@leilani1801
Ich danke auch dir für deine Erfahrungen. Ich für meinen Teil versuche jetzt aber mich von Cluster-B Persönlichkeiten komplett zu distanzieren. Vielleicht ist der Unterschied, dass hier gerade die weiblichen Betroffenen viel mit extremer Verführungskunst und extrem s. aufreizendem Verhalten auffahren. Ob hier die Cluster-B Männer s. ähnlich stark auf weibliche "kompatible" Persönlichkeiten wirken kann ich nicht beurteilen. Im Falle von mir und den weiblichen Betroffenen: Wie das dann endet, wenn ich es auf der freundschaftlichen Linie versuche, ist hier ja beschrieben.
Wer im Glashaus sitzt, sollte zwar nicht mit Steinen werfen, aber besonders viel gutes und bereicherndes lese ich bei dieser Beschreibung von diesem Mann nicht heraus. Aber wie gesagt, ich kenne diese Intensität von solchen Kontakten und deren Abhängigkeitspotential. Dir scheint dein Verstand ja auch zu sagen, dass hier sehr viel falsch läuft und er auf Dauer für dich unerträglich wäre. Das Erleben ist dann meiner Erfahrung nach wieder komplett etwas anderes, deshalb scheinst du dir gelegentlich diesen "Kick" bei ihm zu holen. Vermutlich wirklich einfach eine Entscheidungssache, wieviel einem dieser "Kick" wert ist. Ich für meinen Teil habe mich dazu entschieden: Nein, dieser teils bewusste und teils unbewusste Stress mit diesen Frauen, die langfristigen Schäden die sie hinterlassen, sind mir diese "Kicks" nicht mehr wert. Seit der Kontakt mit der letzten Betroffenen abgebrochen ist, fühle ich mich sogar wesentlich entspannter.
@Kontra
Zitat:Habe die letzten Tage ob des Nichtmeldens schon ein paar Mal gedacht: Na, gab's da wohl ein Comeback mit der Ex?
Hej Kontra, freue mich auch wieder von dir zu lesen. Nein, ein Comeback ist nach wie vor ziemlich das letzte was ich wollen würde.

Ich fühle mich wie oben erwähnt wesentlich entspannter ohne sie. In der Zwischenzeit bin ich ihr sogar mal beim feiern in einem Club über den Weg gelaufen bzw. habe sie dort an der Bar sitzen gesehen. Ich weiß nicht, ob sie mich gesehen hat, ich für meinen Teil habe dann den Raum gewechselt, bin mit Freunden auf die Tanzfläche auf der anderen Seite der Diskothek und hab mich an eine hübsche Arbeitskollegin von einer anderen Abteilung, der ich dort begegnet, bin rangeschmissen. Ich bin ihr dann den weitern Abend auch nicht mehr begegnet, habe sie nicht mehr gesehen.
Zitat:Ist dir aber auch selber aufgefallen, wie häufig du was in die Richtung erwähnt hast?
Ich glaube ich lese bei Gelegenheit nochmals den gesamten Thread, um darauf zu achten. Aber nein, damals fiel mir das selber nicht auf, ich dachte mir: "Hä? Wie kommt sie jetzt darauf? Irgendwie ist ja schon doch was dran..."

Ich denke, dass ich jetzt selber mehr, mit deinen Hinweisen, in dieser Richtung erkennen werden würde. Und ich schätze in diesem Bereich, gab es jetzt bei mir auch ziemliche Fortschritte (zumindest im Bereich erkennen/benennen), seit ich den Thread erstellt habe.
Zitat:Ich sage doch schon die ganze Zeit: Du bist ein schlaues Kerlchen.
Danke.

