Hey,
Erst mal drücken! ! !
Mir hat man hier eingetrichert, dass auch eine taffe Frau einmal schwach sein darf. Daher: Du darfst schwach sein!
Du darfst Fehler machen und du darfst dann sogar zu diesen Fehlern stehen.
Fehler entstehen dann, wenn man selbst meint den eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden zu können. Die Fahnenstange setzt man sich selbst! Entweder weil es den eigenen Werten entspricht oder weil wir glauben, dass Aussenstehende die Weisheit mit Löffeln gefuttert haben. Ergo: schalte drei Gänge
runter, besinnen dich, dass du auch nur ein Mensch mit beschränkten Akku-Leistungen bist und ebenso ein Recht darauf hast, Bedürfnisse zu formulieren wie jeder andere Mensch in deinem Umfeld auch.
Und weißt du was? JEDE, absolut jede Phase, im Leben eines Kindes ist wichtig. Teenager hin oder her. Schau es dir aus einem anderen Blickwinkel an: ja, du hast deine Grenze erreicht. Du hast allerdings auch die einmalige Chance deinem Kind jetzt vorzuleben, welche Strategien es geben kann, um mit dieser (im Übrigen!) DEINER Phase umzugehen. Und glaub mir, egal welches Alter, die Kinder spüren, wenn man ihn was vorgaukelt. Du kannst funktionieren wie du magst, sie merken eh, daß was nicht stimmt. Sie können es vielleicht nicht beim Namen nennen, wenn sie kleiner sind. Können die Tragweite nicht immer verstehen, wenn sie größer sind. . . Aber du bist die Mama und daher kann es (muss nicht) auch eine Alternative sein, Kinder (Altersentsprechend) nicht vor allem schützen zu wollen. So ist das Leben nun mal. Und dieses Leben gilt auch für Mütter und Väter.
Meine beiden Mädels waren in meiner bisher schlimmsten Lebensphase 15+17 (heute 18+20). Die Große kennt fast jedes (dreckige) Detail dieser Zeit, die Jüngere hat "Eckdaten". Und beide haben mir gesagt, dass es zwar schlimm war, Dinge zu erfahren wie es in mir aussieht, dennoch sind beide sich einig gewesen, dass es lange nicht so schlimm war, als sie absolut keine Ahnung hatten, warum die sonst starke und taffe Mama derart ins Straucheln kam. Die Ungewissheit war sehr belastend für beide und schnell waren beide auf dem Trichter, dass sie selbst damit zu tun haben könnten. Ich sag nicht, dass offene Karten für jedes Kind richtig sind. Dennoch glaube ich: portionierte Einblicke je nach Alter ist das Beste. Ich gab meinen Mädels damit auch die Chance mir aktiv zu helfen und ganz ehrlich. . . Das haben sie. Allein das Offene hat mir viel gebracht.
"Netter" Hinweis von deiner Freundin. Auch hier könnte sich ein zusatzlicher Blickwinkel lohnen. Vielleicht hat deine Freundin ihre eigene Grenze erreicht und weiß sich keinem Rat mehr. Vielleicht ist sie überfordert und hast selbst Probleme, die aktuell durch die deinigen nicht zur Sprache gebracht werden können. Sie kann auch schlicht genervt sein, dann hat sie dennoch eigene Dinge im Gepäck. Oder sie haben ganz ordinär sowas noch nicht hinter sich. Was ich damit sagen will: nehme es nicht persönlich, wer weiß, was dahinter steckt.
Selbst die besten Freunde sind auch nur Menschen.
Und alles in allem: du bist kein Roboter. Nur weil andere denken oder Hinweise geben, dass du "nun mal in die Puschen" kommen müsstest. . .
Einen scheixx musst du!
Du brauchst so lange wie du brauchst. Du machst schließlich nicht den Eindruck als erwartet du, dass sich alles in Luft auflöst. Du versuchst aktiv an dir zu arbeiten. Nur versuch nicht mit zu arbeiten als wärst du ein Ackergaul. Du stehst auf keinem Gnadenhof, sondern bist ein Mensch mit Verantwortung. Betrachte dich vielleicht eher aus der Wahrnehmung einer Freundin heraus. Würdest du die jetzt zu Höchstleistungen treten oder würdest du sie emotional unterstützen und an die Hand nehmen?
An der Situation und an der Vergangenheit kannst du nichts ändern. Allerdings hast du es in der Hand wie du damit umgehst und wie du sie verarbeitest. Es sind deine Erfahrungen. Tips der anderen (oder von uns) sind toll und gut. Sie entspringen aber auch nur unserer Vergangenheit, gepaart mit den Erfahrungen. Wir sind nicht du und unser Kind ist nicht deins. Letzend Endes ist alles individuell.
Und. . . Fehler sind nicht falsch. Denn falsch ist auch nur eine Variante von richtig

Sie dürfen gemacht werden und deswegen bist du kein schlechterer Mensch. Auch hier ist der Ansatz, wie man damit umgeht und was man daraus mitnimmt.
Nicht unterkriegen lassen!
VG
Kerstin
P. S. Ich habe zwei Jahr gebraucht um mein Leben wieder leben zu können. Ich habe heute Geburtstag und meine große Tochter schrieb mir heute: ich bin stolz dich meine Mama nennen zu dürfen.
Du sieht. . . auch diese harte Zeit (die beiden schon im Vorfeld hatten mit auch üblen Dingen. . . ändert nix daran, dass sie ihren Weg, auch durch mich, gefunden haben!