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Wie mit Bindungsangst umgehen?

milenec

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Liebe Leute,

nachdem mir zuletzt bei meinem letzten Thema echt gut geholfen wurde. Habe ich nun eine weitere Frage. Wo ich auf einen guten Austausch bzw. einen Dialog hoffe. Und zwar geht es um das Thema Bindungsangst. Ich habe das Gefühl, dieses Thema sorgt häufig für "Aggression", wenn man nicht betroffen ist. Ich selbst leide unter Bindungsängsten und ich habe den Eindruck, dass im Volksmund das Wort häufig missinterpretiert wird. Ich mache deshalb eine Therapie, was eigentlich mein geschützter Raum ist, wirklich meine Gedanken loszuwerden. Mit Freunden ist das häufig sehr schwierig, weil gerade Frauen (zumindest die in meinem Umfeld) sehr schwer mit dem Thema umgehen können. Frei nach dem Motto, wenn meine liebe Freundin schon Bindungsängste hat, dann der Typ, den ich date ja erst recht. Sehr häufig wird mir eingeredet, ich hätte keine Bindungsängste. Was massiv belastend ist, weil ich ohnehin schon sehr stark darunter leide und das nicht Annehmen von meinen Gefühlen meine eigene Gefühlswelt noch schlimmer macht. Aber das ist ein anderes Thema. Grundsätzlich würde ich mit anderen Betroffenen gerne austauschen, wie sie damit umgehen. Was sie selbst dabei fühlen. Vielleicht kurz zu mir. Ich möchte mich gerne binden. An sich. Und dann kommt wieder das vielleicht. Das Vielleicht verstehe ich häufig nicht. Weil ich nahe Freundschaften auch sehr schätze und das dort eigentlich gut hinkriege. Aber der Gedanke an eine "Oma-Opa"-Beziehung, so denke ich manchmal in meinem Kopf, fällt mir schwer. Wobei ich das Zusammensein mit einem Menschen, der mir viel bedeutet, so genießen kann und da Zweisamkeit wunderschön finde. Eher die Theorie sorgt bei mir für komische Gefühle. Bei mir ist es aber eher so, dass ich sehr massive Angst vor Verletzung und Ablehnung in einer Beziehung habe, die ich bisher nicht auflösen kann. Deshalb breche ich häufig Kennenlernphasen durch Drama ab und leide wie ein Schlosshund inkl. Zitterattacken und Panik. Ist für nicht Betroffene kaum zu verstehen. Verliebt sein ist für mich die Hölle. Ich bin sehr fürsorglich und sehr sanft. Bindungsangst wird häufig mit dem Wunsch nach ständigem Partnerwechsel assoziiert. So äußert sich das bei manchen Betroffenen auch. Die wenigsten wissen aber, dass es einfach aus Angst heraus passiert.

Wie händelt ihr die Unsicherheit in der Kennenlernphase. Die mich so massiv belastet, dass schnell alle Gefühle sterben, weil ich das Gefühl habe mir wird der Füßen unter dem Boden weggezogen. Erzählt ihr eurem Date davon? Ich habe es einmal einem Exfreund erzählt, der daraufhin selbst so schlimme Angst bekommen hat und dachte ich wolle ständig mit ihm Schluss machen. Mittlerweile behalte ich es für mich. Der Druck wird dadurch nur immer höher.

Wer kennt diese Leidensgefühle? Gibt es in eurem Umfeld Menschen, die euch in den Arm nehmen und verstehen, dass ihr selbst am allermeisten leidet? Wie geht ihr selbst mit der Panik um? Und wie mit dem Gefühl ohnmächtig zu sein, weil ihr euch verliebt habt?

Liebe Grüße und danke euch! Hoffe auf einen spannenden Austausch.

Milena

07.12.2018 14:22 • x 2 #1


Luto

Luto


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Zitat von milenec:
Wie händelt ihr die Unsicherheit in der Kennenlernphase. Die mich so massiv belastet, dass schnell alle Gefühle sterben, weil ich das Gefühl habe mir wird der Füßen unter dem Boden weggezogen. Erzählt ihr eurem Date davon? Ich habe es einmal einem Exfreund erzählt, der daraufhin selbst so schlimme Angst bekommen hat und dachte ich wolle ständig mit ihm Schluss machen. Mittlerweile behalte ich es für mich. Der Druck wird dadurch nur immer höher.

