Nunar
Von Schuld habe ich auch nicht gesprochen.
Ich wollte eben das aufgreifen, was Laurana geschrieben hat. Und ich sage auch nicht, dass hier jemand Rücksicht auf die Ex-Partner der Personen die hier Trost suchen nehmen muss. Mir geht es ja auch gerade darum, wie man einander helfen kann, wenn auch nur ein bisschen mit Worten. Ich spreche ja nur aus meiner Perspektive heraus, dass mir solche Sprüche wie "dann war er es nicht wert" oder "nicht der Richtige" (ich glaube halt nicht an den/die eine/n Richtige/n) eben nicht geholfen haben. Was aber nicht heißt, dass sie nicht helfen können und in dem ein oder anderen einen AHA Moment produzieren oder ein gutes Trostpflaster sind.
Wenn ich das jetzt konkret in einer Situation so sehen würde, dass jemand schlecht gemacht wird und ich das als etwas harsch wahrnehme und hier bin, würd ich das auch sagen. Mir geht es wirklich auch nur darum verschiedene Perspektiven aufzuzeigen und letztlich kommt es ja darauf an wie der Liebeskummerpatient das selber wahrnimmt

.
Die Formulierung "das Beste was du jemals in deinem Leben hattest verloren" ist natürlich auch hart. Aber ein Stück weit geht es ja auch wirklich um die Akzeptanz des Verlustes und das erfordert auch den Verlust in seiner möglichen Größe anzuerkennen und wenn er für uns in dem Moment nicht groß wäre, wären wir ja nicht hier. Das heißt nicht, dass sich das Verhältnis zu diesem Verlust nicht verändert, das tut es dann hoffentlich.
Hätte ich ein Patentrezept gegen Idealisierungen, ich würds thematisieren.
Ich weiß nur nicht, ob immer alles auch Idealisierung ist, was als Idealisierung wahrgenommen wird.
Ich persönlich finds nur schon auch wichtig Verlasser-Perspektiven, so weit eben möglich, zu beleuchten um eben auch selbst besser damit klar zu kommen. Dämonisierungen haben mich nicht weiter gebracht. Allerdings habe ich hier auch schon fassungslos wahrgenommen was für Ar..loch Aktionen einige Menschen so bringen und das sage ich dann auch frei raus und sehe das so.
Zitat:Außerdem bin ich der Meinung, dass der Expartner/in in der Beziehung und nach der Trennung zwei völlig unterschiedliche Personen sind, denen man auch anders entgegen treten muss.
So absolut wie du kann ich das nicht trennen, aber generell stimme ich dir schon auf gewisser Ebene zu. Nur ist es eben auch so, dass Erinnerungen nichts Abgeschlossenes sind, wir aktualisieren auch Erinnerungen permanent, das heißt nicht, dass da nichts bleibt.
Das mit dem Abwerten ist für mich insgesamt problematisch, es ist nicht so, dass ich keine Menschen kennen würde, die ich nicht mag, oder Eigenschaften. Keine Ahnung.
Teilweise muss man den Partner in der Beziehung und den der Schluss macht aber auch zusammen denken. Weil es ja doch zusammen gehört. Das war für mich z.B. einer der ersten AHA Momente, was Desillusionierung angeht, als ich mit einem Freund der meinen Ex auch etwas kennt und mag in einem Café saß und einfach unendlich traurig war, weil er mir so fehlte und so glücklich mit ihm war. Das: er hat dich aber gehen lassen, bzw er wollte gehen und er hat nicht geredet und du warst überrumpelt und nun leidest du so sehr wie nie und das ist er zwar nicht Schuld, weil es nicht um Schuld geht,aber das ist auch er und er ist gegangen, einfach gegangen und das war für ihn der bessere Weg und das ist hart.
Ich habe weder von Ent-täuschung noch von Schuld gesprochen. Ich glaube auch nicht an Schuldmodelle und viel mehr an Verantwortung.