Babs1712
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Ich bin neu hier und habe ein Anliegen. Vielleicht könnte mir jemand helfen.
Ich kenne einen Mann – schon seit vielen Jahren. Wir wohnten – vor ca. 18/20 Jahren – nicht weit voneinander entfernt. Wir unternahmen sehr viel mit seinen Freunden und hatten wirklich immer sehr viel Spaß. Wir waren wie Pech und Schwefel und konnten immer über alles reden und uns alles anvertrauen. Bei mir bauten sich damals viele Gefühle auf, doch ich wusste, dass er noch nicht für eine feste Beziehung bereit war. Er wollte sein Leben noch in vollen Zügen genießen. Vor ca. 13 Jahren haben wir uns aber aus den Augen verloren und der Kontakt riss ab. Ich dachte sehr viel an ihn, obwohl ich in ein anderes Bundesland gezogen bin und dort einen Partner gefunden hatte. Die Beziehung ging aber in die Brüche und ich stand wieder alleine da. In dieser Zeit dachte ich noch mehr an diesen einen Freund und ich vermisste ihn sehr. Meine Überlegung, dass ich ihn “suchen” sollte oder mich bei seinen Eltern einmal melden sollte, kam immer wieder, doch ich traute mich nicht drüber.
Eines Tages fuhr ich über ein Wochenende Skifahren um von allem einmal Abstand zu nehmen und konnte beim Abendessen meinen Augen nicht trauen. Da stand dieser Freund vor mir und sprach mich an. Wir fielen uns um den Hals, denn nicht nur ich vermisste ihn, sondern er auch mich. Wir hatten dann das gesamte Wochenende miteinander verbracht und viel geredet. Es stellte sich heraus, dass er in die gleiche Gegend wie ich zog und geheiratet hatte. Er hat zwei Kinder (noch keine Teenager) und hat seit ca. 4 Jahren viele Probleme mit seiner Frau. Er meinte, dass er nur noch bei ihr wäre, weil die Kinder noch zu klein sind und es eventuell nicht verstehen würden. Die Kinder sind sein Ein und Alles und sie nicht jeden Tag zu sehen, würde ihm das Herz brechen.
Er sagte mir, dass er so viel an mich gedacht hatte, weil er die Gespräche, die Spontanität und das Lachen so sehr vermisst hätte. Er überlegte, ob er nicht zu meinen Eltern fahren sollte (auch sie kannten ihn sehr gut) um herauszufinden, wo ich lebe bzw. wie er mich erreichen könnte. Doch auch er traute sich nicht diesen Weg zu gehen. (wegen seiner Frau)
Nach dem Urlaub hielten wir Kontakt. Ich suchte zu der Zeit einen neuen Job und begann in einer Firma zu arbeiten, wo auch er arbeitete. Wir sahen uns jeden Tag und es kamen wieder diese Gefühle von damals hoch. Da er aber verheiratet war, egal ob glücklich oder nicht, unterdrückte ich diese und versuchte weiterhin nur die “Freundin und Gesprächspartnerin” zu sein.
Eines Tages lud er mich ein, mit zu seinen Eltern zu fahren, denn auch sie wollten mich wieder einmal sehen, als sie erfuhren, dass wir uns wieder getroffen hatten. Als wir dort waren, kam alles wieder hoch in mir. Am liebsten wäre ich ihm um den Hals gefallen und hätte ihn meine Gefühle gestanden – aber ich schwieg! Als wir dann am Weg nach Hause waren, hielt er seinen Wagen an und begann mit mir zu reden. Er gestand mir, dass er sich damals schon in mich schwerst verliebt hatte und nie damit aufgehört hatte mich zu lieben und dass er sich ein Leben mit mir wünschen würde, doch er hat solche Angst, dass seine Kinder darunter leiden würden und er sie nicht jeden Tag sehen könnte. Auch ich nahm meinen Mut zusammen und sagte ihm, was ich empfand.
Mehr als 8 Monaten hatten wir eine Affäre doch sie flog leider auf. Seine Frau stand eines Tages vor meiner Türe und meinte, dass sie ihren Mann niemals hergeben würde und wenn, dann würde sie alles daran setzen, dass die Kinder ihn nicht mehr sehen wollen. Sie würde mir das Leben zur Hölle machen und egal ob sie mit ihrem Mann glücklich ist oder nicht, ich würde ihn nie bekommen.
