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Wie ertragt ihr die Einsamkeit?

Unique1

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Hallo,

wie ertragt ihr die Einsamkeit. Ich hatte nie viele Freunde und Bekannte. Nachdem mich meine Partnerin verlassen hatte, wurden es noch weniger.

Ich verkrieche mich in meiner Wohnung und gehe so gut wie nicht mehr aus dem Haus. Die einzige Abwechslung ist meine Arbeit, aber selbst da habe ich keine Lust mich zu unterhalten.

Also sitze ich hier zu Hause jeden Tag rum und mir fällt die Decke auf den Kopf. Ich habe keinerlei Antrieb irgendetwas zu unternehmen oder meine verbliebenen Freunde zu besuchen. Es ist schon seltsam, ich bin einsam und allein, ertrinke in Selbstmitleid und zermater mir mein Hirn, warum es so kommen musste

Ich kann mich auf nichts konzentrieren und meine Gedanken kreisen Tagaus - Tagein um "Sie". Ich bin bei meinem Hausarzt gewesen, welcher mir, aufgrund meines akuten Schlafmangels und Zustandes, Trimipramin Tropfen und Setralin verschrieben hat aber auch das hilft nur bedingt.

Die Trennung ist jetzt fast acht Wochen her. Wir waren etwas über 5 Jahre zusammen. In der Beziehung habe ich viel Mist erleben müssen und dann kam es, wie es kommen musste. Ich wollte es nur in den ganzen Jahren nicht wahr haben, die Zeichen waren aber für alle zu sehen. Wie gesagt, ich habe die Zeichen auch gesehen und in mir sagte immer eine Stimme "Sie wird dich verlassen", was sie dann auch letztendlich tat. Sie ist übergangslos von einem warmen Bett ins nächste gewechselt. Der Gedanke daran, dass Sie jetzt mit einem anderen im Bett liegt, macht mich sehr traurig.

Ich könnte noch viel schreiben, merke aber, dass es mich gerade "runter zieht" hier zu schreiben.

Nur als weitere Info. Sie hat mich in der Vergangenheit zweimal betrogen und ich habe versucht das zu verarbeiten. Jetzt beim dritten Mal, hat sie die Beziehung beendet pder WhatsApp. Danach haben wir kein Wort mehr gewechselt. Wie haben nicht zusammen gewohnt, was die Sache etwas einfacher gemacht hat. Wir schrieben über die wichtigsten Dinge hin und her, ich brachte ihre Sachen zu Ihr und sie brachte mir meine Sachen.

Ich weiß das es kein Zurück mehr gibt, bin sehr verletzt und gleichzeitig sehr trauring. Ich vermisse sie trotz allem sehr, auch wenn mein Verstand wie alle verbienenen Freund und Bekannten, sagen das ess nie eine Zukunft für uns gegeben hat.

Sorry wenn ich hier ein bisschen wirr und durcheinander schreibe, ich bin echt down im Moment. Eigentlich geht es mir jetzt sogar so schlecht, wie es mir in den letzten Wochen nicht ging.

