Liebe Lucky,
Zitat:Je mehr Vorwürfe ich an die Schwierigkeiten meines Mannes adressieren würde, um so unselbständiger wäre ich.
Ich war getrennt doch nur scheinselbständig.
Du merkst, dass sich gerade verstärkt skeptische Stimmen zu Wort melden, die hinterfragen, warum du diese Monologe führst, die oft in einer Beschwörung des Status quo enden.
Ich glaube, ich kann die "helfersyndromige" Art zu denken und zu fühlen, wie du sie beschreibst, aufgrund eigener Prägung gut nachempfinden.
Und ich kenne aus eigenem Erleben die Situationen mit dem narzisstischen Gegenüber, wie du sie neulich im anderen Thread beschrieben hast: wie den gemeinsamen Ausflug, bei dem er kalt, ja mit sadistischem Vergnügen über deinen Wunsch hinwegging. Da warst du mal kurz richtig wütend - zu Recht.
Kann es sein, dass es dir gerade einfach (auch wegen solcher demütigender Situationen!) nicht so gut geht?
Und dass du hilfesuchend bei deiner Beraterin warst und sie leider deinen Blick auf dein vergangenes "schuldhaftes, ehewidriges" Verhalten gelenkt hat? Da klingt viel traditionelles christliches Aushalten- und Ertragensollen und -wollen durch.
Darin bist du gut! Das kennst du!
Willst du den Weg weitergehen im Mitgefühl mit deinem armen, an Narzissmus erkrankten Mann? (Wenn man es so betrachtet, sind die Diktatoren dieser Welt auch ganz arme Schweine und verdienen unsere Liebe und unser Mitgefühl.)
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Mich würde aber mal konkret interessieren, was wirklich schön ist an eurem Zusammensein. Gibt es noch Freude, Nähe, Humor, Zärtlichkeit? Habt ihr euch was zu erzählen? Geht ihr Hand in Hand? Schreib doch mal genauer, wie ihr miteinander seid.