Laurana
Zuerst einmal danke für die Eröffnung von Wgeem Vol. 3.
Zitat von Laurana:Zu meinem Innenleben:
Befinde ich nun seit etwa 2,5 Monaten in so´ne "Ding" mit eine Mann. Er ist etwas älter als ich, kennengelernt haben wir uns auf einer Depeche Mode Party zu einem Zeitpunkt, als ich nach Monaten der Traurigkeit und Ohnmacht wieder das Gefühl hatte Boden unter den Füßen zu haben...
Haben uns einige Male getroffen bis es dann iwann zu ersten Kuss kam. Ich hatte von Anfang an kein "Wusch" Gefühl, dachte aber, dass mir das "Wuschgefühl" in den letzten Jahren nicht unbedingt als verlässlicher Berater zur Seite stand. Wollte mir das also genau angucken, prüfen, mich einlassen oder auf Widerstände hören- ohne die ganze Rosabrillenverblendung, die häufig nach de Erwachen Enttäuschung bringt. Naja- es hört sich jetzt schon ziemlich verkopft an oder? Es kam das erste Kuscheln auf dem Sofa und ich musste nur an meinen Ex denken, bzw. an das Gefühl, was ich bei ihm hatte. Und das nicht nach 18 Jahren Eingewöhnungszeit, sondern sehr schnell ein wohliges Körpergefühl. Nun gut, das hatte ich bei besagter Bekanntschaft nicht, aber dachte dass sowas ja auch wachsen kann. Schließlich kenne ich ihn ja gar nicht, wie soll ich ich dann schnell wohlig fühlen und dass das beim Ex vielleicht gar nix gesundes war oder so. In der Tat habe ich ich dann körperlich mit der Zeit aufgehobener bei Bekanntschaft gefühlt, aber es wächst einfach kein Zugehörigkeitsgefühl. I.d.R. ist es für ich mehr als i.O., wenn er nach unseren Verabredung geht, nicht hier bleibt...mein Herz tanzt nicht... Und hinzu komt, dass er einfach tendenziell merkwürdige Verhaltensweisen oder Reaktionen auf meine Macken hat. Es ist gut, dass ich das grad al alles so runterschreibe merke ich. ir wird klar, dass ich nicht verliebt bin, sich auch keine Verliebtheit entwickeln wird, weil´s einfach nicht besonders tief geht. Auf Themen, die ich bewegen, kam dann durchaus mal sowas wie "Ich habe den Eindruck, Du machst aus einer Mücke einen Elefanten..."..."Ich stelle meine Bedürfnisse für dich zurück und was habe ich davon? Drama..."..."Willst Du das jetzt ausdiskutieren?" Ich habe den Eindruck er schnallt grundlegende Sachen nicht- naja, zum Mindest nicht so wie ich es ir wünschen würde- was dazu führt, dass ich mich nicht gut aufgehoben fühle mit meiner weichen Seite, was wiederrum dazu führt, dass sich mein Herz nicht öffnet.
Warum traue ich meiner Wahrnehung nicht? Oder tue mich so schwer damit...? Und warum kann ich nur so schwer danach handeln? Manchmal bin ich wie ein Kind, dass immer wieder auf die Herdplatte fasst, um zu prüfen, ob es wirklich heiß ist.
Es ist schön, dass du dich wieder einmal etwas mehr gezeigt hast.
Geh nicht so hart mit dir ins Gericht. Es ist ganz normal, dass du behutsam vorgehst.
Ein Arzt, der jemanden mit Verbrennungen aus dem Spital entlässt, rät dem ja auch nicht: "Und jetzt legen Sie sich am besten an die pralle Mittagssonne."
Du versuchst einfach, gut für dich zu sorgen.
Natürlich gibt es verschiedene Erklärungsmöglichkeiten dafür, warum du solche Widerstände spürst.
Ist er zwar „der Richtige“, aber bist du einfach noch nicht soweit?
Oder spürst du einfach schon früh, dass es auf Dauer nicht passt?
Ich habe ganz stark das Gefühl, dass es Letzteres ist.
Es muss nicht generell so sein, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich die zentralen Paarkonflikte schon sehr früh zeigen. Am Anfang sieht man in seiner Verliebtheit oder weil andere Bedürfnisse abgedeckt werden noch darüber hinweg. Und diese Rosabrillenverblendung am Anfang darf auch sein. Man
darf zunächst auch einfach mal heillos betrunken sein vom anderen.
Aber in jeder Beziehung vollzieht sich ja mit der Zeit eine Metamorphose. Im Idealfall schlüpft dann etwas Tragfähiges aus dem Kokon, wandelt sich die Verliebtheit in Liebe, die Anziehung in tiefe Verbundenheit. Natürlich darf dieser Prozess auch mal mit Anstrengung verbunden, darf es auch mal nicht nur leicht und einfach sein. Ich erinnere da an das Zitat von Eva-Maria und Wolfram Zurhorst, das ich mal gepostet habe: "Etwas Neues will auf die Welt. Das ist immer mit Wehen verbunden."
Suboptimal ist es aber, wenn sich da im Kokon ein Monsterkind entwickelt, dass nach dem Schlüpfen seine Eltern verschlingt.
Natürlich muss man in einer Beziehung immer auch Kompromisse eingehen, weil man ja nie zu 100 % deckungsgleich ist. Aber nicht in den ganz grundlegenden Dingen!
Mir fällt auf, dass du deine elementaren Bedürfnisse als „Macken“ bezeichnest. Siehst du das wirklich so? Oder versuchst du, ihm da irgendwie „entgegenzukommen“?
