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Gast
ich bin seit 12 Jahren mit meinem Partner zusammen, Höhen und Tiefen inbegriffen.
Seit etwa zwei Jahren gibt es immer wieder Probleme. Mein Partner hat eine ungesunde Einstellung zum Thema Alk., trinkt mittlerweile wenigstens ein bis zwei B. täglich und seit einem halben Jahr beinahe regelmäßig ein Mal die Woche mit seinem Kollegen Härteres, mit dem Ergebnis, dass er dann über Nacht bei dem Kollegen bleibt.
Im alten Jahr kurz vor Weihnachten haben wir uns aufgrund der ständigen Eskapaden (blieb weg ohne Nachricht, Handy aus, geht nicht ran, drückt mich weg) und weil es eine Krönung in Form eines ganzen Wochenendes gab, an dem er nicht erreichbar war und ich schon drauf und dran, die Krankenhäuser durchzutelefonieren, für etwa zwei Wochen räumlich getrennt (wohnte bei dem besagten Kollegen). Anmerkung: Es ist wirklich ein Kollege! Der Verdacht andere Frau fällt weg, da müsste ich mich wirklich komplett in ihm als Menschen täuschen. Obwohl ich die Trennung mehr oder weniger angeschoben habe, war ich am Boden zerstört und dementsprechend glücklich, als wir es schafften, wieder aufeinander zu zu gehen. Aussprachen, etc. Er wollte den Alk. einschränken, sagte, er hätte kein Suchtproblem, wisse eben nur nicht wo seine Grenzen sind und dass die anderen ordentlich zuschlagen, so dass er selbst irgendwann die Kontrolle verliere.
Ok, so weit so gut. Seit Ende Dezember war er nun insgesamt an sieben Tagen verschütt plus einem Weihnachtfeiertag, wo er in meiner Gegenwart ebenfalls viel getrunken hat und einem Abend, an dem er es zumindest geschafft hat, nach Hause zu kommen, dabei aber wie erwartet über die Maßen betrunken war. Ich habe es schon auf alle erdenklichen Weisen versucht: im Spaß, in Gesprächen, mit Ultimatum, das ganze Geschütz. Er selbst hält sich nicht für gefährdet. Wenn ich ihn ans Haus binden will (was ich nicht tun würde, wäre sein Konsum in meinen Augen nicht bedenklich), argumentiert er damit, dass er sich ja wohl nicht einsperren lasse. Stimmt ja auch, will ich ja auch gar nicht. Aber ich werde in diese Rolle gedrängt. Ich fühle mich schon selbst wie so ein Drache mit Bratpfanne, obwohl ich ein freiheitsliebender Mensch bin und klammern meine Sache nicht ist. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Wäre die Kiste nicht schon so verfahren, könnte ich auch ganz anders damit umgehen. So zum Beispiel gestern. Vorgeschichte und die einzelnden Tropfen, die mich dann wieder an den Rand der Verzweiflung gebracht haben: Trotz erwähnter Aussprache und versprochenem Entgegenkommen am Dienstag der Geburtstag eines Kollegen. Aus: "Ich komme später.", wurde ohne Mitteilung ein."Ich komme gar nicht."
Am nächsten Tag eine lapidare Nachricht. Zum Feierabend sitze ich schon wieder auf Kohlen, weil ich darüber reden wollte. Muss ihm hinterrufen: Er steht noch am Bahnhof mit Kollegen. Reden erst mal erledigt. Gestern bahnt sich ähnliches an. Regulär wäre er um 22 Uhr zu Hause, gegen 23,30 versuche ich ihn anzurufen. Erst geht er nicht ran, später drückt er mich weg. Kurz darauf kommt eine Nachricht, er würde sich vor seinen Jungs jetzt nicht mit mir streiten wollen, ich solle es bitte gut sein lassen. Ja, ich weiß, wie das aussieht! Ja, ich erkenne mich selbst nicht wieder! In einem Moment denke ich, er versteht das Problem nicht, im nächsten, dass ich das Problem bin. Ich weiß nicht mehr weiter. Ich habe gar kein Gefühl mehr für mich selbst, also ob ich jetzt übertreibe oder ob ich im Gegenteil viel zu gutmütig bin. Keine Ahnung mehr, echt nicht! Heute kommt dann wieder eine Nachricht, ob ich mich beruhigt hätte und er würde sich ja wohl nicht wie so ein Pantoffelheld immer an- und abmelden. Dann tendiere ich wieder dazu, ihm zuzustimmen. Ich dreh hier bald durch. Von aussen betrachtet: Ist das ganze Problem wirklich nur Teil meiner Überreaktion? Wie soll ich, kann ich, muss ich hier noch einwirken? Hat jemand hier ähnliche Erfahrungen?
Vielen Dank für´s Zuhören!