Ich traf mich mit ihm wieder und wollte die Affäre beenden. Wir saßen lange zusammen und hatten darüber geredet. Ich war auf dem Standpunkt, egal welche Gefühle da sind, es wäre besser so und er solle versuchen mit seiner Frau alles wieder ins Lot zu bringen oder sich zu trennen. Er hingegen meinte, dass er das nicht möchte. Er möchte mit mir die Zukunft neu gestalten und möchte mir jeden Tag seine Gefühle zeigen. Sich mit mir in den Sonnenuntergang setzen, wie damals, und einfach nur reden oder schweigen. Seine Gefühle – mir gegenüber – sind so überwältigend, dass er sich nicht vorstellen könnte, dass ich wieder aus seinem Leben gehe. Ich blieb bei meiner Meinung und beendete es.
2 Monate später stand seine Frau wieder vor meiner Türe und beschimpfte mich übelst. Sie meinte, dass sie und ihr Mann jetzt eine Therapie machen und ich möge mich aus ihrem Leben raushalten, denn sie würde ihn für mich niemals frei geben. Ich war schockiert, denn ich traf mich mit ihm die 2 Monate nicht und wir hatten auch keinen Kontakt (außer beruflich). Außerhalb der Arbeitszeit schrieb er mich schon an und versuchte mich auch telefonisch zu erreichen, doch ich schrieb nicht zurück und hob nicht ab. Nur einmal und sagte ihm, dass es vorbei wäre. Ich fragte die Frau, wie sie auf das komme, denn ich habe mit ihm keinen privaten Kontakt mehr. Sie meinte, dass er in der Therapie nur von mir redet, wie toll es nicht mit mir ist und wie viele Gefühle nicht in ihm wären und das ich einfach die perfekte Frau wäre, die ihm Halt, Zuversicht und Sicherheit gibt. Da er diese Worte immer in der Gegenwart sprach, glaubte sie, dass wir noch immer eine Affäre haben. Sie kontrolliert sein Handy und sah, dass er mich angeschrieben und angerufen hatte und somit alles darauf hin wies. Ich versicherte ihr, dass wir keinen Kontakt mehr haben und sie ging zornig davon, denn sie glaubte mir nicht.
Vor einigen Tagen schrieb er mich wieder an, mit der Bitte, dass ich ihn anrufen solle, da etwas passiert sei. Ich machte mir Sorgen und rief an. Er erzählte mir, dass eine Arbeitskollegin von uns bei seiner Frau war und ihr mitteilte, dass wir noch immer etwas hätten. Zwar nicht offensichtlich, doch man würde es uns ansehen, wenn wir uns in der Firma trafen. Sie rastete aus und meinte wieder, sie ließe ihn nicht gehen, egal ob er es will oder nicht. Sie würde auch ihn ruinieren, wenn er sich traut sie zu verlassen. Ich wusste nicht weiter und habe den Job gekündigt, da es nicht gut ist, dass wir dann noch immer in einer Firma gemeinsam arbeiteten. Ich überlegte ob ich nicht weiter weg ziehen sollte, doch das konnte ich nicht, da mein Kind hier seine Wurzeln hat und es noch nicht selbstständig ist.
Wir trafen uns und er erzählte mir genau, was passiert war. Sein Cousin und sein Bruder kamen zu mir auf Besuch und hatten mit mir geredet. Sie haben alles mitbekommen und meinten, es wäre für den Ehemann das Beste, wenn er ginge, doch der hat keinen Mut dazu. Sie würden ihn in allem unterstützen und ihm helfen wo sie nur könnten, doch ich sollte ihnen sagen, ob ich mit ihm noch eine Zukunft mir wünschen würde oder nicht. Ich wünsche sie mir – mehr als alles andere auf der Welt – doch ich wusste nicht was ich antworten sollte. Seine Frau und er sind auf dem Standpunkt, dass sie nie mehr miteinander glücklich werden würden, doch sie wird ihn nicht gehen lassen. Auch die Therapeutin sagte, dass sie keine Zukunft in ihnen sieht, doch das ist der Ehefrau egal. (Worte von Bruder und Cousin) Auch seine Eltern rufen mich immer wieder an und meinten, dass ich etwas unternehmen sollte, doch das werde ich nicht. Ich mische mich nicht ein, denn dass ich eine Affäre hatte obwohl er verheiratet ist, war schon zu viel.
