schmuckdesignerin auf DaWanda/Etsy. Das aber in Vollzeit und kann sich daher nur abends und manchmal am WE um ihre 5 und 6 Jahre alten Kinder kümmern. Dafür ist sie dann oft zu müde. Aber den Kindern geht's gut, denn Papa kümmert sich. Ihre Beziehung pflegt sie auch nicht und wird verlassen. Das ist schon ihre zweite Familie, die zerbricht. Aber persönliche Konsequenzen, z.B. das Anpassen ihres Jobs an die Familiensituation, zieht sie nicht. Die Selbstverwirklichung geht vor.
Die nächsten 5 Jahre trägt sie weiterhin nichts zum Familieneinkommen bei, kann ja nicht mal für sich selbst sorgen (Rente), besteht aber auf ihrer Berufswahl. Dafür kümmert sie sich jetzt etwas mehr um die Kinder. Zwei Nachmittage die Woche und jedes zweite WE.
Die Sorge um ihre Kinder geht aber nicht so weit, dass sie sich in eine finanzielle Situation brächte, in der sie den Kindern das Leben bieten könnte, das der hart arbeitende Vater den Kindern neben seiner Vollzeittätigkeit bieten kann. Der Vater hat unterdessen die Familie weiterhin versorgt, ging arbeiten, zu den Ämtern für Unterstützung, lieh sich Geld von Freunden, wenn es knapp wurde, hat nochmal eine Ausbildung absolviert, um sich besser um die Familie kümmern zu können, suchte eine passende Wohnung, in der die bald Teenager genug Freiraum haben, schläft zugunsten der Kinder im Wohnzimmer und sorgt für ein geregeltes Leben.
Jetzt, da es darauf hinaus läuft, dass Die Mutter erstmals Unterhalt für die Kinder zahlen soll, fällt ihr plötzlich ein, dass sie ja eigentlich das Wechselmodell haben will, weil die Kinder ja beide Eltern brauchen. Zu gleichen Teilen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Dafür müsste Mama natürlich ihre Stunden reduzieren, die Kinder müssten umziehen und ihre Hobbies aufgeben. Aber das muss eben sein, weil 3,5 Tage die Woche Liebe und Erziehung durch die Mama eben wichtiger sind als 3 Tage die Woche. Man ist ja schließlich gleichberechtigt und die Kinder brauchen doch eine Mama. Auch eine, die lieber nach Jahren die Kinder ein bisschen mehr übernimmt und dafür noch weniger ernsthaft und familiendienlich arbeitet als zuvor.
Der Papa, der bislang Kinder, Job, Vorsorge und angemessene Wohnsituation alleine bzw. mit etwas Hilfe des Staates gewuppt hat, soll sich doch bitte auf diese erneute Selbstverwirklichung der Mutter (diesmal eben als Mutter, nicht mehr nur als DaWanda-Selbständiger) einstellen und alles geben, um der Mutter das Muttersein zu ermöglichen. Denn das ist für die Kinder schließlich das Wichtigste: ausreichend Mutterliebe. Die sich nur dann wirklich zeigen kann, wenn Mama exakt die gleiche Zeit die Kinder um sich hat wie Papa. Dahinter müssen alle Interessen des Vaters und der Kinder an einem geregelten und finanziell abgesicherten Leben zurückstehen. Wenn die Familie als Einheit dadurch weniger Geld zur Verfügung hat als im vorherigen Modell, dann müssen eben Papa und die Kids die Pobacken zusammen kneifen und es der Mama ermöglichen, nun jede zweite Woche vollwertige Mama zu sein. Denn ideelle Beteiligung als Mama ist viel wichtiger als finanzielle. Und nur weil Mama finanziell keinen Weg gefunden hat, mit ihrer notdürftigen Selbständigkeit für ihre Kinder zu sorgen, heißt das doch nicht, dass sie nicht eine aufopferungsvolle Mama ist, die alles(!) für die Kinder täte, wenn man sie nur jede zweite Woche ließe. Jetzt hätte sie auch mehr Zeit dazu. Und das mit dem Geld soll eben der Papa einrichten. Dafür war sie nie zuständig und muss sie ja auch nicht. Liebe und Sorge darf doch nicht an Geld gemessen werden. Wenn ich als Selbständiger so viel Pech habe, dass ich den Kindern nichts bieten kann und der Staat und der Papa sich kümmern müssen, bin ich doch trotzdem eine tolle Mutter, die jetzt auch gleichberechtigt die Kinder genießen und umsorgen möchte.
