Cherryberry89
Mitglied
- Beiträge:
- 8
- Themen:
- 1
- Mitglied seit:
Durch meine Schwester bin ich auf dieses tolle Forum gestossen und auch seit einigen Tagen in den Beiträgen am stöbern. Aus aktueller Notlage heraus möchte ich auch gerne mein Problem schildern und hoffe, dass mir jemand dabei helfen kann. Gerne einmal kurz zu der Vorgeschichte:
Ich, weiblich 26 Jahre habe Anfang Dezember ihn, 22 Jahre kennengelernt. Es hat von Anfang an einfach perfekt gepasst, wir waren vom ersten Tag auf einer Wellenlänge und dieser Mann hat mich einfach umgehauen. Wir verbrachten perfekte drei Monate zusammen, wo einfach alles passte. Die Kommunikation, die Gespräche, die Momente, der Sex, der Kontakt - es war einfach alles so wie ich es mir immer erträumt und gewünscht habe und ich hätte nie gedacht, dass ich diesen Mann noch finde.
Anfang März hatte ich eine OP und musste auch danach ziemlich starke Medikamente einnehmen. Meine psychischer Zustand der sowieso nie so stabil war, hat sich durch das extrem verschlechtert und ich war extrem labil. Meine starken Selbstkomplexe, Unsicherheit und Verlustängste die ich noch von der Jugend und Kindheit in mir trage (bin in Behandlung) kamen zum Vorschein und ich machte ihm täglich Vorwürfe wie er sei nicht mehr der selbe wie vorher, er schreibe nicht mehr soviel, der Sex wird weniger, er verändert sich und distanziert sich undund. Ich bin in eine Art Loch gefallen wo ich alles nur noch Negativ und nicht mehr wie früher sah. Wir diskutierten ziemlich viel und stritten einige Male ziemlich heftig. Diese Punkte stimmten schon teilweise, aber ich sah wie nicht ein, dass dies der normale Lauf in einer Beziehung ist. Durch die Streits wurden die Aufmerksamkeiten natürlich auch weniger und es war eine Art Teufelskreis. Auch seine Nerven lagen blank und er begann ebenfalls Streitpunkte zu suchen. Mit seiner impulsiven Art wurden die Streits immer schlimmer und schlimmer. Es flossen Beleidigungen, Drohungen, Wut, Tränen... Dies bis wir uns gegen Mitte April fast getrennt hätten. Wir hatten einige Tage keinen Kontakt und waren beide ziemlich im Loch. Schlussendlich kam das klärende, lange Gespräch und wir haben beide die Fehler eingesehen und uns fest vorgenommen das hinzukriegen und dass wir durch diese Streits jetzt den Partner viel besser kennt und einschätzen kann, auch in negativen Situationen.
Seit dem sind fast 6 Wochen vergangen und wir haben es wirklich hingekriegt uns respektvoll und liebevoll zu begegnen. Auch ich komm damit klar, dass die Beziehung sich verändert und halt nicht mehr die 100%-ige Aufmerksamkeit von Anfang da ist und dass das normal ist. Und meine Selbstkomplexe nicht durch ihn gebessert werden können sondern nur durch mich ganz alleine. Er hat mir dabei auch sehr geholfen und
war immer für mich da.
Dies zu der Vorgeschichte, nun aber zum aktuellen Problem, welches viel grösser ist...Traurig
Mein Freund ist ein sehr intelligenter Mann, hochbegabt, musste nie gross lernen und hatte immer die besten Note. Eine Wahnsinns-Fähigkeit seine Gedankenzüge selbst zu beeinflussen und hat sich extremst unter Kontrolle. Seit seit einigen Jahren hat er Probleme mit Migränen-Anfälle. Vor einigen Monaten hat es angefangen mit neuen Symptomen. Er hatte teilweise kleine Blackouts, wusste nicht mehr wo er jetzt hinfahren wollte, was er im Fitness trainieren wollte etc. Teilweise mit der Migräne hatte er Bewusstseinsverluste, war kurz weggetreten und nicht mehr ansprechbar. Vor fast zwei Monaten, also kurz nach unserer Streitphase haben diese Anfälle radikal zugenommen und sein Zustand hat sich wöchentlich verschlechtert. Er hatte plötzlich täglich schlimme Bauchschmerzen und Kopfschmerzen. Seine Konzentrationsfähigkeit nahm sehr schnell ab, mittlerweile ist es soweit, dass er einfache Abläufe sich nicht mehr merken kann.