25.01.2019 11:10 • #1


mitsubi

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Ich denke, viele hier können sehr gut nachempfinden wie es Dir gerade geht und kennen Deinen Zustand ganz gut aus eigener Erfahrung. Was Dir passiert ist, ist schlimm und wird Zeit brauchen bis es überwunden ist.
Die Einsamkeit setzt sich zusammen aus der Trauer über den Verlust, der Wegfall der gewohnten Rituale und ein Stück auch aus selbstauferlegter Qual. Letztlich ist es ja so, dass die Antriebslosigkeit es noch schlimmer macht. Man weiß, es wäre besser etwas dagegen zu tun und man kann sich dennoch nicht aufraffen. Dann kommt noch Wut auf sich selbst dazu. Nicht selten fällt man nach einer Trennung in eine depressive Episode, vor allem, wenn man ggf generell Tendenzen dafür hat.
Und entsprechend sorgsam und rücksichtsvoll sollte man mit sich selbst umgehen. In solch einer Stimmung behandelt man sich selbst nicht gut und wie in Deinem Fall ist das eine Fortsetzung des Bisherigen. Wie Du berichtest, bist Du schon während der Beziehung trotz besseren Wissens bei ihr geblieben und hast wenig Gutes für Dich selbst getan.
Ich verstehe Dich sehr gut, denn ich neige auch dazu in Beziehungen zu bleiben, die nicht zukunftsfähig sind. Gestern stellte ich fest, dass ich auf mich selbst die größte Wut habe und nicht auf meinen Ex.
Ich rate Dir folgendes:
In kleinen und machbaren Schritten solltest Du beginnen, zu Dir selbst wieder nett zu sein. Das Einsperren zu Hause wird Deinen Zustand schlimmer machen und das weißt Du auch. Also setz Dir ganz kleine Ziele. ZB könntest Du Dir vornehmen, jeden zweiten Tag für 20min spazieren zu gehen. Du kannst dabei Musik hören und Hörbuch oder Podcast.
Sportliche Ziele gehen natürlich auch, aber ich bevorzuge kleine Schritte. Zu hoch angesetzte Ziele frustrieren nur, wenn man sie nicht erreicht.
Du kannst Dir auch vornehmen, einmal die Woche zu einem Freund zu fahren. Du kannst ankündigen, dass Du nicht lange bleiben wirst, sodass sie niemand wundert.
Was auch immer Deine Interessen waren, nimm etwas davon und mache ein kleines aber feines Ziel daraus.
Wenn dann einfach mal gar nichts geht, ist das auch okay. Dann kommst Du her und schreibst Dir Deinen Kummer von der Seele.

25.01.2019 11:42 • x 5 #2


NurBen

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Ich weiß, wie du dich fühlst. Deine Geschichte erinnert mich an meine Trennung.
Ebenfalls hat sie nach 5 Jahren Schluss gemacht und hatte mich gegen einen Anderen ausgetauscht.
Genauso wie du, wollte ich die Anzeichen nicht wahrhaben.
Rückblickend war sie das letzte Jahr vermutlich nur noch aus Bequemlichkeit mit mir zusammen, solange bis sie einen Neuen gefunden hat. Und so war es im Endeffekt auch.

Aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass 8 Wochen bei einer 5 jährigen Beziehung nicht viel sind.
Ich habe mir monatelang die Frage gestellt, warum sie alles aufgibt. Leider bekommt man darauf keine Antwort.
Man muss es einfach hinnehmen...

Bei mir hat es ungefähr 3 Monate gebraucht um überhaupt einen klaren Kopf zu bekommen.
Der Kopf weiß es, aber das Herz muss auch mitziehen.
Man hängt an der Vergangenheit, an der Gewohnheit und das plötzliche Alleinsein ist wie ein Schock.

Frage dich auch selbst, willst du sie so zurück ? Aus Liebe ? Oder hängst du aus Einsamkeit an ihr ?
Klar spielen auch Gefühle eine Rolle, aber ich musste mir eingestehen, dass es zum Großteil die Einsamkeit ist, warum ich so an ihr hänge.

25.01.2019 12:16 • x 2 #3


stronger

auch wenn mein Verstand wie alle verbienenen Freund und Bekannten, sagen das ess nie eine Zukunft für uns gegeben hat.

du hast noch eine handvoll Leute um dich.
Deshalb befolge einen wirklich gutgemeinten Rat. Mach trotzdem was. Geh mal ins Kino, was trinken.

Das sind Sachen, die überwindung kosten. Aber du kennst das Ziel...ein bißchen mehr Lebensqualität wieder. Das kostet Übung und Überwindung. Aber du hast es in der hand....auch...macht sie dich weiter fertig oder hoffst du auf Licht hinter dem Horizont.

Erst später siehst du das ganze vielleicht gar nicht mehr als das größte Unglück...

25.01.2019 14:36 • x 2 #4




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