Da möchte ich gerne mal das Forum lesen, wie eine solche Mutter zerrissen würde und wie dem Vater beigepflichtet würde, sich schnellstmöglich einen Anwalt zu suchen, um der Mutter diesen Zahn zu ziehen und sich selbst (natürlich zum Wohle der Kinder) zu behaupten und ihnen ihr gewohntes und von ihm geschaffenes Leben nicht von dieser egoistischen Schreckschraube kaputt machen zu lassen.
An die TE: Das Stichwort hier lautet Kontinuität. Geld hat man (und frau) vor Gericht zu haben. Finanzielle Einbußen oder Schwierigkeiten sind also vor Gericht kein Argument. Aber auch 11 und 12 Jährige dürfen Gewohnheitstiere sein. Sie werden angehört werden. Und wenn sie das Leben, so wie Du es bislang für sie einrichten konntest, gut finden, werden sie das so dem Gericht mitteilen.
Dass Du das bisherige Leben für die Kinder nicht wirst weiter in der Form finanzieren können, wenn der Vater jetzt alles ändert, ist ein Argument, das Du nicht vorbringen darfst, da Du ja dann (hier und vor Gericht) als geldgierig dastehst. Aber die Sorge darum, wie ein Vater, der die letzten 5 Jahre nicht genug Mittel zur Verfügung hatte, um sich wenigstens mit dem Mindestunterhalt an den Kosten beteiligen zu können oder für die bald anstehende Rente einzahlen zu könnrn, nun für ausreichende, da hälftige(!) Versorgung der Kinder mit Essen, Wohnraum, Kleidung, kultureller Beteiligung und Fahrtkosten in den nächsten 6-10 Jahren sorgen will, ist begründet und sollte auch erwähnt werden. Oder traust Du Deinem Ex etwa zu, sich jetzt nach so vielen Jahren des finanziellen "Von-der-Hand-in-den-Mund"-Lebens über die Dimensionen von monatlichen Schulbustickets und der Winterbekleidung für (demnächst) Teenager im Klaren zu sein. Wie soll er denn dafür auf einmal hälftig aufkommen können, wenn er bislang gar nichts von seinem Geld für seine Kinder oder eine Altersvorsorge zurücklegen konnte?
In einem Wechselmodell wird es doch tatsächlich so aussehen, dass Du weiterhin für alles sorgen wirst, die Kinder einkleidest, die regelmäßigen Schul- und Freizeitkosten bezahlst (als Angestellte wärst Du bei Schulden ja auch viel leichter pfändbar). Und er zählt eben weiterhin an den (nun 3,5 statt) 3 Tagen pro Woche Essen, Strom und Wasser für die Kinder mit, die Kino- und Schwimmbadtickets für die gemeinsame Zeit. Aber die Badehose wirst weiterhin Du besorgen und finanzieren müssen, da mach Dir mal keine Illusionen. Er wird sich im Wechselmodell ja nicht plötzlich mehr beteiligen als vorher, sondern eher weniger, weil er ja jetzt durch die Betreuung der Kinder seinen Teil beiträgt. Um Zahnspangen und Co. darfst weiterhin Du Dich kümmern. Er hat dann gerade leider kein Geld (so wie bisher ja auch). Und Du hast ja, also besteht Deine Mutterliebe aus Kümmern und Versorgen. Und seine Vaterliebe aus Kümmern und Versorgen so gut er kann. Und das muss dann eben reichen.
Bitte such Dir dringend qualifizierte Beratung bei einem Anwalt oder einer Selbsthilfeorganisation für Alleinerziehende zu Deiner Situation und bemühe Dich, das Beste für Deine Kinder und Dich durchzusetzen. Du hast die Kinder die letzten Jahre allein versorgt und euch auf einen stabilen Weg gebracht. Dein Ex erscheint höchst instabil in seinen Wünschen und in seiner Lebensplanung. Und nicht sehr aufopferungsvoll für seine Kinder. Für die Kinder ist ein stabiles und sicheres Zuhause mit ausreichend Zeit bei beiden Elternteilen sicher vorteilhafter als zwei Haushalte in Nöten, zwischen denen sie pendeln müssen und in denen ständig Diskussionen entstehen, wer von dem dann beidseitig nicht vorhandenen Geld die Winterschuhe kauft.
Wir können ja Spaßenshalber mal ne Rechnung aufmachen, was es alles kostet, Kinder zu versorgen, die Schule/Ausbildung/Wohnung/Auto usw., dann kommt manch einer zu der Erkenntnis was für ein Müll geschieben wurde! 