- Blackouts (wo bin ich, was mache ich da?), Bewusstseinsverlust, Kopfschmerzen, Schwindel, Bauchschmerzen, Anfälle mit dem Gefühl betrunken oder auf Dro. zu sein, teils vergisst er nach einem Anfall das ganze vorherige Gespräch erinnert sich an nichts, er ist sehr schnell überfordert in Alltagssituationen, sich mehrere Sachen nacheinander vorzunehmen sind nicht mehr möglich, er vergisst eigentlich fast alles (vorher nie was), Probleme mit einfachen Gedankengängen, Gefühl das er schläft obwohl er wach ist, bei Diskussionen und Gesprächen schweift er ab und hat nur noch eine elende Leere im Kopf und gar keine Wörter mehr dazu und er ist extrem schnell mit allem überfordert. letzte Woche ist er auch einmal in meinen Armen zusammengebrochen...
Das sind einige Symptome. Die haben ihn und mich natürlich extremst belastet, da es so schnell immer schlimmer wurde. Vor zwei Wochen ist er endlich zum Neurologe gegangen, der ein MRT und ein EEG von ihm gemacht hat. Der Neurologe hat auf einer Vermutung basierend die Diagnose festgestellt, dass er eine Vorstufe von fokalen epileptischen Anfällen mit Bewusstseinsstörung hat. Er hat ihm das Medikament Topamax verschrieben, mit dem er jetzt eine 4-6 monatige Kur machen muss. Er soll mal versuchen wie es anschlägt, die genaue Diagnose kriegt er noch. Die sollte er eigentlich Mitte vorletzte Woche erhalten, hat aber bis heute Nichts bekommen... Aber natürlich mal irgendwelche Medikamente verschreiben, typisch Arzt!
Mein Freund hat dooferweise in drei Wochen seine Uni-Prüfungen, die eigentlich für ihn problemlos ohne grossen Aufwand immer zu bewältigen waren, jedoch mit diesem Gesundheitszustand, dieser Diagnose, dieser Ungewissheit ein extremes Problem und einen riesen Druck für Ihn darstellen... Er kann sich ja fast nicht mehr konzentrieren, geschweige denn leisten... aber er muss...Ihm geht es natürlich sehr schlecht mit allem, mit dem Druck der Prüfungen, der Diagnose, der Angst und Ungewissheit vor der Krankheit und das sein ganzes Ich einfach in sich zusammenfällt. Mir geht es genau so, es beschäftigt mich sehr, ich bin oft sehr traurig und mitgenommen.
Deswegen jetzt gerne einmal zum eigentlichen "Beziehungs-Problem"
Seit dies so extrem wurde mit seinem Gesundheitszustand und diesen Anfällen, kriege ich das ja auch täglich mit. Wie er wieder Schmerzen hat, wie er wieder wichtige Dinge vergisst, wie er niedergeschlagen ist, wie er keinen Sex mehr will, wie er sich nicht mit alldem befassen will...Das ganze hat sich eigentlich noch in Grenzen gehalten, da diese Anfälle ja nur teilweise waren und nicht im ganzen Alltag und Wesen von ihm aufgetreten sind. Seit etwas mehr als zwei Wochen muss er aber jetzt diese "Topamax" Medikamente nehmen und seitdem wurde es richtig schlimm.
Er ist emotional soooo distanziert, er ist kalt geworden, hat Stimmungsschwankungen, er sieht nur noch sich selbst und niemand anderen mehr. Mir geht es seit zwei Wochen verschissen, ich bin unendlich traurig wegen all dem, wegen ihm, wie er sich jetzt zu mir verhält. Deswegen weine ich viel, bin traurig, und mittlerweile habe ich eine Woche fast nur schlaflose Nächte gehabt mit Einsschlafsstörungen von jeweils 4-7 Stunden... Er hat das mittlerweile mitbekommen, aber es interessiert ihn einfach einen Dreck. Er macht mir noch Vorwürfe, dass ich ihn doch nicht wecken soll in der Nacht wenn ich immer aufstehe... Es interessiert ihn nicht dass es mir so schlecht geht, was ja sogar wegen ihm ist. Es sind weitere Situationen aufgetreten, in denen er einfach nur emotionslos und gemein war.