Wenn man sich auf Liebe einlässt, ist das auch immer ein scheinbares Risiko, denn es kann immer passieren, dass die Liebe auch abstirbt, was für den, der vielleicht noch liebt, sehr schrecklich sein kann, aber das Risiko muss man eingehen, sonst wird man nie Liebe mehr spüren... Liebe sollte frei schwingen, sonst funktioniert sie selten... und wenn man Panik bekommt, löchert das die Anziehungskraft... das ist leider so... Liebe ist kein Bausparvertrag....

07.12.2018 21:51 • #2


Hallihallooo


Naja, bei Dir scheint das ja recht krass zu sein...

Aber mach Dir nicht auch noch Stress oder Vorwürfe. Bindungsangst scheinen mir heutzutage 90 Prozent der Menschen zu haben... Und wenn schon lieben, dann lieber lieben lassen.

Im schlimmsten Fall bleibst halt Single oder triffst mal wen, den Du aushalten kannst. Gibt ja nun auch Partnerschaften ohne Hollywood-Gefühle, die auf Gernhaben und Wohlfühlen basieren.

Versteh mich richtig, ich würde Dir Erfolg mit der Therapie gönnen und auch die große Liebe. Aber Versuch mal etwas zu relativieren, damit Du entspannter damit umgehen kannst.

Ist auf jeden Fall schonmal hilfreich

Und ich finde es schön, wie offen Du damit umgehst. Mach das weiter so, Du wirst auch verständnisvolle Menschen treffen!

Und warum nicht auch einen Mann, der damit umgehen kann?

Wenn man das reflektiert und offen darüber redet, dann kann das funktionieren...

07.12.2018 22:35 • #3


kleinessternche.


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Hallo Milena,

ich bin kein Bindungsängstler, war aber ein Jahr lang mit meinen Ex damit konfrontiert und durch sämtliche Höhen und Tiefen mit ihm gegangen.
Ich erkenne seine Geschichte, sein Leiden in Deinen Worten wieder!

Würde es Dir wünschen, dass Deine Fragen hier beantwortet werden. Es gibt hier auch Betroffene, aber auch Leute, die, ähnlich wie Deine Freunde, ihre ganz eigene Meinung zum Thema Bindungsangst haben, diese nicht anerkennen und sowieso nicht nachvollziehen können.
Glaube, das kann man auch nur, wenn man es selbst erlebt hat. Es mit eigenen Augen gesehen hat, erlebt, wie auch der BA'ler darunter leidet. Nicht nur sein Partner.

Danke, dass Du das mit der Panik angesprochen hast! Auch mein Ex hatte Panikattacken. Vor unseren Treffen. Hat sich dann z.B. mit Arbeiten in der Wohnung erstmal abgelenkt, um etwas runter zu kommen. Danach war alles gut und schön. Habe auch von anderen gelesen, die so empfinden.

Es gibt ein Bindungsangst-Forum. Da wirst Du evtl. eher Antworten auf Deine Fragen finden. Nenne ich Dir gerne per PN.

Zitat von milenec:
Ich mache deshalb eine Therapie, was eigentlich mein geschützter Raum ist, wirklich meine Gedanken loszuwerden.


Respekt, dass Du die Therapie machst! Das finde ich sehr stark von Dir. Wie lange schon? Und merkst Du erste Erfolge?


Zitat von milenec:
Was massiv belastend ist, weil ich ohnehin schon sehr stark darunter leide und das nicht Annehmen von meinen Gefühlen meine eigene Gefühlswelt noch schlimmer macht.


Ja, genau das kenne von meinem Ex auch. Die Akzeptanz, sich selbst und anderen einzugestehen, dass man mit dieser Problematik, diesen Gefühlen behaftet ist. Das hat ihn noch zu allem sehr belastet!


Zitat von milenec:
Grundsätzlich würde ich mit anderen Betroffenen gerne austauschen, wie sie damit umgehen.


kann nur das o.g. Forum empfehlen

07.12.2018 23:11 • x 1 #4




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