KeinPlan2019
Gast
Ich bin verheiratet und hab mich in meine beste Freundin verliebt, die auch noch 20 Jahre älter ist, ebenfalls verheiratet. Unsere Beziehung ist sehr eng, wir erzählen uns fast alles (man muss sagen, wir kennen uns erst seit 5 Jahren, aber es hat sich alles sehr schnell sehr vertraut angefühlt, sodass wir jetzt dort sind, wo wir sind). Unsere enge Beziehung wird von vielen belächelt, auch wegen des Altersunterschiedes, aber wir harmonieren auf vielen Ebenen, es ist erstaunlich und wunderschön zugleich. Die Freundschaft allein ist für mich fast ein Wunder und lässt mich förmlich erblühen. Wir empfinden es beide als eine wunderschöne, ungewöhnliche, aber uns beiden guttuende Freundschaft.
Ich versuche, mir in ihrer Gegenwart nichts anmerken zu lassen, habe aber natürlich schon angetestet, hab ihr von einem gleichgeschlechtlich Kuss erzählt und auch, dass ich der Meinung bin, man verliebe sich nicht in ein Geschlecht, sondern in den Menschen. Wollte einfach ihre Reaktion deuten. Sie behauptet, total hetero zu sein, sich über Frauen und Intimität noch nie Gedanken gemacht zu haben, fand es aber ok, fast interessant, als ich ihr erzählt hab, dass ich mich des Öfteren schon in Frauen verguckt habe. Ich bin der Meinung, sie müsste fühlen, dass ich mich mit Gefühlen für sie herumschlage.
Seit zwei Wochen hat das Ganze nochmal an Dynamik gewonnen, auch gerade nachdem ich ihr von meinen Schwärmereien für Frauen erzählt habe. Ich durchlebe eine schwierige Zeit und sie unterstützt mich, lädt mich zu sich ein, sorgt sich um mich. Die körperliche Zuneigung wird enger. Als sie mir letztens die Haare aus dem Nacken gestrichen hat und meinen Kopf streichelte, wäre ich fast vom Stuhl gefallen. Sitzen wir nebeneinander auf der Couch, berührt sich immer etwas, unsere Hände, unsere Knie, wir streicheln uns. Man kann das alles platonisch sehen, aber natürlich wenn man es möchte, immer auch gerne anders. Ich habe ihr vor kurzem gesagt, dass ich seit einiger Zeit nicht ich selbst bin, sie fragte, woran das läge. Da meinte ich, an dir. Sie hat nachgefragt, aber ich hab mich nicht getraut, mehr zu sagen. Sie meinte dann zum Schluss, wir saßen nebeneinander, Knie berührten sich, ja mal schauen, wo sich unsere Freundschaft noch hinentwickelt. Dabei sah sie mich schräg von der Seite an und biss sich sanft auf die Unterlippe. Ich habe mir das gemerkt, weil ich es so eine sonderbare Mimik fand. Heute, als wir uns sahen, war sie distanziert, nett, freundlich, aber wieder keine Spur von der Vertrautheit, die wir am Vortag teilten. Ich bin wahnsinnig verwirrt. Ich habe Herzrasen, Schmetterlinge im Bauch, ich schlafe nicht, esse kaum. Ich glaube, dass ich noch nie so verliebt war in jemandem wie sie. Selbst am Anfang in meinen Mann nicht. Ich merke vielleicht gerade zum ersten Mal, was Verliebtsein heißt. Das macht mir wahnsinnige Angst. Ich habe die Befürchtung, dass sie mich zwar mag, mich aber jetzt auf Normalniveau runter holen möchte, weil ihr das unheimlich ist. Ich bin so wahnsinnig verwirrt, gestern war alles himmelhochjauchzend, heute zu Tode betrübt. Mal ganz zu schweigen davon, dass ich einen Mann habe, den ich auch sehr liebe.
Gibt es vielleicht Meinungen oder Ratschläge?