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Wie mit der Einsamkeit umgehen?

bounty

mich würde mal interessieren, wie ihr mit der Einsamkeit umgeht?

ich kriege immer noch jedes Wochenende Flashbacks und dementsprechend Einsamkeits-Anfälle. Es ist dabei auch egal, was ich anstelle, ob ich unterwegs bin, oder gleich alleine zu Hause bleibe, es ist g r a u e n v o l l und ich bin froh, wenn das Wochenende vorbei ist. Besonders schlimm finde ich es irgendwie, alleine nach Hause zu gehen.
Mir graut es jetzt schon vor Weihnachten und Silvester, bei dem Gedanken daran könnte ich mal eben in Tränen ausbrechen, ich hab keine Familie und nur verheiratete Freunde, juchu . Und dann der Gedanke, dass es vielleicht immer so bleibt, dass ich für den Rest meines Lebens alleine bleibe, das ist schier unerträglich.
Wo findet ihr die Kraft euch immer wieder aufzuraffen und diese Tiefs, diese Einsamkeit zu überstehen?

13.10.2012 20:36 • #1


adeja


Mich überkommt dieses Gefühl der Einsamkeit auch immer wieder.
Wenn es ein schöner Tag ist, bin ich traurig, dass ich ihn nicht mit einem Partner an meiner Seite verbringe, wenn das Wetter trüb ist, ist es genauso schlimm. Sport hilft mir manchmal über besonders schlimme Phasen hinweg, aber hinterher ist die traurige Stimmung oft wieder da. Wieso gibt es anscheinend so viele einsame Menschen und wir schaffen es nicht, zusammenzukommen?

13.10.2012 20:57 • #2


bounty


ja, mir gehts genauso. Ich möchte einfach noch alles mit ihm teilen. Ihm alles berichten und seine Meinung hören. Ich kann mich über nichts wirklich freuen (weil ich dann denke, mit ihm wärs schöner) und bin doppelt so niedergeschlagen. Ich fühle mich wie amputiert!
Dann raffe ich mich auf, versuche mich abzulenken, aber diese Leere, die ist nicht so leicht zu überdecken, bzw. sie holt einen sehr schnell wieder ein.

Wenn ich hier im Forum lese, dann denke ich auch immer, jeder zweite Einwohner Deutschlands hat hier offenbar ein gebrochenes Herz, traurig!

13.10.2012 21:05 • #3


Eistropfen


Kann mich Euch beiden nur anschließen. Unternehme auch einiges, gehe in der Woche arbeiten und sorge für mein Kind und dennoch übermannt mich dieses Alleinsein manchmal dermaßen...
Ich versuche mich weitesgehend abzulenken, mir Dinge vorzunehmen, die ich mir vor der Trennung nicht zugetraut hatte oder die ich schon immer erledigen wollte. Ich habe noch einige Baustellen und hoffe, diese helfen.
Aber irgendwie fühlt sich alles wie ein Überbrücken an... zu was? Zum wieder nicht alleine sein, sich wieder geborgen fühlen.
Meine Freunde sind ebenfalls verheiratet oder leben in einer Beziehung - ich denke, dass wollen die meisten in meinem Alter (um die 30) und leben ihr Leben. Da fühle ich mich oft wie das 5. Rad am Wagen, wenn man was gemeinsam unternimmt oder ich traue mich teilweise schon gar nicht mehr, nachzufragen.
Am besten wäre ein neuer Kurs, Sport,... bei dem man neue (Single) Menschen trifft und kennenlernt, aber das lässt sich (bei mir) in den Alltag schlecht einbauen.

13.10.2012 21:06 • #4


bounty


genau. Ich fühle mich auch so, als würde ich alles irgendwie überbrücken. Ich mache weiter, versuche nicht ins Grübeln zu geraten, aber manchmal holt einen die Realität einfach eiskalt ein.

Mit Pärchen kann ich mich gerade gar nicht umgeben, weil ich förmlich spüre, wie sie denken: "Gott sei Dank bin ich nicht an ihrer Stelle"
Autsch.