Gestern stand er vor meiner Türe und heulte wie ein kleines Kind. Er ist mit den Nerven am Ende und er weiß nicht was er machen soll. Ich erzählte ihm, dass seine Familie mit mir Kontakt aufgenommen hatte und er sagte, dass er sie auch darum bat. Er möchte mich nicht verlieren, doch er möchte warten bis die Kinder größer sind.
Was das genau heißt, weiß ich nicht, denn ab wann sind Kinder größer. Die Kinder leiden sehr unter der Spannung zwischen den Eltern, doch nicht erst seit der Affäre sondern schon länger. Ich sagte ihm, wenn die Kinder leiden, dann wäre es besser, wenn sie sich trennen würden, denn lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Er lag in meinen Armen und heulte so herzzerreißend dass ich echt nicht wusste, was ich tun sollte. Ich sagte ihm, dass ich für ihn da sei, wenn er Hilfe benötigt und ich ihn nicht fallen lassen werde, doch eine Affäre kommt nicht mehr in Frage. Sie sollten einfach das Beste aus der Sache ziehen und sich überlegen ob sie noch zusammen bleiben wollen – nur wegen der Kinder – oder ob sie sich lieber trennen sollten. Er möchte die Trennung, doch hat Angst. Sie will keine Trennung, da sie dann nicht mehr den Lebensstandard hat, wie jetzt und das würde sie auf nichts in der Welt aufgeben wollen.
Ich bin mit meinem Latein am Ende. Ja ich liebe diesen Mann über alles und ich wünschte mir, ich hätte damals (vor 18/20 Jahren) schon meine Gefühle preis gegeben, doch ich tat es nicht. Ich wäre bereit mit ihm den Rest meines Lebens zu verbringen und für seine Kinder eine Freundin zu sein, doch ich weiß nicht, was ich tun soll. Jetzt sitze ich jeden Tag und jede Nacht mit dem Gedanken hier und versuche eine Lösung zu finden. Aber ich komme immer wieder auf die selbe Lösung. ER muss den Schritt gehen, nicht ich. Er ist in allen Lebenslagen ein gestandener Mann, doch wenn es um seine Kinder geht, dann ist er nicht der selbe. (Ich verstehe ihn aber voll und ganz) Was mir seine Familie erzählte – über seine Frau – ist wirklich nicht schön und sie benennen sie auch nie beim Namen. Auch wie sie mit mir gesprochen hatte, war unter jeder Kritik, aber auch das kann ich bis zu einem gewissen Grad verstehen. Seine Familie sieht die Enkelkinder kaum, da die Frau den Kontakt versucht zu unterbinden, da sie seine Familie nicht leiden kann. (Warum weiß ich nicht, denn es sind wirklich sehr nette Leute)
Was soll ich nur tun und wird er sich irgendwann trennen? Ich denke Tag und Nacht an ihn und meine Gefühle und die Sehnsucht zu ihm werden immer größer. Ich weiß nicht wie lange ich noch standhaft bleiben kann und die Affäre “blocken” kann, denn die Liebe ist unbeschreiblich. Sie wächst von Tag zu Tag.
Könnt ihr mir vielleicht einen Rat geben? Wie kann ich heraus finden, ob er sich wirklich irgendwann trennen würde bzw wie ernst er es meint? Sollte ich ihm ein Ultimatum stellen (was ich eigentlich nicht will, denn das wäre in meinen Augen Erpressung)? Mir selbst hatte ich das Ultimatum gestellt, doch meine Gefühle werden eben nicht weniger, sondern immer nur mehr!
Was die Kinder betrifft, ich weiß, dass die Möglichkeit besteht, dass ein Vater das alleinige Sorgerecht bekommen könnte oder sie beim Vater leben könnten und ich würde die Kinder auch zu uns nehmen, wenn sie mich akzeptieren, doch das würde ich wenn, langsam angehen wollen und jetzt denke ich darüber auch noch nicht wirklich ernsthaft nach, da es noch nicht spruchreif ist. Wenn es so weit wäre, dann würde ich ihn total unterstützen und hinter, neben und vor ihm stehen, doch zuerst sollte er einmal einen Schritt in eine Richtung wagen.
Danke