Zitat von Vittel5:Er hatte nach diesen 5 Jahres plötzlich der Drang nach Freiheit. Er konnte es aber nie richtig zuordnen und sagte auch immer, dass er aber alt werden möchte mit mir und mich nicht verlieren. Wir hatten viele Gespräche und uns dann für eine Trennung entschieden.
Ich vermisse ihn unglaublich und kann mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen. Trotzdem weiss ich, dass ich ihn gehen lassen muss, da er sonst nicht glücklich würde.
Wir kommt man am besten über das alles hinweg?
HILFEEE......

Hallo Vittel5,
ich glaube, Du befindest Dich bereits auf einem guten Weg, und das bereits nach 5 Wochen. Dazu muss man aber auch berücksichtigen, dass Eure Trennung an sich bereits anders abgelaufen ist, als es leider im Normalfall passiert. Ihr beide hattet wenigstens die Chance einer gegenseitigen Aussprache und konntet Euch bereits zu diesem Zeitpunkt mit der Trennung an sich auseinandersetzen und habt Euch gegenseitig schon Eure Gefühle mitgeteilt (interpretiere ich jetzt mal so rein). Und zudem sind das wahrscheinlich auch Eure wirklichen Gefühle gewesen und nicht - wie häufig - eher vorgeschobene, rechtfertigende (vom Verlassenden) oder vom Schockzustand beeinflusste (vom Verlassenen).
Denn in den meisten Fällen (jedenfalls was man hier im Forum so liest) findet die Trennung für den Verlassenen aus heiterem Himmel statt; er steht der Situation chancenlos gegenüber, fühlt sich daher ohnmächtig und mit seinem über ihn hereinbrechenden Gefühlschaos völlig alleingelassen.
Du hast daher schon etwas realisiert - bzw. bist auf einem guten Weg dahin - wofür viele hier im Forum noch nicht bereit sind; nämlich dass Du Deinen Partner gehen lassen musst, auch wenn Dir dass sehr grosse Schmerzen bereitet. Und Du bist sogar bereit, Deinem Partner sein eigenes Glück zuzugestehen; dass beweist wahre Größe und Stärke.
Und genau diese Kraft, die da in Dir steckt, wird Dir helfen, Deinen Schmerz und Deine Traurigkeit zu überwinden!
Aber es wird Zeit brauchen, dass muss so sein, ist aber auch gut so, auch wenn es sich nicht so anfühlt. In dieser Phase, wo wir jetzt stecken, ist unserer verletzte Seele offengelegt und wir haben die Chance uns selbst zu erkennen. Ich bin mir sicher, dass Du diese Zeit gut nutzen kannst und wirst, um unreflektierte Dinge in Dir aufzuarbeiten und Deine Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Wenn Du dieses hinter Dir hast, kannst Du zurückblicken und wirst hoffentlich erkennen, dass Du durch diese - leider qualvolle - Erfahrung gewachsen und gestärkt bist.
Mit diesem Ziel vor Augen wird dieser Prozess Dir leichter fallen.
Es wird auch ein ständiges Auf und Ab sein, dass sollte Dich aber nicht entmutigen, das geht uns allen so. An guten Tagen denken wir, super endlich hat das Leid am Ende, jedoch fallen wir am nächsten Tag wieder heftig zurück und sind dann umso enttäuschter. Das ist normal und gehört dazu, genauso wie das Gefühl, ohne den Partner nicht sein zu können. Auch das wird langsam (leider meistens sehr langsam) vergehen. Aber die Zeit arbeitet für Dich; mit jedem Tag den Du quasi "überlebst", tust Du das alleine für DICH und OHNE ihn. Auf diese Weise wird Dein Partner Schritt für Schritt immer weniger Raum in Dir einnehmen, stattdessen füllst Du diese Lücke immer mehr mit Dir selbst aus und es wird der Tag kommen, in dem Du erkennst dass es Dir sehr wohl möglich ist, ein Leben OHNE ihn zu führen.
Du bist in diesem Forum sehr gut aufgehoben, wenn es Dir schlecht geht alss Dich einfach hierin fallen; Du wirst hier aufgefangen werden!
Ich wünsche Dir alles Gute, Du wirst es schaffen!