Dann scheinst du hier ähnliches bei mir vermutet zu haben, wie in diesem Absatz beschrieben. Jetzt frage ich mich nur: Wie werde ich dieses Verhalten wieder los? Ich weiß nicht, ob hier reine mentale/bewusste Selbstkontrolle (à la: Wenn ich mich beim "Beschützen" erwische, etwa mir selber zu sagen: Stop, hör auf damit, sie ist eine unabhängige Frau, die das nicht braucht und du schadest damit eurer Beziehung) ausreichend ist... Andere Möglichkeiten fallen mir jetzt gerade nicht ein.
Zitat:Das liegt auch vermutlich daran, dass da dieser Beschützer-Anteil NOCH nicht nötig war - um in Sinne des vorherigen Abschnitts zu sagen: Du musstest dich nicht künstlich in eine überlegene(re) Position bringen, bzw. hattest das Gefühl NOCH nicht.
Ich würde bei der Trennung von 1) sogar von einer ziemlichen Traumatisierung sprechen. Sie war die letzte Frau, die ich komplett ungefiltert und ohne Schutzmechanismen an mich rangelassen habe, auch die letzte Frau für die ich diese extremen Gefühle hatte (ich glaube ich liebte sie wirklich) und diese uneingeschränkt zugelassen und mit ihr ausgelebt habe. Nach wenigen Monaten war ich mit ihr gedanklich schon fast "unter der Haube", sie war für mich die Frau fürs Leben. Zu diesem Zeitpunkt sagte ich ihr das noch nicht, wusste selber, das ist übertrieben. Sie sprach dann wenig später von sich aus aus, wie unglaublich und anders das doch alles mit mir sei, dass sie denke ich sei ihr Mann fürs Leben, dass sie ihre Zukunft mit mir verbringen will, plante gemeinsame Urlaube bereits ein halbes Jahr im Voraus etc. Triggerte meine Zukunftswünsche. Dann die großen Liebesgeständnisse von ihr. Dann die plötzliche Trennung aus der vermeintlichen Idylle heraus, ohne mir bekannten Auslöser, von einem Tag auf den anderen. (Ihre Gefühle seien plötzlich weg gewesen, sie wünschte ja selber, dass das nicht so sei, es sei wirklich alles perfekt gewesen...) Und dazu eine plötzliche Eiseskälte von ihrer Seite aus.
Die Trennung von ihr hinterließ bei mir einen Zustand, den ich als den schlimmsten und schmerzhaftesten in meinem Leben bezeichnen würde und eine gefühlte Ewigkeiten dauerte bis sich dieser besserte. Monatelang erkannte ich mich selber kaum wieder, konnte über nichts mehr lachen, alles ging mir hinten vorbei, Suizidgedanken, innere Leere, Trauerschübe, ein Stresslevel das mich manchmal fast zum platzen brachte, fühlte mich meist von allen allein gelassen, wusste nicht wohin mit meinen Gefühlen - bei den letzten beiden Punkten war hauptsächlich mein Therapeut die große Ausnahme, Freunde waren überfordert, aber wenigstens manchmal für mich da - alles in allem es war ein Zustand der teilweise meine sonst so starken Bewältigungsstrategien an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit brachte. Oder auch nicht, trotz dieses Zustands brachte ich noch die gewohnte Leistung bei der Arbeit etc. und zur kompletten psychischen Dekompensation kam es nicht. Gefühlt schoss ich aber immer wieder um Haaresbreite an dieser vorbei, dachte mir immer wieder: "Jetzt noch ein kleiner Tropfen und das Fass läuft über."
Ich denke, es war diese Erfahrung, seit der ich mich nicht mehr auf Frauen eingelassen habe, ohne mich auf irgendeine Weise zu schützen und in überlegene Position zu bringen. Aber es ist ja so auch keine Dauerlösung. Vielleicht noch etwas besser als die komplett "schutzlose" Annäherung bei 1) aber trotzdem noch ziemlich sche.... Vielleicht sollte ich hier etwas Richtung "Mittelmaß" zurückrudern, sollte mir die richtige Frau dafür begegnen.
Jetzt noch als Anekdote aus meinem Leben

: Auf der anderen Seite schien der Beschützer-Anteil schon früher bei mir manchmal recht aktiv gewesen zu sein. Mit 13-14 Jahren in der Schule. Meine damalige (erste) Ex-Freundin ging mit mir in die Klasse. Eigentlich noch ganz interessant: Hier und in diesem Alter verhielt ich mich selber stark wie 1). Aber eben mit 13-14, ich glaube da waren noch viele so. Zuerst Lovebombing, hielt einmal mit ihr Händchen, schrieb ihr am selben Abend, dass ich sie über alles Liebe, hatte sie kurz darauf "am Haken". Ich war aber auch wirklich in sie verliebt. Sie wurde meine erste Freundin, mit ihr hatte ich meinen ersten Kuss und meine ersten s. Erfahrungen. Nach (traumhaften) 3 Monaten war meine Verliebtheit (wie bei 1) ebenfalls von heute auf Morgen und schlagartig, ohne dass sie etwas dafür konnte) weg, ich empfand sie plötzlich als einengend (sie wollte jeden zweiten Tag etwas mit mir unternehmen), distanzierte mich mehr und mehr, sie wurde dadurch immer verzweifelter, wollte wissen was plötzlich los ist, gab sich unglaublich Mühe um mich, was mich aber immer noch weiter auf Distanz brachte - Ich empfand damals das alles nur als "nervig", die Arme konnte nichts mehr richtig machen. Dann machte ich im Affekt Schluss mit ihr, als sie mich wieder einmal mit der Frage "Willst du mit mir Schluss machen?" über MSN (das waren noch Zeiten) nervte und nicht auf eine Aussprache die ich ihr Anbot warten wollte. Nach der Trennung war sie fast 3 Wochen nicht in der Schule, danach kam sie als ziemliches Frack zurück. Vielleicht war 1) mein persönliches Karma dafür, ich kann mir jetzt vorstellen, was sie vielleicht durchmachte.
Weiter mit der Geschichte und zurück zum Beschützer-Modus: Wenige Monate später nervte mich ein Junge aus der Klasse. Er war (aus jetziger Einschätzung) etwas Verhaltensgestört, hatte keine Freunde in der Klasse, holte sich seine Aufmerksamkeit, indem er versuchte jedem auf den Sack zu gehen und zu provozieren. Dabei wechselte er oft im Minutentakt von einem der Mitschüler zum nächsten, piekste mit dem Finger, beleidigte etc., hoffte auf Reaktionen. Er war dann mal wieder bei mir, beleidigte mich, meine Eltern etc. Ich durchschaute schon damals, gib ihm wenig Aufmerksamkeit dann ist er schneller wieder weg und geht zum nächsten, der sich vielleicht drauf einlässt. Es juckte mich wenig, belächelte ihn eher. Dann folgte eine extrem derbe Beleidigung an meiner Ex, auch sie hörte es und war sichtlich getroffen. Damit stieß er auf einen gewaltigen Trigger bei mir, ich kochte innerlich kaum hatte er diese Worte ausgesprochen. Einen Moment blieb ich noch ruhig, hörte noch den Kumpel neben mir sagen: "Dieser H.sohn." zuckte dann komplett aus, sah nur noch im Tunnelblick und schlug diesem anderem Jungen vor versammelter Mannschaft 5x mit voller Wucht ins Gesicht, ich gab meinem Körper nicht mal das Signal zum schlagen, er machte es von selber. Er lag dann blutüberströmt mit mehrfachen Trümmerfrakturen im Gesichtsbereich auf dem Boden. Keine schöne Story, aber ich frage mich war das auch etwas mit dem Beschützer-Modus, oder ging das eher Richtung narzistische Kränkung? Für mich ging das Ganze dann glimpflich aus, das ganze wurde intern und außergerichtlich geregelt, ich hatte meine ganze Klasse hinter mir und dadurch dann auch die Lehrer. Ebenso meine Eltern, die dann für mich außergerichtlich einiges an Schmerzensgeld an ihn bezahlt haben, womit die Sache erledigt war.
Zitat:Ist dir eigentlich klar, wie spannend diese Diskrepanz bei dir ist? Also spannend im wahrsten Sinne des Wortes - an-spannend? Denn du wünschst dir Sicherheit (deswegen das Beschützen bzw Kippen der Machtverhältnisse in der Beziehung), suchst dir dafür aber Menschen aus, die a) selber Sicherheit gar nicht geben können und findest sie b) genau deswegen auch anziehend?
Schräg und (an)spannend.