13.10.2012 21:14 • #5


Herbstzeitloser


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Hallo Bounty,
in diesen Moment bist du nicht einsam. Ich sitze gerade am PC und lese deinen Beitrag. Ich lese seit drei Wochen in diesem Forum und irgendwie gleichen sich unsere Situationen. Für mich sind die einsamen Stunden immer eine Gelegenheit, sich völlig mit mir zu befassen. Ich analysiere meine Situation und überlege mir Wege, um mich (und nur mich!) auf einen neuen Weg oder neue positive Gedanken zu bringen. Der Austausch in diesem Forum ist der erste Weg, um sich Unterstützung zu suchen.
Ich wünsche Dir viele positive Gedanken und Einfälle, um Dich aus Deiner
Einsamkeit zu befreien.

Liebe Grüße

13.10.2012 21:23 • #6


Jade-Herz

Jade-Herz


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ich kanns auch nachvollziehen. irgendwie kenn ichd as gefühl SO gar nicht. ich konnte immer gut alleine sein. in den letzten monaten ist es eine einsamkeit,die unbeschreiblich ist.

die auch da ist, wenn ich unter menschen bin. die ständig da ist. und am schlimmsten am WE bzw. morgens und abends da ist.

glückliche pärchen sind sowieso grade ein graus.

und für mich am schlimmsten, dass ich das SO von mir eben nicht kenne.
ich habs vor ein paar jahren - wo ich auch zwischendurch single war überhauptnicht verstehen,wenn andre singles meinten, sie können mit pärchen nichts anfangen und sind einsam. ich konnte das gar nicht nachvollziehen, weil mich das überhaupt nicht gestört hat. und jetzt......

ich bin auch ständig nur am rumjammern - sorry

ja- wie mit der einsamkeit umgehen ? ich hab keine antwort - aber schliesse mich der frage an

13.10.2012 22:03 • #7


LadyThumperGirl


Einsamkeit? Leider zu oft. Oft rede ich mir ein: "Ich bin alleine, aber nicht einsam." bis ich dann feststellen muss, dass ich in mir doch eine totale Einsamkeit verspüre, ein schwarzes Loch, das einfach Niemand füllen kann. Und grade jetzt wo ich oft ausgehe und Menschen sehe, die lachen, die gemeinsam Spaß haben, Liebespärchen, Pärchen, die sich gerade erst kennengelernt haben... ja... da denk ich mir oft was ich bloß dagegen unternehmen soll.

Ausgehen alleine hilft anscheinend nicht, aber was dann?

Wie fülle ich bloß diese schreckliche Leere in meinem Herzen?

Ich weiß es nicht... ich weiß es einfach nicht.

13.10.2012 22:16 • #8


Rocky78


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Diese Einsamkeit ist wirklich komisch, vor allem, wenn man eine Familie hatte und nun vor den Trümmern der Beziehung sitzt. Man kann sich noch so ablenken, kommt man nach Hause, ist einfach niemand da.

14.10.2012 09:38 • #9


Nike


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Hallo ihr,

auch ich kann mit dieser Einsamkeit leider überhaupt nicht umgehen.... und das obwohl mein Ex noch hier wohnt.... wenn er nicht da ist , drückt mich dieses Gefühl des Allein seins so tief nieder, das mich wieder Gedanken bewegen, mein Leben zu beenden. wenn er da ist, bin ich innerlich auch einsam...

Am Freitag bin ich wieder in ein ganz tiefes Loch gefallen, weil niemand da war auch meine Hunde nicht, die sonst noch Trost bieten.

Und ich habe Riesenangst davor, das sich das niemals ändert.

Trotzdem ist es gut zu wissen und auch tröstend, das man nicht alleine ist , wenn man hier im Forum ist ....

15.10.2012 10:49 • #10


alex.


