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Wie sage ich es dir?

S
@Löwenzeh gut, dass du da auf dein Bauchgefühl hörst... nur du fühlst, was dran ist!

x 1 #46


Hola15
Zitat von Löwenzeh:
Er ist extrem aufmerksam. Er registriert kleinste Veränderungen im Raum. Er sieht und hört Dinge, wenn wir zusammen anderswo sind, von denen ich gar nichts mitbekomme.

Hypervigilanz?

Sag mal, hat bei einem oder beiden von euch mal ne ADHS Diagnostik stattgefunden?

Oder geht das alles mehr in die Trauma-Schiene?

Bei allem Respekt, den ich euren Päckchen entgegen bringe, wie geht’s eurem Kind in der ganzen Konstellation?

x 3 #47


A


Wie sage ich es dir?

x 3


Ameise_78
Zitat von Hola15:
Hypervigilanz?

Zitat von Hola15:
Oder geht das alles mehr in die Trauma-Schiene?

Wäre bei trinkenden Eltern (des Mannes) kein Wunder..?

@Löwenzeh
Hat er je Therapie deswegen gemacht..?

x 1 #48


Ouabain
Hmm.

Ich war wirklich rein bei positiver Verstärkung. Du schreibst so viel , wie schwer es Dir fällt, konsequent an ihm zu ziehen. Konsequent zu zeigen, was Du nicht magst. Besser und schneller Unzufriedenheit und Anforderungen zu kommunizieren.
Und alles richtig.

Nur dann hast Du geschrieben, wie süß er an diesem Morgen war. Und ich fragte mich - wie deutlich und konsequent zeigst Du ihm eigentlich Wertschätzung, wenn er was richtig macht ? Und wie sieht es umgekehrt aus?

Es heißt, eine Partnerschaft ist dann im Lot, wenn das Verhältnis zwischen negativen und positiven Botschaften etwa eins zu drei ist.

Ein Herzchen im Kalender war nur so eine Idee. Ein Zettelchen täte es auch. Oder ein - "was ich Dir sagen wollte". Und dann kommt keine Kritik, sondern ein ernst gemeintes Dankeschön.

Da schwillt einem doch als Partner ein wenig die Brust und meistens möchte man doch gerne mehr davon haben. Und dieses "bitte mehr davon" motiviert. Da sind wir Großen nicht anders als Kinder

x 2 #49


Löwenzeh
Zitat von Ameise_78:
Hat/te er toxische Eltern?
Eine narzisstische Mutter oder Vater?
Oh, du sagtest seine Eltern hätten getrunken..?
Da hat der Arme selbst ordentlich zu tragen... und eigentlich keine Kapazitäten für die Baustellen anderer.
Aber leider sucht man sich in dieser Lage meistens genau das.

Einen verstorbenen Vater, Alk., Tochter jahrelang (ein Jahrzehnt?) missbraucht.
T. vielleicht, er hat ein Bild in sich dahingehend, über das er wie über viele nicht nachdenken will.
Geld verzockt, rumgelogen, T. körperlich misshandelndes Verhalten (Tritt in den Rücken mit 12 für Aufmüpfigkeit, schmerzhafte Nagelhautentfernung, Kinder an Canna. herangeführt und ich denke, dass ich nur 1% weiß und er sich nur an max 50% aktuell erinnert...)

Die Mutter hab ich eigentlich ins Herz geschlossen, so ein lieber Mensch.
Aber angeblich nichts mitbekommen, bis es mit 14 Jahren der Tochter in Reha wegen Übergewicht benannt wurde. So spät.
Und noch heute erzählt sie nette Anekdoten, die auf so vieles hinweisen und gar nicht schön sind und scheint das Andenken ihres Mannes in Ehren zu halten?!

T. glaubt, sie weiß wirklich nichts, er will es ihr auch nicht zumuten, all sein Wissen.

Ich glaube, da musst du verdammt hart beide Augen zutackern, wenn du weinend aus allen Wolken fällst, weil du jetzt erst raffst, dass dein fast 40jähriger Sohn auch arg Schaden genommen hat.

Sie war wohl immer arbeiten? Krankenschwester, Schichtdienst, Mutter pflegen, zwei Kinder und im Geheimen versäuft und verspielt der liebe Ehemann die Kohle, die nie reicht.
Charmant war er, humorvoll, ein Lebemann.

