NewLife16
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Angefangen hat es vor über drei Jahren. Ich war im Trennungsjahr und meine Scheidung war fast durch. Dann war da dieser Mann, in den ich mich verguckt habe. Damals war er aber noch in einer Beziehung. Diese hatte allerdings wegen Vetrauensbrüchen keine Chance und ist dann auch auseinandergegangen. Zu der Zeit hatten wir uns schon getroffen, aber nichts miteinander. Nur viel geredet. Ich mochte ihn und wollte für ihn da sein. Auch, wenn es mich damals schon innerlich zerrissen hat, dass nicht ich seine Freundin war.
Kurz nach seiner Trennung hat er dann mit mir angebandelt. Allerdings mit viel Heimlichtuerei. Keiner sollte erfahren, dass er jetzt schon wieder jemanden hat und dann gerade mich (wesentlich jünger als er).
Ich bekam das Gefühl, er schämt sich für mich. Doch ich habe gehofft, das geht vorbei.
Mit der Zeit - für mich hat es sich unendlich lang angefühlt - hat er mich dann auch immer mehr Leuten vorgestellt und öfter irgendwohin mitgenommen.
Dann gab es Probleme mit der Wohnsituation. Es war eine ganz doofe Pendelei im Dreieck und ich schlug nach ca. einem halben Jahr vor, dass wir doch zusammenziehen könnten. Er wollte partout nicht aus seiner Wohnung und ich habe das akzeptiert und zog bei ihm ein. Ich dachte, es wäre für ihn auch ok.
Im Nachhinein habe ich erfahren, dass er eigentlich gerne allein wohnen wollte, sich aber nicht getraut hat, es mir zu sagen.
Zudem hatte er seine letzte Trennung kein bisschen verarbeitet und war nur so rasch mit mir zusammen gekommen, weil er Angst hatte, dass ich - jung, attraktiv, intelligent - sofort einen Neuen hätte.
Bevor er mein Partner wurde, hatte ich auch einige Dates. Habe aber alle auf Distanz gehalten, weil ich eben ihn liebte und mir Hoffnungen machte.
Nun gut, wir zogen zusammen - in seine Wohnung - und dann ging alles bergab. Er hatte Angst, ich könnte ihn (wie wohl schon Exen zuvor) - verdrängen. Ich habe komplett alle meine Möbel verkauft und ihm gesagt, es ist ok. Er kann alles von sich stehen lassen. Ich möchte ihn nicht verdrängen. Und das war in Ordnung für mich.
Allerdings wurde ich dann mehr und mehr verdrängt. Ich habe genau ein viertel des Kleiderschranks bekommen. Es war ok für mich. Eine Schublade und ein viertel vom Spiegelschrank im Badezimmer. Ok. Keinen Platz im Bücherregal, meine könnten ja in den Keller. Das war nicht mehr ok und ich habe mir zumindest ein Fach erkämpft.
Ich habe mich nicht "zuhause" gefühlt. Eher geduldet als gewollt. Es gab immer öfter Streit und mit der Zeit erkämpfte ich mir Platz in der Wohnung.
Dann fing sein Gefühl an, eingeengt zu werden. Ich hatte keine gute Kindheit und damals noch ein sehr großes Problem damit jemanden zu berühren, der nach Alk. riecht. Ich habe ihm natürlich nicht verboten, etwas zu trinken oder mit Kumpels wegzugehen. Allerdings sagte ich ihm einmal, als eine richtige "Partywoche" war und er mehrere Tage hintereinander mit Fahne (aber nicht sturzbetrunken!) Heim kam, dass mir das zu viel ist und ich mir wünsche, dass er zwischendrin immer mal wieder einen Tag nicht nach Alk. riecht. Es hat mich einfach angeekelt.
Für ihn war das der Overkill. Es gab nur noch Streit. Ich mache ihm Vorschriften, ich schränke ihn ein...
