Amb25
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ich schreibe euch ohne besondere Erwartungen, einfach um einen Teil meiner Geschichte mit euch zu teilen. Vielleicht erkennt sich der ein oder andere darin wieder.
Ich war verheiratet. Wie viele andere begann ich dieses Abenteuer mit der Vorstellung, dass Liebe durch Anstrengung, Geduld und Treue zum Familienprojekt geschützt wird. Ich wollte etwas Solides, Dauerhaftes und Beruhigendes aufbauen. Doch mit der Zeit, ohne Geschrei oder dramatische Verrätereien, bröckelte etwas. Schweigen nahm mehr Raum ein als Gespräche. Wir gingen zwar weiter, aber nicht mehr in dieselbe Richtung.
Die Scheidung war keine Erleichterung. Es war ein sauberer Schnitt, scheinbar ordentlich, aber eine schwere Last. Das Schwierigste war nicht die Trennung selbst, sondern der Blick meiner Kinder, ihre unausgesprochenen Fragen und die Verantwortung, stabil zu bleiben, während ich mich innerlich so zerbrechlich fühlte. Heute sehe ich mich weder als Opfer noch als Überlebende. So wie ein Mann, der manchmal zu spät lernte, dass Liebe Schaden nehmen kann, wenn man aufhört, auf sich selbst zu hören, wenn man gibt, ohne auf sich selbst zu achten, wenn man glaubt, bloßes Festhalten genüge.
Wenn ich dies schreibe, dann nicht, um etwas zu suchen, sondern um zu verstehen. Eine Reise in Worte zu fassen, hilft, mit bestimmten Phasen Frieden zu schließen. Das Lesen der Geschichten anderer erinnert uns auch daran, dass unsere Geschichten, so unterschiedlich sie auch sein mögen, oft ineinandergreifen.
Wenn dieses Zeugnis jemandem helfen kann, sich in seinen Schwierigkeiten etwas weniger allein zu fühlen, dann hat es seinen Zweck erfüllt. Vielen Dank an alle, die sich die Zeit nehmen, dies zu lesen. Und Mut allen, die vorwärtsgehen, manchmal müde, aber immer noch.