Ich will sie nicht verurteilen.
Das steht mir nicht zu.
Ich kenne sie als äußerst (eigentlich schon aufdringlich) hilfsbereiten Menschen, der einem ungefragt alles abzunehmen versucht.

Nicht gelernt hat, sich nicht mehr zuzumuten, als sie stemmen kann.
Und dann weint sie auch schon wieder. Wegen allem. Schönem, schrecklichem. Oft, sehr oft.

Und eine Geheimniskrämerin. Steckt uns immer Geld zu, von dem ihr neuer Mann nichts wissen soll, obwohl es ja ihres ist und so ein Scheiz.
Ich halte mich da weitestgehend raus und T. hasst diese Heimlichkeiten auch, er ist da anders.

Immer über die Ecke kommunizieren; Schwester telefoniert mit T.
Schwester ist ein psychisches Wrack, trinkt wieder, Leberzirrhose, Nietenspende erforderlich, seit ich sie kenne. Wird nichts, der Körper wird zu hart geschändet, als dass er eine Narkose verträgt.
Wenn der Tag hart war und die Schwester mal wieder anruft und total daneben ist, kann T. halt auch da mal laut werden.

Die ältere Schwester heult sich dann bei Mama aus, die interveniert bei T.
T. fühlt sich schlecht, entschuldigt sich .

Das ist die Erlebniswelt meines Mannes.
Letzten Donnerstagabend, 22 Uhr, rief Mutter an.

Schwester wieder im Krankenhaus , dann plötzlich emotionaler Ausbruch, sie erinnerte sich, T. irgendwo abgeholt zu haben, psychologische Begutachtung.
Er durfte raus, Schwester sollte bleiben.
T. fragte Mutter: hat Papa was mit meiner Schwester gemacht?

30, wirklich DREISSIG Jahre später, spontan am Telefon weint sie ihn damit voll und fragt ihn:
Hast du was gewusst?
Und bei dir..?

Ich fand diese Situation so krass.
Ich sprach ihn den nächsten Tag darauf an.
Dass seine Mutter da echt scheize agiert.
Dass er keine Schuldgefühle haben soll; und wenn er alles wusste, war er immer noch ein Kind ohne Worte, dass genauso Schutz gebraucht hätte wie seine Schwester...

Ich dachte, es hätte zumindest hinterher Gespräche auch zu dritt und nur für T. gegeben.
Das Wenige, was er erzählte, klang danach.
Nun erfuhr ich: nichts hatte es gegeben für T.
Und er nimmt seine Mutter in Schutz und glaubt, sie ist einfach nie auf den Gedanken gekommen. Er war ja ein Junge.

Nach entdecktem Missbrauch folgte Trennung. T. wurde von Mutter gefragt, ob er seinen Vater besuchen will.
"Er ist doch mein Papa"
Bei diesen Besuchen lernte das Kind Joi.nts kennen, wartete vor Spielotheken und Kneipen. Ich hoffe nichts noch Schlimmeres.

Tochter und noch mehr Arbeit weil alleinerziehend beanspruchten Mutter.

T. wurde ganz alleine dieser liebenswerte Mann.
Allen Widrigkeiten zum Trotz.

Ich werfe doch keinen Diamanten weg.

x 4 #50


Ameise_78
Dein armer Mann😔
Mir wurde beim Lesen gerade ganz anders.
Damit ist zumindest was ihn betrifft, doch alles irgendwie kein Wunder - er braucht das Zocken bestimmt ab und an als Realitätsflucht, bei der Realität, die er erlebt hat, absolut nachvollziehbar.
Ich denke der Arme ist selbst mehr als genug damit beschäftigt, sich halbwegs in Balance zu halten... Absolut kein Wunder, dass er wenig bis gar keine Kapazitäten für anderes hat.😟

x 3 #51


Löwenzeh
Zitat von Ameise_78:
Da hat der Arme selbst ordentlich zu tragen... und eigentlich keine Kapazitäten für die Baustellen anderer.
Aber leider sucht man sich in dieser Lage meistens genau das.

Ja, eigene Baustellen erfordern auch irgendwie Baustellen am Partner, nicht wahr?

Erhöht den Toleranzbereich, was man kennt, stößt nicht ab.