So ging es eine Ganze Zeit weiter. Wir haben viel geredet und es ist oft im Streit geendet. Ich habe natürlich auch viele Fehler gemacht. Durch meine schlechten Erfahrungen ist für ihn der S... lange Zeit viel zu kurz gekommen. Am Anfang konnte ich gar nicht. Doch weil ich ihn nicht verlieren wollte, habe ich eine Therapie gemacht.
Gegen Ende unserer Beziehung hatten wir immer öfter S... und es war auch schön. Ich dachte, das würde helfen.
Doch da war bereits zu viel vorgefallen. Er hatte panische Angst vor Konflikten und wenn ich ein Gespräch über die Zukunft führen wollte (eigentlich hatten wir gleiche Vorstellungen mit dem Unterschied, dass ich gerne heiraten würde und er nicht) oder ein Problem angesprochen habe, hat er komplett blockiert. Dabei wollte ich nicht streiten. Im Gegenteil. Ich wollte alles sofort klären, damit sich nichts aufstaut.
Er hat auch immer öfter wegen dummen Kleinigkeiten gelogen und das tat mir weh, weil er meinte er schäme sich vor mir und ich würde ihm das Gefühl geben, dumm und wertlos zu sein. Er wisse nicht, warum ich überhaupt bei ihm bleiben würde.
Natürlich habe ich auch schon im Streit Dinge gesagt, die mir leid tun. Und er reagiert auf Stress ganz sensibel mit dem Magen und ich habe mich sehr, sehr oft hilflos gefühlt und es gab lange Streit, bis er sich mal vom Arzt hat durchchecken lassen.
Aber das war doch nur, weil er mir wichtig ist! Weil ich ihn toll finde, so wie er ist. Ein wirklich lieber und wundervoller Mensch.
Mit Problemen, ja. Aber die habe und hatte ich auch. Und ich dachte, wir könnten sie gemeinsam lösen.
Letztendlich hat er sich von mir getrennt. Weil wir beide so nicht glücklich waren. Er sagte selbst, er muss mal wieder Single sein, das hätte er nach der letzten Trennung eigentlich schon tun müssen. Er kann nicht mehr ohne Angst und Vorbehalte mit mir reden. Er braucht Zeit und Raum für sich.
Das kann ich verstehen. Ich war aber nach der Trennung so einsam, dass ich ihn noch kontaktiert habe. Dann trafen wir uns noch ein paar Mal, sprachen, hatten auch S... und ich dachte, so wäre es ok. Er hatte keine Verpflichtungen und ich hatte ihn, Irgendwie. Bis wir in alte Muster zurückgefallen sind. Er sagte, er empfindet etwas für mich, aber keine Liebe. Er vermisse mich im Moment auch nicht und genieße einfach das Single-sein. Das hat mich so verletzt, dass ich nun vorerst den Kontakt vollkommen abgebrochen habe.
Ich kann das Ganze nicht verstehen. Wir hätten wunderbar zusammengepasst. Wir haben so viel miteinander gelacht, konnten so viel miteinander machen, so viel teilen. Er war für mich Partner und Kumpel zugleich.
Doch irgendwelche alten Ängste und schlechten Erfahrungen scheinen so eine Keil zwischen uns getrieben zu haben - schon bevor es eigentlich schön werden konnte - das alles nur kaputt gehen konnte.
Ich habe ihn darum gebeten, sich professionelle Hilfe zu holen. Schon öfter. Ich hoffe, er geht diesen Schritt.
Meine Liebe zu ihm ist ungebrochen. Ich trauere jeden Tag um das, was hätte sein können. Und frage mich, was ich tun könnte, um der Liebe meines Lebens zu helfen. Ihm das Gefühl zu geben, wertvoll zu sein.
Und ich wünsche mir so sehr, dass er mich endlich richtig lieben kann und zurück zu mir kommt
Gab es hier Leute unter euch, die auch schon solche Erfahrungen gemacht haben? Wo eigentlich alles hätte passen könnte, nur die Barrieren im Kopf scheinbar unüberwindbar groß waren?
Es tut einfach so weh, ich möchte diesen tollen Menschen nicht verlieren
