Hmm. Ich weiß grade nicht, was ich davon halten soll, dass Du mit Deiner 16jährigen, eh angeschlagenen Tochter Deine Eheprobleme besprichst. Mal ganz abgesehen davon, dass sie ja selber mitbekommen hat (mit für sie schlimmen Auswirkungen), wie ihr Vater/Dein Mann tickt: Lösungsvorschläge hast Du offensichtlich nicht parat. Genauso wenig hast Du es geschafft, Dich in der Vergangenheit schützend vor sie zu stellen. Und jetzt ziehst Du sie in Dein Dilemma mit rein, mit Halbwahrheiten. Um es vorsichtig zu formulieren: Schön finde ich das nicht!
Du machst in meinen Augen genau das, vor dem Du Angst hast, das es Dich treffen könnte: Du versuchst, zumindest die Tochter schon mal auf Deine Seite zu ziehen und lässt Deinen Mann als Verursacher Deiner Krise dastehen. Zu einer Ehe gehörten aber immer 2 und Du hast es 24 Jahre lang mitgemacht. Der erste Schritt hätte sein müssen, dass Ihr auf der Paarebene die Dinge klärt; gerne auch mit externer Hilfe. Um dann gemeinsam die Elternebene hinzubekommen.
Zitat von Friwa:Sie ist 16 und zieht Ende des Jahres mit ihren Bruder und dessen Freundin in eine eigene Wohnung in unseren Haus
Zur Wahrheit (bei einer Trennung) gehört auch, dass dieser Plan vermutlich aufgegeben werden muss. Es sei denn - ich schrieb es schon mal - einer von Euch verdient so viel, dass er das Haus alleine halten und den anderen auszahlen kann.
Du erzählst nach und nach, wie schlimm (aufbrausend, aggressiv, gemein...) Dein Mann sich über Jahre verhalten hat. Und dann denkst Du ernsthaft, dass ein Zusammenleben der gesamten Familie - Dein Mann und Du als WG - künftig funktionieren könnte? Glaubst Du, dass Dein Dann-Ex-Mann sein Verhalten plötzlich ändert?
Zitat von Friwa:Genau das war der Grund warum ich es nicht gleich geschrieben habe sondern auch gleich das mit mir erzählt habe ich wollte nicht dass das Gefühl aufkommt dass ich ihm alles in die Schuhe schieben will
Naja, Du hast es nicht gleich geschrieben. Dann aber doch.

Das, nachdem Du im Eingangspost noch von der "eigentlich ganz glücklichen Ehe" bis Oktober berichtet hast. Ich kann durchaus verstehen, dass Du an der Ehe, der Familie, an Haus, Hof (Hund, Katze, Maus) gehangen hast. Viele Menschen verharren in einer Situation, in der sie nicht glücklich sind. Neben evtl. falsch verstandener Liebe ist es oft "es ist ja nicht alles schlecht", Hoffnung auf Besserung und vor allem Angst vor einem Neuanfang samt dessen wirtschaftlichen Auswirkungen und/oder dem Alleine sein. Gerne auch eine Mischung aus allem davon.
Genau diesen Schuh kannst Du Dir anziehen. Frag Dich und beantworte Dir (Dir selber, das musst Du nicht hier im Forum kundtun) ehrlich, ob Du auch ein Ehe-Aus aktiv angehen würdest, wenn es diesen anderen Mann nicht als Sprungbrett und Auffangbecken geben würde.
Zitat von Friwa:Es sind keine Ausreden und ich schreibe nur die Wahrheit was hätte ich davon wenn ich ihn falsch verdächtigen soll.
Es ist Deine Wahrheit und natürlich nehme ich Dir das ab. Fakt ist jedoch, dass Du das jahrelang mitgetragen hast. Jetzt willst Du daran etwas ändern; das finde ich gut, richtig und wichtig. Du kannst nämlich Deinen Mann nicht ändern, sondern nur Dich selber und Deine Lebensumstände.
Aber konsequent magst Du es eben nicht angehen. Du möchtest die Trennung, aber halt nicht so richtig. Den neuen Mann - in einer Fernbeziehung!? - und den alten ein bißchen auch noch, so als Freund bzw. Mitbewohner. Damit sich nur nicht zu viel ändert, für Dich und die Kids. Wie soll das gehen?