whynot60
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@earthgirl
Ja, das ist schon richtig: Wenn es Lucky damit gutgeht, ist alles prima.
Jeder geht ohnehin seine eigenen Wege und muß damit auf diese oder jene Weise zurechtkommen - und selbstverständlich kann - ganz allgemein gesagt - jemand auch einen Leidensweg gehen, wenn ihm das gefällt oder er meint, das müsse eben so sein oder habe etwas Gutes, Sinnhaftes, Geglücktes an sich (das man vielleicht erst im Jenseits ernten kann).
Allerdings geht es hier ja, wie der Titel des Threads schon sagt, um eine Verallgemeinerung, nahezu um einen Wegweiser wie aus einem dieser typischer weltverdrehenden Ratgeberbücher, die einem sagen wollen, was man zu tun und zu lassen hat, was richtig und falsch ist.
Und das ist das Problem. Denn ich halte diesen Weg, den die TE geht und auf dem sie sich offenbar moralische Rückenstärkung holen will, indem sie andere von der Richtigkeit und Wertigkeit dieses Weges überzeugen will, weil offenbar die eigene Überzeugtheit nicht so stark ist, daß sie auf eigenen Beinen stehen und auf den eigenen Füßen laufen kann, nicht für einen Weg, zu dem man tatsächlich raten könnte.
Man muß sich ja einmal die tatsächlichen Ergebnisse ansehen, die ein solches Verhalten, eine solche Einstellung, eine solche Zielsetzung mit sich bringen. Und diese sind nicht eben erfreuliche, gelinde gesagt. Denn selbst, wenn man sich etwas schönredet oder ihm gar einen höheren oder tieferen Sinn verleiht, bleiben die Wirkungen ja nicht aus, weil es im Menschen auch Instanzen gibt, die sich nicht täuschen lassen. In Gedanken kann man sich alles Mögliche ausmalen und umdichten, aber im Wesenskern bleibt dennoch alles so und wird so empfunden, wie es nun einmal tatsächlich ist.
Wenn man etwa beleidigt oder gar geschlagen wird, kann man sich natürlich auch sagen, das geschehe ja nur zum eigenen Besten oder sei eine Prüfung oder der Partner sei eben so oder sonst etwas - und dennoch klatscht und schmerzt es oder bricht einem gar die Knochen.
Aber, um es noch einmal zu sagen: Das ist klarerweise jedem selber überlassen.
Aber zu meinen, dies sei sozusagen die Lösung des Problems (dulden, sich schuldig fühlen, auf bessere Zeiten hoffen, den Sinn darin finden, sich in sein Schicksal fügen usw.), die allen, die in ähnlichen Situationen sind, nur angeraten werden kann, ist nicht nur falsch, sondern sogar gefährlich. Denn daß dabei nichts Gutes herauskommen kann, scheint mir offensichtlich und beweist sich ja auch immer wieder.
Es gibt in uns ja nur einen wirklichen "Wegweiser": Glück auf der einen, Leid auf der anderen Seite. Wohin sich jemand wendet, wovon sich jemand leiten läßt, ist allerdings selbstverständlich ihm überlassen.
Liebe Grüße