@Mary81
Es wirkt auf mich, als würdest du gerade von einem starken Gefühls-Tsunami überrollt. In so einem Zustand ist es kaum möglich, klar zu denken oder gute Entscheidungen zu treffen. Deshalb wäre aus meiner Sicht das Wichtigste jetzt erst einmal zur Ruhe zu kommen und dich selbst zu stabilisieren, damit es nicht zu Kurzschlusshandlungen kommt, die du später bereuen könntest.
1. Raus aus dem Kopf, rein in den Körper.
Wenn es geht, geh raus an die frische Luft und lauf ein oder zwei Runden um den Block. Das hilft, wieder zu atmen und die innere Anspannung etwas zu senken.
Wenn danach immer noch viel Druck da ist, darf der auch körperlich raus – z. B. im Schlafzimmer auf ein Kissen einschlagen und es im Viereck werfen, ruhig bis zur Erschöpfung. Das ist kein Ausrasten, sondern Stressabbau.
2. Ordnung ins Chaos bringen.
Vielleicht hilft es, ein paar Eckdaten ganz nüchtern aufzuschreiben – für uns Foris:
– Wie alt seid ihr beide?
– Wie lange seid ihr zusammen?
– Wie würdest du eure Paarebene vor diesem Verdacht beschreiben?
– Wie viele Kinder habt ihr, wie alt sind sie?
– Gibt es Menschen im realen Leben, die du jetzt kontaktieren könntest und die dich auffangen würden?
– Wie lange ist er noch weg bzw. wann kommt er wieder?
Wichtig dabei, nicht, um etwas zu "beweisen", sondern um deinem inneren Chaos eine Struktur zu geben.
3. Akzeptieren, was gerade nicht möglich ist.
So hart und unfair sich das anfühlt: Im Moment kannst du nichts klären. Er ist nicht Face to Face greifbar. Ihn mit Nachrichten oder Telefonaten zu bombardieren oder ständig zu schauen, wo er ist und wie lange sein Handy aktiv ist, wird dir jetzt keine echte Sicherheit geben – es hält die innere Unruhe eher am Laufen.
Das Einzige, was du jetzt tun kannst, ist, dich selbst zu halten.
Vielleicht kannst du auch vorsichtig schauen, woher dein Bauchgefühl kommt und ob es in der Vergangenheit schon ähnliche Verdachtsmomente gab oder ob das gerade ganz neu ist.
4. Alles darf raus – in einem für dich geschützten, sicheren Rahmen.
Schreib dir alles von der Seele – zu Hause auf ein Blatt Papier oder hier im Forum. Unsortiert, emotional, ohne Anspruch auf Klarheit. Das entlastet.
5. Das Gespräch darf warten.
Erst wenn du etwas ruhiger bist, kannst du dir überlegen, wie du ihm begegnen möchtest, wenn er zu Hause eintrudelt. Diese Entscheidung muss nicht jetzt fallen.
6. Handlungsspielräume und Konsequenzen.
Ganz langsam und ohne Druck kannst du für dich prüfen, inwieweit du bereit wärst zu handeln – und welche Konsequenzen du im Zweifel auch tragen könntest und welche (noch) nicht.
Und zum Schluss:
Dein Gefühlschaos ist real und darf ernst genommen werden. Du übertreibst nicht. Das, was du gerade erlebst, würde viele Menschen aus der Bahn werfen. Du musst jetzt nichts entscheiden oder klären – es reicht, wenn du Schritt für Schritt durch diesen Moment gehst.
Fühl dich bitte einmal liebevoll in den Arm genommen. Du bist mit all dem nicht allein.