Mittlerweile wird mir das immer bewusster. Ich hoffe, dass ich das alles bald in Vergangenheitsform setzten kann, wenn ich daran weiter arbeite und ich dann sagen kann: Früher wünschte ich mir Sicherheit und suchte mir dafür Menschen aus, die diese nicht geben können und fand sie deshalb anziehend. Schräg nicht?
Zitat:Ah ja..? Gar nicht so wie vorher?
GAR nicht ist übertrieben.

Aber es gab schon eben diese Unterschiede. 3) hatte z.B. Therapeuten, DBT-Gruppe etc. im Hintergrund und wirkte trotz ihren ganzen Lastern auf mich nicht schwach oder ähnliches. Es gab auch mit ihr viele Situationen, in denen ich in den Beschützer Modus wechselte, allerdings denke ich, dass sie viele ihrer Probleme auch eben in ihren therapeutischen Settings oder selber löste, der Kontakt war insgesamt nicht so stark darauf aufgebaut wie bei 2).
Zitat:THIS! "You gotta be mature enough to realise you have some toxic traits, too. It's not always and only the other person."
Sehr, sehr wichtig, dieser Satz.
Selbsterkenntniss ist der erste Weg zur Besserung... Hoff ich mal.
Zitat:Da muss ich noch mal drüber nachdenken. Schreibe dir dazu eventuell noch eine PN.
Bin ich gespannt, ob dir noch was einfällt. Würde mich freuen.
Zitat:Warum ist es dir so unangenehm, diese depressiven Gefühle zuzulassen? Klar, sie sind nicht schön, aber was daran musst du abwehren, bzw. "weg haben"? Depression=Schwäche?
Hier fällt mir mein Vater ein. Ich kann es selber schwer beurteilen, aber mein Therapeut meinte er hörte auch bereits in meiner Kindheit eher eine depressive, introvertierte Persönlichkeit bei ihm heraus. Wobei er auf mich in der Kindheit nie so wirkte, für mich war er stark, fröhlich, ein "Macher", ein Mensch der immer funktionierte, der alles konnte. Der Einbruch kam dann als alle Kinder volljährig waren, er trennte sich von meiner Mutter, fiel in schwere Depressionen, von denen er sich noch nicht ganz erholt hat. Vielleicht hab ich mir das bei ihm so abgeschaut.
Ein anderer Gedanke dazu. Mir macht es Angst, was hier im Hintergrund so schlummert. Wenn die Trauerschübe hervorkommen, sind diese dermaßen stark, intensiv und überwältigend. Aber ich erkenne schon: Das Problem ist nicht gelöst, wenn ich das verdränge und im Hintergrund schlummern lasse, ich fürchte die wahrscheinlichkeit ist groß, dass sich diese dann nur weiter und weiter aufstaut, bis sie alles übernimmt und dann ist die Chance nicht schlecht, dass ich in der Situation, wie mein Vater jetzt die letzten Jahre war, gerate.