Zitat von Piper2603: und wer entscheidet ob es lovebombing oder futurefaking ist oder doch ernst und aufrichtig gemeint?
Nun, wenn mir, als plumpes Beispiel, jemand sagt „Ich brauche dich. Du bist die Luft, die ich zum Atmen brauche, das Licht in meinem Leben und ich verspreche dir, für immer bei dir zu bleiben.“ Dann ist das 1. realitätsfern und 2. klingt das ziemlich abhängig.
Aufrichtiger hingegen würde, als weiteres plumpes Beispiel, klingen: „Du bist ein toller Mann. Ich genieße die Zeit mit dir sehr, weil du mir wichtig bist. Ich liebe dich.“
Da darf ich dann schon für mich entscheiden, was besser zu mir passt. (Jetzt mal nur rein auf Worte bezogen) Das mich jemand idealisiert, sich abhängig von mir macht und mir Versprechungen macht, von denen die Person gar nicht weiß, ob sie sie überhaupt halten kann?
Oder eine Person die mir ihre Zuneigung zeigt und mir dabei nicht das blaue vom Himmel verspricht?
Zweiteres gefällt mir besser. Da ich für MICH erkannt habe, das ich weder eine Frau haben möchte, die sich abhängig von mir macht, mich idealisiert, noch etwas verspricht, von dem sie jetzt nicht weiß, ob sie es in 4 Jahren noch halten kann.
Mit ersterem habe ich auch schon Erfahrung gemacht und das sogar erwidert, als ich jung und naiv war und mich selbst wenig hinterfragt habe. Da klang das zwar alles ganz toll, artete letztendlich aber in einem Desaster aus, da Abhängigkeiten entstanden sind, die dazu führten, dass ich letztendlich nichts richtig machen konnte, wenn ich mal nicht so funktioniert habe, wie ich sollte, um meine komplette Zeit und Aufmerksamkeit in meine Partnerin zu investieren, weil ich dafür zuständig bin sie glücklich zu machen.
Und ich wage mal die Vermutung in den Raum zu stellen, dass Menschen, die ihr Glück ausschließlich von anderen abhängig machen, eventuell auch dazu neigen könnten, sich ihr Glück woanders zu suchen, wenn der Partner mal nicht funktioniert, oder Freiraum braucht.
Ist mir zwar nicht passiert, aber dennoch vermute ich das stark. Und dann? Was ist dann das Versprechen am Anfang noch wert? Richtig, nichts.
Zitat von Piper2603: Tut mir leid, aber sobald wir Ängste die in vorigen Beziehungen entstanden sind in die neue einfließen lassen, also quasi den neuen argwöhnisch betrachten, weil er ja das Potential haben könnte genau so ein A.Loch zu sein wie der vorige, dann ist die Beziehung ohnehin zum Scheitern verurteilt
Hier ist erstmal nichts zum Scheitern verurteilt, da es ja bis hierhin erstmal zu passen scheint. Wenn du für dich die Sicherheit brauchst, dass deine Partnerin für immer mit dir zusammen bleiben will, ist das völlig in Ordnung. Es ist aber auch völlig in Ordnung, wenn zwei Menschen ihre gemeinsame Zeit und ihre Beziehung zu schätzen wissen, sich natürlich wünschen das es lange hält oder im besten Fall für immer, aber es eben auch akzeptieren, falls es nicht so sein sollte.
Zitat von Piper2603: Denn man macht dann nur eines, "ich lasse den Menschen nicht mehr so nahe an mich ran, dann kann er mir nicht schaden"
Nun, ich gehe mal davon aus, dass sie ihn liebt. Im Prinzip könnte er sie jederzeit verletzen, wenn er sich trennt. Andersrum genauso. Hier bleiben nur einfach die Märchen weg. Scheinbar wissen beide, dass nichts für immer halten muss, es jedoch aber kann. Demzufolge gibt es keine Versprechungen, von denen man nicht weiß, ob man sie wirklich halten kann und niemand verliert sich in einem Traum aus Versprechungen, der letztendlich platzen könnte und man dann noch härter auf die Fresse fällt.
Zitat von Piper2603: nur lieben und vertrauen bedeutet den Panzer abzulegen und sich verletzbar zu machen und ohne Vertrauen funktioniert keine Beziehung auf Dauer
Was das Vertrauen angeht, stimme ich dir absolut zu.