Und mir war immer bewusst, dass ich durchaus auch Makel in Kauf nehmen muss, weil ich selbst nicht makellos bin.
Ist nur fair und hält mein Mann genauso.

Ich wollte nie den "Traummann", aus Angst, mich daneben unzulänglich zu fühlen.
Augenhöhe ist schon gut.

Aber wenn beide die Baustellen lieber auf unbegrenzte Zeit liegen lassen, wird's auf Dauer vielleicht zuviel Baustelle.

Man kann die Zeit halt soviel netter gestalten als nach Schutt zu graben.
Kurzsichtig betrachtet.
Und mittelfristig.

Langfristig zeigt sich später...

x 1 #52


Ameise_78
Schwierig, ja. 😕
Um solche Traumata anzugehen wie dein Mann sie hat, braucht man ja auch Kraft und Stabilität... die er momentan vielleicht nicht hat..? (Wäre kein Wunder...)

Ich rufe mal @Scheol hinzu, vielleicht hat er als unser forumsinterner Traumaexperte hier ein paar gute Anregungen🙏

x 1 #53


Catalina
Zitat von Löwenzeh:
Aber ihn stresst sein eigener Kopf so zu Tode, dass es auf alles im Umkreis ausstrahlt.

Zitat von Löwenzeh:
Er ist extrem aufmerksam. Er registriert kleinste Veränderungen im Raum. Er sieht und hört Dinge, wenn wir zusammen anderswo sind, von denen ich gar nichts mitbekomme.

Hier habe ich im ersten Moment wie @Hola15 an ADHS und/oder Hochsensibilität gedacht, auch weil er so extrem auf Sinnesreize wie Gerüche reagiert. Wenn ich allerdings das hier lese:
Zitat von Löwenzeh:
Und da seine Kindheit eine bedrohliche, unberechenbare Lebensphase war, kann er nicht einfach einen Schalter umlegen, unbeschwert sein und aufhören, sich nach Gefahr umzusehen.

denke ich eher, dass das ein Ergebnis seiner Kindheit ist, in der er die feinen Antennen brauchte, um zu überleben. Ich glaube, dein Mann bräuchte ganz dringend Unterstützung, um die schrecklichen Erlebnisse von damals aufzuarbeiten. Ja, ich weiß, will er nicht, kann ich auch irgendwie verstehen. Er hat vieles wahrscheinlich tief in sich vergraben, um überhaupt damit umgehen zu können und Angst davor, die Büchse der Pandora zu öffnen. Aber es wütet ja ganz offensichtlich in seinem Unterbewusstsein weiter und beeinträchtigt sein und euer gemeinsames Leben.
Zitat von Löwenzeh:
Und doch sehe ich ihn als meinen Schutzwall.
Meinen Schutzwall gegen den Alk., meinen Schutzwall gegen die Selbstzerstörung, meinen Schutzwall an den Stellen, die bisher ungeschützt waren.

Puh...damit gibst du ihm viel zu viel Verantwortung finde ich. Weiß er, dass du das so siehst?
Zitat von Löwenzeh:
Einen verstorbenen Vater, Alk., Tochter jahrelang (ein Jahrzehnt?) missbraucht.
T. vielleicht, er hat ein Bild in sich dahingehend, über das er wie über viele nicht nachdenken will.
Geld verzockt, rumgelogen, T. körperlich misshandelndes Verhalten (Tritt in den Rücken mit 12 für Aufmüpfigkeit, schmerzhafte Nagelhautentfernung, Kinder an Canna.. herangeführt und ich denke, dass ich nur 1% weiß und er sich nur an max 50% aktuell erinnert...)

Das klingt wirklich sehr schlimm, für deinen Mann und auch für seine Schwester, kein Wunder, dass beide heute noch so zu kämpfen haben.

Weißt du, anfangs dachte ich, ihr beide passt vielleicht einfach nicht zusammen oder habt Kommunikationsprobleme und eine miese Streitkultur, aber je mehr du hier erzählst, desto mehr wandelt sich das Bild. Es gibt Gründe, warum ausgerechnet ihr beide euch gefunden habt und die liegen in euer beider Vergangenheit, euren gemeinsamen Themen.

Ich denke ja, das sollte aufgearbeitet werden, aber da ihr das beide aktuell nicht wollt und Therapieplätze eh kaum zu kriegen sind, ist guter Rat leider teuer.

x 3 #54


Löwenzeh
Zitat von Ameise_78:
Absolut kein Wunder, dass er wenig bis gar keine Kapazitäten für anderes hat.

