Das ist nicht meine erste Trennnung aus Vernunft..
Ich ziehe solche Männer an (aus den benannten und bekannten Gründen). Ich bin bisher immer sehr anspruchslos gewesen in der Wahl meiner Partner. Der Typ: ewiger Junge, gutherziger Antiheld, Projekt: Partner hat es mir angetan. Es tut gut, das hier mal so zu reflektieren. Wenn ich einmal jemanden in mein Herz geschlossen habe, gebe ich lange nicht auf, trenne mich räumlich, warte auf Einsicht, nehme viel zu viel hin, das gegen mich selbst arbeitet. So ist das. Ich will jemanden retten!

Dabei muss ich mit fast 40 erst mal selbst gerettet werden. Ich denke nicht, dass ich in dieses Loch stürze. Ich bin dieses Mal ganz seltsam klar und nüchtern und ich habe mich schon aus so vielem Schlimmen herauskämpfen müssen. Trauer habe ich schon immer umgesetzt, das ist mein Lebensrezept. Es tut trotzdem gut, sich hier auszutauschen. Danke dafür! Nach der ersten räumlichen Trennung habe ich den typischen Liebeskummer erlebt: Nichts mehr essen, Decke übern Kopf, weinen, weinen und nochmals weinen. Nach einer Woche habe ich mich langsam wieder aufgerappelt und bin viele Dinge angegangen, dann kam das Einlenken von ihm: Wir wollen es noch mal versuchen, von heute auf morgen wieder bei mir eingezogen, viel zu schnell, nichts, als ein halbherziger Versuch, wahrscheinlich entstanden aus Bequemlichkeit, als sich bei seinem Kollegen der Alltag eingestellt hatte, dem er ja eigentlich hatte entfliehen wollen. Jetzt fühlt es sich an, als hätte er mir das Aufblühen nach der ersten Trennung wieder genommen, als wäre ich eine Art Spielball seines Egoismus und seiner Eitelkeit. Dafür kann ich ihn gerade ganz gut hassen. Nicht so, dass ich ihn in den Abgrund wünsche, aber so, dass ich diesen Egoismus sehe und dass ich ihn dadurch auch als Menschen anders sehen kann. Ein erwachsener Mann, der aus reiner Bequemlichkeit und Eigennutz den Seelenfrieden eines anderen Menschen zerstört. Gut, vielleicht ist er krank. Das kann ich nicht leugnen und der Gedanke, dass er gar nichts dafür kann, hat meine Geduld derart auswachsen lassen, aber ich allein kann ihm da nicht raushelfen, wenn er selbst sein Problem nicht sieht. Die arrogante, flapsige Art seiner Antwort, ob ich ihm denn jetzt einen Entzug aufzwingen wolle, ob das also meine Bedingung wäre, hat mir für mich selbst und für ihn die Augen geöffnet. Ich, aus meiner Liebe heraus, bin gar nicht in der Lage, ihn zu retten! Ich weiss nicht, was jetzt kommt. Zunächst einmal wird er ausziehen müssen! Ich fürchte mich vor dem ersten Treffen, weil er jetzt Anstalten macht, meine Bedingungen zu akzeptieren. Aber ich muss einsehen, dass das alles mein Leid nur weiter verlängern wird, weil hier nur noch professionelle Hilfe etwas ausrichten kann, und die wird er niemals in Anspruch nehmen.
Liebe Sabine, möchtest du mir vielleicht etwas mehr über deinen Weg erzählen?