Lilli_1993
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ich lese hier schon einige Zeit still mit und theoretisch kann ich jeden erdenklichen Trost aus euren Antworten und Posts zum Thema Kummer Einsamkeit und Umgang damit entnehmen, aber .
Ich fühle mich so entsetzlich alleine und traurig, dass ich überhaupt nicht mehr weiter weiß. Das klingt so überdramatisch, wie es sich auch anfühlt: überdramatisch.
Meine Kummergeschichte hier zu erzählen, wäre vermutlich hilfreich, aber alleine wenn ich sie chronologisch durchdenke, fühle ich mich so müde und erschöpft. deswegen würde ich euch gerne einfach die derzeitige Ist-Situation schildern und vielleicht hat jemand einen Rat oder Denkanstöße für mich:
Nach einer langen und desaströsen Beziehung habe ich das Gefühl ziemlich viel verloren zu haben. Im Wesentlichen wohl mein Selbstwertgefühl.
Ich habe mit meinem Ex nie zusammen gewohnt, aber in seiner direkten Nähe. Das hat sich zuletzt überwiegend in einer ziemlichen Kontrolle und schrecklichen Situationen wiedergespiegelt. Zuletzt war ich eigentlich zu gar nichts mehr in der Lage was mich zu einem seltsamen Befreiungsschlag bewogen hat und letztlich zu folgender Analyse meiner Situation führt:
- ich rede von Analyse in einem Liebeskummerforum was mich schockiert, weil ich davon kotzen könnte berufsbegleitend BWL zu studieren. Den Studiengang habe ich nur belegt weil mein Ex mir in unendlichen Stunden eingetrichtert hat ohne Bachelor wäre man dumm. Ich überlege noch alles hinzuwerfen, weil mir jede Studienarbeit wie ein unüberwindbarer Berg vorkommt. Es wäre aber rational tatsächlich doof, weil mein Stipendium bis Ende des Jahres befristet ist und ich theoretisch im August meine Bachelorarbeit abgeben könnte
- ich habe nach unendlichen Versuchen einer radikalen Trennung nur noch einen Ausweg gesehen diese ewigen Dramen hier zu beenden und habe meine Wohnung gekündigt. Ich habe keine Kraft eine neue zu suchen, tue es aber ständig. Irgendwie so mit letzter Kraft gefühlt, aber es wird wohl darauf hinauslaufen dass ich erstmal bei meiner Familie unterkomme. Ich bereue die Kündigung nicht, weil er hier sonst immer wieder stehen würde und alles tut damit ich irgendwas mitbekomme. Kratzt trotzdem am Ego mein Leben in einer dieser Boxen einzulagern. Achso, so weit ist es in zwei Wochen.
- Ich habe immer super gerne Sport gemacht. Auch das habe ich nicht mehr hinbekommen. Sicher unwichtig, aber ich fühle mich super unwohl ohne, schaffe es aber nicht mich aufzuraffen wieder richtig damit anzufangen
- Meine Familie ist cool, wenn auch etwas Chaos. Leicht wird es trotzdem nicht wieder mit der Truppe zusammen zu sein, weil
- ich kaum noch Freunde habe zu denen ich mal als Ausgleich könnte oder mit denen ich etwas unterhmen kann. Corona, neue Beziehung etc.
- Ich habe einen relativ guten Job und die Atmosphäre ist dort durchaus ok. Allerdings bin ich wohl etwas überbezahlt, wenn ich überlege das ich arg viel Zeit damit verbringe ins Leere zu schauen und den Sinn der Welt zu hinterfragen.
Hmm. Mehr fällt mir jetzt so objektiv gar nicht ein, außer dass ich noch sehr müde werde wenn ich auf diese ganzen halbvollen (hab erst "halbleeren" geschrieben, aber man soll ja positiv denken) Kisten gucke.
Also . irgendwie fühle ich mich so unglaublich traurig und alleine. Und ich fühle mich unwillkommen auf der Welt, bei meiner Familie und sehne mich danach einmal nach dem ganzen Rotz in den Arm genommen zu werden. Den Rotz den ich selber verschuldet habe, weil ich diesem Idioten immer alles verziehen habe. Da war so viel. und alle sagten ich muss da raus, muss dann eben mal Aushalten. Dabei haben sich die letzten zwei Jahre schon wie aushalten angefühlt und vermutlich muss ich das mit der Einsamkeit lernen - aber wie geht das denn nun? Wo setze ich an, wenn alles sich so viel anfühlt und ich eigentlich immer nur müde und traurig bin?