omnom
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Letzte Woche haben ich (22,w, transg.) und mein ehemaliger Freund (27,m, bi) uns nach 4 Jahren getrennt. Er war meine erste große Liebe. Seit er in mein Leben trat war ich überglücklich. Er war der liebevollste Mensch, den ich je kennenlernen durfte und wir verstanden uns auf einer Ebene wie es mit keinem ging. Es gab oft Probleme. Er redet wenig über sich und stand teilweise nicht zu mir. Doch ich wollte ihm Zeit geben und nach all den Jahren wurde es besser. Ich lebte mittlerweile offiziell als Frau und wurde auch so wahrgenommen. Ich wollte immer mit ihm zusammenziehen, doch er wohnte aus finanziellen Gründen noch bei den Eltern und er schien es nie zu wollen wie ich. Er hätte es aber mir zu Liebe getan.
Ich entwickelte eine Abhängigkeit, da es in meinem Leben oft schlecht lief. Wegfindung nach der Schule, verschiedene Studiengänge, der ganze Selbstfindungsprozess zum Frau-sein und mein hochdepressiver Vater der schon mehrere Suizidversuche begann.
Letzten Herbst fing dann alles an zusammenzubrechen. Er wohnte endlich alleine im Studentenwohnheim und fing an seine Freiheiten zu genießen… Ich erfuhr, dass er eine Sucht für gewisse Filme entwickelte. Die langten ihm nicht mehr und er tauschte gewisse Bilder mit anderen aus und chattete mit ihnen um sich den Kick zu holen.
Meine ganze Welt brach zusammen. Filmchen sind das eine, aber bei so etwas "gibt" man ja auch etwas von sich. Die Angst, dass es wieder passiert hat mich gelähmt wie nichts zuvor. Die Gedanken hörten in keiner Minute auf. Doch er war da für mich. Ihm tat es so weh, dass er mich so verletzte, dass ich ihn das erste Mal wirklich weinen sah.
Doch es wurde nicht besser. Ich bekam immer wieder Panik, lies mir seine Treue schwören und er sagte mir er könnte es nie übers Herz bringen, mich zu betrügen.
Es gab noch ein paar schöne Momente, doch es war nie wieder wie davor. Mein Vertrauen in ihn war komplett weg.
Dann kam unser letzter Abend. Als ich zu ihm kam warf er blitzschnell etwas in den Müll, so dass ich es nicht sehen konnte. In mir begann die Panik von neuem. Als ich nachschaute fand ich nichts Besonderes. Doch, dass ich so reagiere, sagt ja schon alles aus. Ich hatte Angst, dass er wieder etwas vor mir verstecke…
Er hat mir schon davor von seiner Krise erzählt, dass er Angst hat sein Leben zu vergeuden (hatte zu viel freie Zeit das Semester) und fühlte sich nicht gut dabei.
Im folgenden Gespräch erfuhr ich, dass er sich noch nicht richtig ausgelebt habe, was das Körperliche mit anderen Menschen angeht, und dass er mir nicht mehr versprechen kann, es nicht mit 35 nicht mehr aushalten zu können und mich zu betrügen. Aber er liebe mich, und Beziehungs-/Freundschaftsmäßig sei alles perfekt gewesen, doch es gibt Dinge die er noch erleben will und ich könne wohl Liebe und das Eine nicht ausseinanderhalten. Dass er so denkt, war komplett Neu für mich. Das Beste war, dass ihm das an meinem Vater klar wurde, der leider immer mehr eingeht. Mein ehemaliger Freund will später nichts bereuen.
Ab da wusste ich, es ist nichts mehr zu retten. Seit dem haben wir keinen Kontakt mehr.
Er war alles für mich, und das Schlimme ist, dass er mich auch noch liebt, aber er nicht gegen diesen Drang ankommt.
Es war immer meine größte Angst nicht mehr genug zu sein. Ich bin eben keine "echte" Frau, was ihm auch an mir gefiel. Aber ihm fehlten Wohl gewisse Erfahrungen.
Ich fühle mich einfach so leer… Er war mein bester Freund, wir standen immer im Kontakt und haben uns ausgetauscht. Und jetzt; nichts. Es tut so verdammt weh… Es kommt mir vor als wurde ich 4 Jahre lang angelogen. Ich habe so Themen schon angesprochen, aber er sagte mir wohl immer das, was mich beruhigt… Vielleicht wollte er es auch selbst glauben.
Ich habe so Angst, das nie wieder erleben zu dürfen. Nach vielen Lesen in Foren weiß ich, man kommt auch über die große Liebe hinweg und findet jemanden, mit dem es wieder wunderschön wird. Aber es gibt so wenig Männer, die an mir interessiert sind, da ich eben eine Frau bin, aber intim eben nicht… Wie soll ich da wieder einen Seelenverwandten wie ihn finden?
Für mich war diese Liebe wie die Luft zum atmen. Er machte mein Leben ertragbar. Das ist natürlich auch der Fehler. Ich muss auch alleine glücklich sein können... Meine Freundschaften gingen ihre eigenen Wege und ich fühlte mich immer unwichtiger… Doch nachdem sie von der Trennung erfuhren, haben sich alle bei mir gemeldet. Ich war so gerührt…
Ich versuche mich abzulenken. Klar vermisse ich ihn… aber eher die Person, die ich schon seit Monaten nicht mehr hatte.
Doch diese Leere…ich bin in meinen Gedanken schon beim nächsten. Aber ich muss ja erstmal mit meinem ehemaligen Freund abschließen, und das wird Ewigkeiten dauern. Ich habe so eine verdammte Angst vorm allein sein, bin nur am heulen. Er war einfach alles für mich… Hollywood lehrt einem, dass Typen die nur an das Eine denken können und betrügen Machos sind. Aber er war das liebevollste Wesen, was ich kennenlernen durfte...Wie schaffe ich das nur?