Seit dieser ganzen Zeit hat sich unser s.uelles Leben massiv verändert. Von Anfangs 5 x am Tag, was dann natürlich schon etwas abnahm, sind wir mittlerweile bei gar nichts mehr. Die letzten paarmal kamen von mir aus, teilweise lag er fast regungslos da, oder wir mussten den Sex plötzlich abbrechen weil seine erek. weg war. Es gab in den letzten Wochen keinen einzigen Versuch mehr von ihm, indem er einmal auf mich zukommt, mich "packt" und verführt oder anfasst. Rein gar nichts! Ich weiss er ist krank, er hat Stress und Druck, und da leidet die Sexualität drunter. Er wagt jedoch nicht einmal einen Versuch, mich mal anzufassen, rein gar nichts. Und ein bisschen Vorspiel oder Petting, rumknutschen etc hat ja noch lange nichts mit Sex zu tun und gehört in einer Beziehung auch dazu. Dies beschäftigt mich sehr fest und ich habe sicher schon dreimal das Gespräch deswegen gesucht. Habe ihm gesagt, dass es mich verletzt, verunsichert, ob er mich nicht mehr attraktiv findet, ob er keine Lust hat, was los sei? Und er sagt immer nur er hat keine Lust, er weiss nicht wieso, es geht nicht... Dann sage ich, mach dir doch einmal Lust die kommt nicht von alleine. Sagt er, geht nicht. Wieso geht es nicht? Weiss nicht.. Wenn du neben mir liegst, wieso geht es nicht, dass du dich auf mich raufliegst? Geht nicht, weiss nicht wieso.... So führen wir stundenlang ein Gespräch! Ich verstehe absolut gar nichts mehr. Wie kann so etwas nicht gehen? Hab ihm gesagt er solls für mich machen, für unsere Beziehung. Aber er ist nicht fähig dies umzusetzen. Und es bringt mich zum durchdrehen weil ichs NICHT versteh. Und es ihm einfach so schei. ist. Ich erkenn diesen Menschen nicht wieder.
Weitere Probleme sind, dass ich von ihm erwarte, dass er seine Diagnose endlich einmal einholt und nicht einfach irgendwelche Medikamente schluckt, die scheinbar ja grob seine Persönlichkeit und sein Wesen verändern und zerstören. Auch soll er sich eine zweite Meinung einholen, weil für mich hat das Ganze nicht gross etwas mit Epilepsie zu tun. Es ist ein Dauerzustand bei ihm und nicht eine Art Anfall! Auch sage ich ihm immer wieder er soll in die Akkupunktur, Heilpraktiker, irgendwas, aber er soll was machen zur Unterstützung. Er soll zum Uruloge wegen den Erektionsproblemen etcccc.
Er blockt einfach immer nur ab. Es interessiert ihn nicht, er will nicht. Er will das Problem nicht einsehen. Er hört mir nicht zu und lässt sich nicht helfen. Ich hab ihm gesagt, dass ich irgendwann weg bin, wenn er nichts dafür macht und sich an der Situation nicht ändert. Als Antwort kam, ja das kann er verstehen, dann ist das halt so, er kanns auch nicht ändern! Ich meinte doch, wenn du mich liebst und unsere Beziehung, dann machs für mich, kämpf für mich, für uns und lass dich nicht ins Loch fallen! Er realisiert einfach GAR NICHTS mehr. Er hört auch nicht auf mich und ich bin mit den Nerven so am Ende, weine wirklich nur noch, da ich nicht mehr weiss was noch richtig oder falsch ist. Wie soll ich mich verhalten?
Ich möchte eigentlich 100% für ihn da sein und ihn unterstützen und so akzeptieren wie er ist. Doch verletzt mich das Ganze so sehr, seine kalte emotionslose Art, das ihm alles egal ist, dass er naiv einfach Medikamente schluckt die ihn zerstören und alles nur noch schlimmer machen. Das unser Sexleben, also auch ich, ihm so egal sind. Er war der Mensch der Medikamente hasste, der immer positiv sprach, mir aus meinen Problemen heraushalf und die schwachen Menschen hasste. Und jetzt schau ich ihn mir an und er ist all das geworden. Ich erkenn ihn nicht wieder. Ich hab das Gefühl ich verlier ihn Stück für Stück. Er steht neben mir, trotzdem vermisse ich den alten Menschen den er mal war.
Ich denke, also ich habe die Hoffnung, wenn gegen Ende Juni die Prüfungen vorbei sind, wird es ihm sicher besser gehen. Evtl. wird er sich dann auch endlich mal um seine Krankheit kümmern und es akzeptieren.
Doch wie verhalte ich mich in so einer Situation? Wie gehe ich damit um? Wie kann ich gut zu ihm sein wenn mich das alles so verletzt? Wie kann ich mit dem Sex, den Zärtlichkeiten an die er ja nichtmal mehr denkt umgehen? Wie geh ich nicht selbst daran kaputt? Ich weiss wirklich nicht mehr weiter. Ich denke ich habe ihm aus verletzender Position zuviele Vorwürfe gemacht, und ihm auch einen ziemlichen Druck gemacht. Wir haben gestritten, diskutiert. Das kann er doch alles jetzt gar nicht gebrauchen... Doch wie kann ich anderst? Ich weiss es wirklich nicht...
Ich würde mich wahnsinnig über ein paar Tipps freuen, vielleicht hat jemand von euch auch was ähnliches erlebt und kann mir weiterhelfen? Vielen Dank im Voraus.
eure Cherryberry
