Unsual83
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selten war ich so froh, ein Forum wie dieses gefunden zu haben. Selten hat es mir so viel gebracht, zu lesen, zu verstehen und zu akzeptieren. Eine unglaublich tolle Seite mit vielen Erfahrungsberichten, die vor allem oftmals eines gemein haben: Es wird besser und es kommen wieder gute Tage. Vom Mitteilen meiner Geschichte erhoffe ich mir einfach Kraft und vor allem keine Fehler zu machen.
Es ist nun eine Woche her, als mir der Boden unter den Füßen weggerissen wurde. Sie, Ende dreißig, hat einen neuen, mich seit mehreren Monaten betrogen und will mich für ihn verlassen. Die beiden Kinder 4 und 7 mittendrin, Hausfinanzierung läuft, das volle Programm.
Wir sind seit fast 11 Jahren verheiratet und waren fertig, die Zukunft gesichert. Ich arbeite voll, sie, nachdem sie sich aufopferungsvoll um die Kinder gekümmert hat, mittlerweile auch wieder halbtags. Alles ist geregelt, Betreuung der Kinder funktioniert mit Hilfe Ihrer Eltern wohnortsbedingt super, quasi die heile Welt.
Unsere Ehe war sicherlich nicht mehr die, die es früher einmal war. Der Alltag hatte uns eingeholt, die Gespräche waren nicht mehr groß vorhanden, das Interesse am gegenseitigen Leben war vorhanden aber sicher nicht mehr intensiv. Der Alltag mit Jobs und Kindern, Haus etc. kräftezehrend, manchmal war es dann einfach erholsam, auf der Couch zu sitzen und handyspielend irgendeinen Mist laufen zu lassen.
Ich merkte, wie ihre Unzufriedenheit wuchs, ein Gespräch war aber nicht möglich. Ich wurde mit zig Vorwürfen konfrontiert, habe es irgendwann für sie als sehr dominanten Typ nur noch versucht alles recht zu machen. Bloß keinen Fehler, damit nicht die nächste Bombe zündet. Meine Mitarbeit in der Familie wurde nicht ansatzweise wertgeschätzt, stattdessen auch hier Vorwürfe. Für die Familie unschöne Arbeitszeiten (8-17, „schau dir den an, der ist schon um 15 Uhr zu Hause und kann soviel mit den Kindern machen). Am Abend dann zu-Bett-geh Rituale mit den Kindern, vor und nachher Haushalt, Einkaufen.
Oftmals auch im Schweinsgalopp nach Hause, da sie ja um 17 Uhr Sport machen wollte. Wehe das passte nicht und ich war 5 Minuten zu spät. Es soll nicht zu negativ klingen, als Team funktionierten wir super und so lief es bis Sommer Monat für Monat ab, immer weiter. Im Sommer hatten wir dann ein erstes wirklich ernstes Gespräch.
Sie offenbarte mir, dass es so nicht weitergeht. Zustimmung auch von meiner Seite, wir waren uns einig, dass das kein Zustand mehr war. Sie offenbarte mir auch, dass sie sich zu jemand anderem hingezogen fühlte (nicht der jetzige), es sei aber nichts passiert.
Entsprechend habe ich mich hinterfragt und versucht, es „besser“ zu machen. Die letzten Monate waren auch besser. Im Nachhinein, das hat sie jetzt zugegeben, auf Grund des anderen. Mir die heile Welt vorgegaukelt mit S… und allem was dazu gehört, es ging sogar öfters von ihr aus, was für mich natürlich den Anschein erweckte, dass wir auf dem richtigen Weg seien. Bis letzte Woche eben.
Nach drei Tagen habe ich meine Fassung wieder gefunden, kann klar denken und habe vor allem durch den Input hier wieder bessere Stunden. Die Kinder stehen für uns an allererster Stelle, mir graut es vor dem kommenden Wochenende, wenn wir es ihnen sagen wollen. Ich schlafe derzeit auf der Couch und werde nach dem Gespräch mit den Kindern zu meinen Eltern gehen. Wir wollen ihnen sagen, dass trotz Trennung der Vater weiter da ist und das auch leben. Sprich ich komme am Tag drauf iwann wieder und wir verbringen den Tag mit den Kindern. Weiter wollen wir dann die Wochenenden so planen wie es jeweils passt. Zitat von ihr, ich nehme dir deine Kinder nicht weg, du sollst sie weiterhin sehen. Der Plan ist auch, dass ich unter der Woche abends öfters komme und die Kinder ins Bett bringe.
Ob das aufgeht auf Dauer weiß ich nicht.
Ich weiß doch auch was in unserem Haus passiert, wenn ich ausziehe. Schlimme Gedanken. Der neue verlässt drei Kinder samt Frau, meine Frau redet schon von zusammenziehen. Klar was der Plan ist, ich soll aus dem Haus raus, der neue kommt rein. Ich werde quasi einfach ausgetauscht. So und nicht anders haben es sich beide in ihrer rosaroten Welt vorgestellt.
Viele werden sich jetzt fragen, warum ich eigentlich ausziehe. Für die Kinder, ganz einfach. Alternativ könnte sie zu ihren Eltern mit den Kindern, diese somit aus ihrem zu Hause gerissen.
Eine unfassbar miese Situation, die mich Gewissenstechnisch an die Grenzen bringt. Wir wollen eigentlich eine friedliche Lösung, umso mehr ich drüber nachdenke, umso weniger bin ich bereit, aus meinem zu Hause zu gehen. Frau weg, Kinder weg, Haus weg. Dann denke ich wieder an die Kinder und ich verzweifele.
Hätten wir im Sommer gesprochen, wäre es eine grundlegend andere Situation, das Betrügen über den langen Zeitraum ändert aber alles grundlegend. Noch einmal, wir haben beide daran gearbeitet, dass die Ehe sich verlor, die sch. am Ende hat sie aber gebaut. Und ich habe das Gefühl, dass das alles ohne Konsequenzen an ihr vorbeigehen soll. Ich wie geschrieben, einfach ausgetauscht werde.
Ich erhoffe mir einfach Meinungsbilder, Lösungsvorschläge. Man kann aus dem ganzen Text sicherlich meine Zerrissenheit herauslesen, ich weiß wirklich nicht, was ich tun soll.
Danke Euch