Das eine Elternteil versorgt die Kinder mit Unterkunft, Essen, Schule, Kleidung, Freizeitgestaltung/Kultur und kümmert sich neben steter Vollzeitarbeit. Ein eigenes Zimmer, eine Partnerschaft nach der Ehe, eigenes Privatleben oder berufliche Selbstverwirklichung wird zugunsten der Kinder hintangestellt.
Dem anderen Elternteil war es die letzten 5-6 Jahre völlig schnuppe, ob und was die Kinder gegessen, wo sie geschlafen oder wie sie gelebt haben, wenn er nicht dabei war, sie sehen und davon profitieren konnte. Ansonsten ging seine berufliche Selbstverwirklichung vor.
Soviel zur sachlichen Gegenüberstellung.
@AlexH: Die TE ging seit der Geburt arbeiten und seit der Trennung Vollzeit UND hat mit ihrem Einkommen die Kinder ganz allein unterhalten.
Der andere Elternteil ging selbständig arbeiten und behielt sämtliches Geld allein für sich.
Das möchte der andere Elternteil auch weiterhin tun dürfen, weshalb ihm nach 5 Jahren plötzlich eingefallen ist, dass das Wechselmodell das Beste für alle wäre. Ergebnis dieser "besten" Lösung wäre der soziale Abstieg der Kinder. Du bist nicht der Erste, der der TE daraufhin angeht, sie solle doch bitte mit noch mehr Erwerbsarbeit dem Vater das vollwertige Vatersein ermöglichen und seine Leistungsunfähigkeit oder -unwilligkeit gegenüber den Kindern ausgleichen. Und das alles für einen halben Tag mehr Vaterliebe, durch den der Vater auf einmal als "gleichberechtigt" gelten soll.
Genauso gut könnte man seit Monaten Schwedus angehen, dass er sich abends per Fernstudium fortbilden und einen besser bezahlten Job suchen oder nachts in der Tankstelle jobben soll, damit er seinem Kind etwas bieten und mit seiner Ex wenigstens auf Augenhöhe als Elternteil kommunizieren kann, bevor er das Wechselmodell anpeilt. Aber Unvermögen bei Vätern ist ja okay und eben zu trennen vom Recht des Va... äääh Kindes auf gleiche Zeit bei beiden Elternteilen. Und Unvermögen der Mutter ist vom JA zu ahnden oder von ihr durch Zweitjob auszugleichen. Und sich dann wundern, warum Männern, die sich so sehr in die mütterliche Hängematte fallen lassen, von ihren Frauen verachtet werden.
Mein Vater ist bis heute stolz darauf, seinen Beitrag geleistet zu haben, um mich und meine Geschwister auf einen guten Weg gebracht zu haben. Er hat nicht sich selbst in den Vordergrund gestellt, sondern immer für die ganze Sippe mitgedacht und mitgearbeitet. Und uns auch so erzogen. Alle meine Geschwister gehen arbeiten und können ihre Kinder selbst versorgen. Sowohl finanziell als auch ideell. Zu meinem Ex sagt er nur, er sei ein kleines egozentrisches Astloch, den er als Mann nicht ernst nehmen kann. Und das nach einem Gespräch, das er selbst mit ihm "unter Männern" geführt hat.
Noch eine sachliche Gegenüberstellung:
Der eine Elternteil kann Unterhalt und Umgang trennen.
Der andere Elternteil stellt bei drohenden Unterhalt den Umgang lieber so um, dass es den Kindern schlechter geht.
Wer von beiden hat denn da finanzielle Interessen, die er vor die Interessen der Kinder stellt?
Und warum hier einige der Meinung sind, dass dieser (und andere, sicherlich aber nicht alle) getrennt lebenden Väter nicht als Betreuungselternteil taugen: Es hat ihn fünf(!) Jahre lang nicht interessiert, wovon seine Kinder leben. Und beteiligt hat er sich schon gar nicht.
Wer glaubt, dass er diese Selbstsucht und diesen Egoismus schlagartig in fürsorgliches Verhalten verwandelt, sobald man ihm die Kinder eben zwei Nächte und einen halben Tag mehr als bislang betreuen lässt, darf bitte "Hier" rufen.
Der Kindsvater ist auch kein Gegner, wie vollhorst es mir unterstellt. Es wäre toll, wenn er bei der Kindererziehung und Versorgung hilft. Im besten Fall sogar zu 50%. Aber hier hat der Kindsvater sich ja nicht nur nicht gekümmert, sondern sich indirekt auch noch über Mitarbeit der Ehefrau und Armrechnen nach Trennung sich auf dem Rücken der Mutter überhaupt seine "Berufstätigkeit" erlauben können. Nur von egoistischen und leistungsunwilligen Vätern, die sich immer nur dann ihrer Kinder erinnern, wenn es ihnen gerade in ihren persönlichen Lebensentwurf passt, und die in allen anderen Situationen trotzig auf ihren Rechten als Vater beharren, denn den Rest wuppt dann schon eh irgendwie die pöhse, pöhse Mutter, trennt man sich zum eigenen UND zum Wohle der Kinder schnell und nachhaltig. Solche Väter ruinieren die Existenz der gesamten Familie nur für ihr krudes Gerechtigkeitsempfinden. Von Verantwortungssinn und Zurücksteckenkönnen keine Spur. Mütter, die sich so verhalten, bekommen Besuch vom JA. Väter, die sich so verhalten, bekommen Umgangsrecht und ganz viel Mitleid, weil sie nicht "vollwertiges Mitspracherecht" haben und nicht "ernst genommen" werden. Keinerlei Reflexion, ob zum Vater sein doch etwas mehr dazu gehört, als sie zu geben die letzten Jahre willens oder imstande waren.