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Tin_
Gast
Zitat von Zweizelgänger:
Ich kann da nur von mir sprechen, möchte dir das aber ein wenig nahe bringen. Ja, ich bin schon ein Mensch, der eher zur Perfektion neigt. Das ist aber auch nur ein Symptom. Ursache ist der Wunsch nach Anerkennung/Wertschätzung und auch (durch das Ausbleiben in frühen Kindheitstagen) der damit verbundene, gestörte Selbstwert. Daher kommt meist dieser hohe Anspruch an sich selbst.
Das sind Muster, die verlernst du nicht eben mal so - und selbst mit einem Therapeuten ist es ein langwieriger Prozess, der nicht immer erfolgreich ist. Bei mir wurden Methoden der Traumatherapie angewandt, damit ich DORT stabiler werde. Zum Glück hat es etwas gebracht.
Als ich das Wort "TRAUMA" das erste mal vom Profi hörte, hat es mir die Schuhe ausgezogen. Ich habe das immer mit Missbrauch, extrem einschneidenen Erinnerungen oder auch Gewalt in Verbindung gebracht. Bei mir war es etwas völlig anderes - deshalb der Schock. Das sind so tiefliegende Glaubenssätze, die man sicherlich verurteilen kann, aber die die nicht aus einem Menschen "herausbekommst". Mittlerweile glaube ich, dass man lernen kann, mit ihnen zu leben - gänzlich "auslöschen" kann man sie aber nicht.
Grade als Partner möchte ich keine Last sein - und Angstpatienten (davon habe ich einige kennengelernt während meiner stationären Therapie) denken da sehr gleich. Die meisten wissen, dass es nichts "reales" ist - aber trotzdem beherrscht es uns. Dazu kommt das Stigma psychischer Erkrankungen im Allgemeinen. Schon ist der Schamcocktail gemixt und neben der Angst an sich und die Angst vor der Angst, beherrscht es dein Leben.
Nimm es bitte nicht als Vorwurf, sondern einfach als Aussage, denn ich merke, dass du es verstehen kannst, aber nicht wirklich nachvollziehen: Menschen wie du, also als Partner denken dann oft mit dem Grundsatz, dass Liebe die Angst und die Probleme des anderen lösen können - Die Liebe muss nur groß genug sein. Das ist einfach ein Irrglaube. DU kannst da nichts tun - gar nichts, außer Verständnis zeigen und hoffen, dass wenn du 1000 Mal Verständnis gezeigt hast, dass als positive Erfahrung beim anderen ankommt; sprich ein Lernprozess einsetzt. Das ist aber ein laaaanger Weg.
Gruß
Tin
blöder Satz jetzt...), aber auch mich hat es nach einer Trennung aus der Bahn geworfen, und auch bei mir, (und genau da hab ich ein bisschen ein Problem mit dem Gesundheitssystem) musste ich dem, mehr oder weniger, erst selbst auf die Spur kommen, war ein Glaubenssatz einer der Gründe dafür.