Die Bereitschaft, seine eigenen Bedürfnisse als unwichtig oder übertrieben abzutun, nur weil der Andere das tut, und damit gegen sein eigenes Gefühl zu handeln, führt auf Dauer in keine gute Richtung.
Menschen reiben sich aneinander. Das gehört dazu, und es kann auch eine gewisse Spannung in eine Beziehung bringen. Und wenn die Liebe gross genug ist, dann kann man dem anderen auch das Eine oder Andere lassen, ohne ihn verändern zu wollen.
Weil die Liebe gross genug ist. Wenn man sich aber nicht (mehr) liebt, dann tut das Sich-aneinander-Reiben nur noch weh.
Auch wenn du eine Tulpe noch so hegst und pflegst, so wird daraus doch nie eine Rose.
Also nichts gegen Tulpen. Die Frage ist nur: Willst du Tulpen oder Rosen?
Dieses Bild lässt sich auch in Bezug auf die Sache mit „deiner Wahrnehmung (nicht) trauen“ aufgreifen: Am Anfang sieht man da ja noch gar nichts aus der Erde gucken. Mit der Zeit treibt dann mal eine grüne Spitze hervor, aber wenn man nicht gerade Botaniker ist, weiss man auch da noch nicht, was daraus entsteht. Und das erklärt auch dein Abwägen und Abwarten.
Wenn du dann aber klar erkennen kannst, was da wächst, dann ist es Zeit, dich zu fragen: Will ich da auch Wurzeln schlagen? Ganz nah daneben? Werden wir gemeinsam in die Höhe wachsen, auch wenn wir dabei dem einen oder anderen Sturm zu trotzen haben? Oder wird es immer nichts als ein zermürbender Kampf um Platz und Licht sein?
Man kann sich ja auch fragen, ob wirklich alles in einer Partnerschaft abgedeckt werden muss. Vielleicht reichen einem zum Beispiel die Fürsorglichkeit des Partners, die Geborgenheit beim Nebeneinander-Einschlafen und –Aufwachen, das Sich-sicher-Fühlen etc., und die tiefgründigen Gespräche führt man mit seiner besten Freundin. Aber das kann wohl jeder nur für sich beantworten.
Aber wenn du schreibst „dass ich mich nicht gut aufgehoben fühle mit meiner weichen Seite, was wiederrum dazu führt, dass sich mein Herz nicht öffnet“, dann entsteht bei mir schon der Eindruck, dass da etwas ganz Wesentliches nicht abgedeckt ist.
Ich war während meines Prozesses auch bei einer Trauerbegleiterin. Sie hat mir das folgende Bild aufgezeichnet:
Zwei Kreise, die für Mann und Frau stehen. Zu Beginn, wenn man noch sehr verliebt ist, sind die (fast) deckungsgleich. Mit der Zeit ist da dann einfach eine Schnittfläche. Die kann gross sein, die kann klein sein. Es kann auch einmal sein, dass es gar keine gibt. Aber die Schnittmenge ist das, was verbindet. Was trägt. Die Basis. Was kann diese Basis sein? Oft: Gleiche Werte. Auch Qualitäten wie: Geborgenheit. Getragen sein. Verlässlichkeit. Treue. Ziele. Liebe. Sexualität. Das, was in dieser Form nur zwischen den Zweien stattfindet. Was sie sonst mit niemandem teilen. Das, was es so nur zwischen ihnen gibt. Wenn Paare zum Beispiel sagen: Es sind die Hobbies, die uns verbinden, dann zählt das nicht wirklich als Antwort auf die Frage nach der Basis, denn Hobbies kann man auch mit Freunden teilen.
Ich finde das eine gute Frage, auch wenn man die vergangene(n) Partnerschaft(en) reflektiert: Was war unsere gemeinsame Basis? Und: War sie (auf Dauer) wirklich tragfähig?
Die Schnittmenge muss man auch pflegen.
Eine gute Frage finde ich auch: „Will ich einen Partner, der….?“
Unter Bezugnahme auf deine Schilderungen frage ich dich mal:
Willst du einen Partner, bei dem du kein wohliges Körpergefühl hast?
Willst du einen Partner, bei dem es für dich mehr als i.O. ist, wenn er nach einer Verabredung nicht bleibt?
Willst du einen Partner, in dessen Nähe dein Herz nicht tanzt?
Willst du einen Partner, der merkwürdig auf dich reagiert, wenn du dich ihm zeigst?
Willst du einen Partner, in den du nie verliebt warst und auch nie sein wirst?
Willst du einen Partner, mit dem es nicht besonders tief geht?
Willst du einen Partner, der dir einredet, deine Bedürfnisse seien Mücken?
Willst du einen Partner, der grundlegende Sachen nicht schnallt?
Willst du einen Partner, bei dem du dich nicht gut aufgehoben fühlst mit deiner weichen Seite?
Willst du einen Partner, dem dein Herz sich nicht öffnen kann?
Oder willst du einen Partner, in dessen Nähe du dein Visier nicht nur vielleicht irgendwann einmal ein bisschen hochklappen, sondern ganz ablegen kannst?
Einen Partner, den du atmen willst?
Einen Partner, der dich spiegeln kann?
Einen Partner, in dessen Mitte du dich auch mal verlieren kannst, ohne die Angst davor, dich danach nicht wieder zu finden?
Einen Partner, der dich nicht alleine rudern lässt?
Ich wünsche dir, dass du dich da ganz gut spüren und auch bei dir bleiben kannst.
Zitat von Laurana:Habe eine dolle Erkältung und bin ein bissie genervt davon, weil die zweite in diesem Jahr

Nana, Liebes......soll ich das Katzentanzlied für dich singen?