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Einsamkeit ist eigentlich ein ganz gesunder Zustand, wenn man sie zu schätzen weiss. Wenn man es vom psychiatrischen Standpunkt aus betrachtet, ist die Einsamkeit nach einem Beziehungsende (vorzugsweise noch, wenn man der Verlassene ist) kein Resultat der Liebe, sondern der Gewohnheit. Man hat in der Beziehung das Alleinsein verlernt.

Und was bedeutet Alleinsein -> Mit sich allein sein. Ist man sich selbst nicht mehr gut genug? Kann man mit sich selbst nichts mehr anfangen? Welche Macht gibt man dem/der Verflossenen über sich, so über das eigene Leben zu bestimmen, dass man sich wertlos ohne ihn/sie fühlt?

Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber ich kann am Alleinsein nichts verkehrtes erkennen.

-> Keiner klaut einem nachts die Decke
-> Man muss keine Rücksicht nehmen
-> Man kann, wenn man möchte, bis spät in die Nacht Rambazamba machen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben
-> Man trägt nur noch Verantwortung für sich selbst und muss nicht aufpassen, den Haussegen nicht runterzupfeffern
-> Keine Rechtfertigungen mehr
-> Spontanität ohne Rückfragen
-> Den Dreck im Haus macht man auch gleich viel lieber weg als vorher, da man ihn ganz allein selbst verschuldet hat
-> Zeit für Interessen und Hobbies und vor allem für Freunde, denn Freunde sind teures Gut
-> FREIHEIT!

15.10.2012 11:01 • #11


Felix


genauso geht es mir auch,ich unternehme viel um abzulenken,aber eigentlich ist es egal was ich mache ,der Gedanke ist immer bei Ihr,ich kann mich in nichts reinkonzentrieren was mir eigentlich Spaß macht,immer schwirrt es bei mir im kopf

15.10.2012 11:04 • #12


Maggie79


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Zitat von alex.:
Man hat in der Beziehung das Alleinsein verlernt.


dem stimme ich zu...ich sehe es aber noch etwas etwas differenzierter.
ich war z.b. lange zeit vor meiner letzten beziehung solo...also alleine, aber eben nicht einsam. ich war zufrieden, konnte ganz gut was mit mir selbst anstellen und war sogar der überzeugung, es ginge mir alleine besser als in einer beziehung.
dann kam plötzlich der wendepunkt und auch wenn meine letzte beziehung nicht immer schön und harmonisch war, habe ich (für mich) doch festgestellt, dass ich eigentlich nicht so gerne alleine bin. ich hatte mich einfach dran gewöhnt alleine zu sein und habe das beste draus gemacht...jetzt im nachhinein kann ich das im vergleich wirklich so sagen:
ich kann alleine sein, ich kann alleine zufrieden sein, aber glücklich bin ich definitiv zu zweit.

15.10.2012 11:15 • #13


alex.


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Naja, ich halte von der Topf und Deckelthese nichts. Und schon gar nichts halte ich etwas von angestrebter Symbiose.

15.10.2012 11:40 • #14


Maggie79


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nö, weder glaube ich, dass es nur den einen deckel gibt noch halte ich was von symbiotischen beziehungen...das habe ich auch gar nicht gemeint.
ich habe einfach nur den vergleich und bin für mich zu dem ergebnis gekommen, dass ich definitiv eine weitaus tiefere zufriedenheit empfinde, wenn ich in einer partnerschaft oder familie lebe und eben nicht der einzelgängertyp bin für den ich mich lange zeit gehalten habe.
mir ist es momentan sehr wichtig, ehrlich zu mir selbst zu sein und mir nichts vorzumachen...ich habe keine freude am alleine leben und daher kommen auch meine einsamkeitsgefühle und ich muß mir das auch nicht schönreden oder mich zum glücklichsein zwingen...ich brauche keinen partner um zu leben, aber ich lebe erfüllter mit einem partner/in einer familie.

jemand anders mag das genau gegenteilig sehen, vollkommen ok! hauptsache man ist ehrlich sich selbst gegenüber!

15.10.2012 11:57 • x 1 #15




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