WhiteKnight
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ich versuch, mich kurz zu halten. Wird aber wahrscheinlich trotzdem ein ellenlanger Text. Danke schon mal an alle, die sich die Zeit nehmen.
Das ist die Situation: ich (m, 42) und meine Frau (39) sind seit gut zwanzig Jahren ein Paar, seit fast fünfzehn Jahren verheiratet und haben zwei Kinder (13, 10). Wir waren ein Vorzeige-Ehepaar, beide aus dem selben kleinen, ländlichen Ort, beide im Sportverein, Jugendtrainer, sozial engagiert, nie weggezogen. Reihenhaus gekauft, Kinder bekommen, beruflich erfolgreich (ich Vollzeit, sie erst zu Hause, mittlerweile wieder 70% im Job). Vor fünf Jahren im familienfreundlichen Neubaugebiet ein schönes Haus gebaut.
Die Kinder sind die Besten, beide machen ihr Ding, Schule klappt ordentlich, Sport auch. Natürlich gehen sie steil in die Pubertät, aber das kriegen wir gemanagt. Haushalt habe ich immer mitgeholfen, geputzt, gebügelt, manchmal gekocht. ich bin ganz sicher nicht der Typ, der seine Frau mal machen läßt. Ich bin ein Harmonie-Mensch, hab versucht, dem Streit aus dem Weg zu gehen, hab nachgegeben und sie in allem immer unterstützt. Ich erinnere mich an einen großen Streit in unserer Ehe, bei dem wir zwei Wochen nicht miteinander geredet hatten und beide gelitten haben wie die Tiere. Seitdem war alles immer harmonisch. Sprich, uns schien buchstäblich die Sonne aus dem Hintern!
Dann vor vier Wochen der Super-Gau. Meine Frau eröffnet mir, sie habe sich bei der Arbeit in einen anderen Mann verliebt, habe bereits einmal mit ihm geschlafen und sie trennt sich jetzt sofort von mir.
Pikant, auch er ist verheiratet, hat zwei Kinder, lebt allerdings ein paar hundert Kilometer weit weg. Sie hätten nicht gewusst, was mit ihnen geschieht, haben anfangs nur belanglos über die Familien gechattet, dann mehr und mehr und sich dann bei zwei persönlichen Treffen die Liebe eingestanden und beim dritten Treffen im Bett besiegelt. Alle beide hätten aber schon beschlossen, erstmal bei den eigenen Kindern zu bleiben. Ist ja klar. Zumindest, bis die größer sind.
Wir hängen mit der Finanzierung des Hauses auch noch einige Jahre gemeinsam drin, und da könnten wir doch in unserem Haus (zum Wohle der Kinder) eine nette Eltern-WG gründen.
Denn Liebe kann sie nicht mehr für mich empfinden, aber ich bin ihr bester Freund, mit dem sie über alles reden könne.
Unsere Ehe war nicht schlecht, ganz sicher nicht. Eher war das Problem der Alltagstrott mit Arbeit, Kinder usw. Alles war harmonisch, aber eben zu lieb, zu nett, zu langweilig. Beide waren wir oft müde, da reichte es nur noch dafür, im Schlabberlook auf dem Sofa zu hocken, fernsehen, und dann ab ins Bett, schlafen, weil morgen geht's ja wieder weiter. Und doch haben wir ein paar Wochen vorher noch lange Spaziergänge gemacht, geredet, für die Zukunft geplant.
Seitdem häng ich in der Achterbahn der Gefühle. Wie hier und anderswo oft beschrieben, hatte ich die Phase des Nicht-Akzeptierens, ich wollte kämpfen für die Liebe, Briefe geschrieben, Gedichte, lange Gespräche.
Jetzt schwanke ich zwischen Unglauben, Wut, Hoffnung, Hoffnungslosigkeit, Trauer, Qual; und das alles ändert sich im Stundentakt.
Und derweil hockt sie abends da und schreibt verliebt in ihr Smartphone oder telefoniert stundenlang.
Dann hatte Sie kurz den moralischen, wollte aus Mitleid bei mir und den Kindern bleiben. Aber schlussendlich hat sie sich dann doch für ihn entschieden. Mittlerweile war sie auch wieder über Nacht irgendwo mit ihm zusammen, und ich saß daheim und hab die Kinder betreut.
Ich bin echt durch, hocke ganz tief in meinem Loch, ertappe mich bei dem schwärzesten aller Gedanken und weiß trotzdem ganz genau, ich muss es akzeptieren, loslassen usw.
Ich wohne mittlerweile im Hobbyraum, wo ich ihr aus dem Weg gehen kann. Vor den Kindern spielen wir noch Theater, die wissen noch gar nichts. Die Belastung ist riesengroß. Vielleicht kann mir hier jemand zumindest etwas Hoffnung vermitteln?