Ja, aber das Kind das er wollte, ist da.
Und das zweite wäre unterwegs, er will so gerne zwei, auch wenn er meiner Argumentation folgen kann, dass wir keine zwei Kinder packen.
Er pflichtet mir bei uns hofft trotzdem.

Wir geben diesem alles und das muss reichen.
Dabei bleibe ich.
Ich will kein zweites.
Zuviel Arbeit, Liebe und Angst.
Zu wenig Kapazitäten bei uns als Eltern.


Aber ja. Deswegen nehme ich ihm doch so viel ab.
Deswegen tut er mir leid. Und ich will ihn schützen, umsorgen, Zuhause sein lassen. Glücklich machen.
Manchmal sehe ich seine Warte und sein Leid nicht.
Manchmal glaube ich, er müsste nur an seinem Denken schrauben, die innere Einstellung umkonditionieren, wie ich es einst tat und leichter leben konnte.

Gerade fühle ich mich schrecklich, Weine, weil ich mich mal so richtig in meinen Mann versetzt habe - und vorher war ich nur bei mir.

Aber bei ihm ist es viel dunkler.

Und dann versau ich uns mit meinen spontanen Ausbrüchen von aufgestauten Kleinigkeiten den Großteil des Wochenendes und die wenigen freien Stunden, die wir hätten Spaß haben können.

Und heule mir selbst was vor wie seine Mutter. Ich finde mich gerade scheize.
Morgen wieder ihn.
Vielleicht bin ich einfach blöde.
Leute, ich muss mich raffen, ich mach mal Hausarbeit. Genug geheult.

x 3 #55


Hola15
Zitat von Löwenzeh:
Aber wenn beide die Baustellen lieber auf unbegrenzte Zeit liegen lassen, wird's auf Dauer vielleicht zuviel Baustelle.

Man kann die Zeit halt soviel netter gestalten als nach Schutt zu graben.
Kurzsichtig betrachtet.
Und mittelfristig.

Langfristig zeigt sich später..


Und bedenkt bei der Langfristigkeit auch was euer Kind in dieser Zeit von euch erspürt und lernt.

Theoretisch ist dir vieles klar. Und trotzdem vermeidet ihr beide den (tiefen) Einstieg in eure Themen.

x 1 #56


B
@Löwenzeh
Kenne ich alles sehr gut 😔
Mal von ihr mal von mir.
Das sich zu viel mit anderen Dingen beschäftigen. Die so wenig für die Beziehung geben.
Aber beim rausgehen war ich immer Feuer und Flamme. Fahrradtour, Picknick, Spaziergang im Wald und am Fluss. Familie im Sommer 😊

x 1 #57


Liv225
Liebe @Löwenzeh

Mit dem ganzen Wissen stellt sich das nun doch ganz anders da, nicht „nur“ ein Typ, der zu wenig „sieht“….
und Du unglücklich im ganzen Alltag.

Ich wünschte, Ihr könntet Hilfe bekommen zum Aufarbeiten, auch für den Kleinen da mitten drin.

x 4 #58


Löwenzeh
Zitat von Sanyata:
warum du getrunken hast?

Flucht?
Oft sind meine Gefühle mir selbst zu viel.

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Hola15
Zitat von Löwenzeh:
Flucht? Oft sind meine Gefühle mir selbst zu viel.

Da du von Disziplin gesprochen hast.
Welche Therapie- Ansätze hast du schon ausprobiert? Ich schätze Verhaltenstherapie?

Es gibt Menschen die schwören darauf und es funktioniert für sie.
Ich selbst sehe da oft Verläufe, die eben nur mit Disziplin es schaffen die Dinge zu externalisieren.
Mir ist klar, dass die Situation mit Therapieplätzen furchtbar ist. Aber vielleicht wäre ein guter Traumatherapeut ein Ziel das es anzusteuern lohnt?
Ihr beide seid in der Gefühlsvermeidung und tut ganz viel dafür. Und unter der Decke brodelt es.

Ein harter Weg, aber langfristig entspannter, wäre derjenige bei dem die Gefühle Stück für Stück ihren Raum haben und integriert werden dürfen.

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A


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