Hi ,Rote Zora!
Zuerst einmal finde ich persönlich es SUPER dass Du hier um Rat fragst!
Ich wüsste gern viel mehr WAS die Verlassenden für Probleme und Gründe haben und finde es viel logischer sich mit Verlassenen über dein Problem auszutauschen, als mit den Leuten die Verlassen haben oder wollen, denn Du willst ja wissen was Leute beim Verlassenwerden durchmachen und wie das am behutsamsten geht.
Leider ist es wohl immer schlimm verlassen zu werden (nach Charakter mehr oder weniger traumatisch natürlich) aber schmerzfrei, angenehm oder einfach ist es wohl nie.
Leider ist es auch immer umso schlimmer&schmerzhafter je "offensichtlich notwendig und begründet" eigentlich die Trennung für den Verlassenden ist !
**"Anziehungsungleichgewicht" zu groß = Trennung umso unabwendbarer = Verzweiflung&Kränkung umso dramatischer!**
Wie in DEINEM Fall ! (?)
Je unselbstständiger, abhängiger, bemitleidenswerter, depressiver, labiler oder auch (z.B. bei "miesen Charakteren") "kritisirenswerter" eine Person ist , desto weiter ist sie ja in der Regel ja von den Wunschpartnervorstellungen des Verlassenden entfernt und umso mehr Gründe liefert diese Person dann "zum Verlassen" und um so unerreichbarer ist gleichzeitig auch die (erhoffte) 2. Chance , die sich die meissten Verlassenen wünschen indem sie "an sich arbeiten wollen..."
(Spätestens dann ist ja der Ofen GANZ aus und man kommt "schon gar nicht mehr in Frage" für den Expartner, weil man endgültig zum Rückgrat- und Willenlosen Wurm verkommen ist, der ALLES tun würde !)
Abgesehen davon, daß zu einer guten (Liebes) Paarbeziehung auch befriedigender Sex gehört ist ein unselbstständiger Partner, der einem auch noch Dinge sagt wie: "ohne Dich kann ich nicht Leben" oder ähnliches einfach nicht mehr anziehend !
So jemand klappt natürlich dann, wenn die Trennung im Raum steht , komplett in sich zusammen und wird damit NOCH unattraktiver - weil bemitleidenswert- für den "Geher".
Ihr führt definitiv keine für beide Partner befriedigende Beziehung und Deine Gründe sind nachvollziehbar, abgesehen davon musst Du Dich ja eh viel weniger rechtfertigen, als der Verlassene im Moment der Trennung von Dir verlangen wird,
DENN:GEFÜHLE SIND NICHT VERHANDELBAR. PUNKT.
Du wirst nicht darum herumkommen ihn sehr zu verletzen & es besteht leider wirklich die Gefahr, daß er dran zugrunde geht...
Er kann auch nicht verlangen, daß Du ihn liebst und bei Ihm bleibst, wenn er seinen "Part" nicht ausreichend erfüllt...
Es scheint ja auch nicht so ,dass sich da "gute und schlechte Zeiten" in normalem Maße abwechseln, sondern eher ein Dauerzustand & Stillstand (seinerseits?) vorzuherrschen.
Du kannst ihm nur möglichst ehrlich und behutsam erklären , was Dir fehlt und warum Du gehst & das Er leider NICHT mal eben an sich arbeiten kann, weil Du Dich schon in einen anderen verkuckt hast und dann wirst Du Dir vielleicht anhören müssen , daß Du Ihn früher über deine Unzufriedenheit hättest in Kenntnis setzen müssen, weil Er ja jetzt keine Chance mehr hat zu reagieren...DU WIRST DIE GRAUSAME PERSON SEIN, DIE JEMANDEM WEHTUN MUSS,ja,leider...
Je ehrlicher Du die wahren Gründe ihm gegenüber aussprichst, desto größer ist (meiner Meinung nach!) die Chance , daß er irgendwann wieder auf die Beine kommt. Er braucht schlüssige, ehrliche Fakten damit er die Chance hat sich für die nächste Beziehung wieder in realistische Haltung zu bringen & in einem akzeptablen Zustand !
Du kannst versuchen Ihn weiterhin als Freund und Bezugsperson nicht (zu schnell) fallen zu lassen und für ihn da zu sein, soweit es deine kommende Beziehung nicht belastet, aber wahrscheinlich wird er früher oder später ohnehin nicht damit zurechtkommen , daß er nicht mehr deine Nr.1 ist und wenn er dann alles mal wirklich "realisiert hat" (und vernünftig ist!),dann wird er wohl von alleine den Kontakt abbrechen wollen um sich zu entlieben ...dann wird er wieder leiden oder dran zu Grunde gehen, aber es ist keine ja Option Ihm zuliebe und aus Mitleid nicht dein Glück zu suchen !
Der Schock ist nicht vermeidbar, der Schmerz auch nicht. Aber das schlimmste ist falsche Hoffnungen zu machen als Verlasser oder nicht die ganze Wahrheit zu erfahren als Alleingelassener , weil man dann nicht verarbeiten kann und immer nur "WARUM?WARUM?WARUM?" fragt....für mich zumindest ist das so...
WENN man dann lange genug am Boden war ,dann kommt man nur wieder hoch, wenn man Klarheit darüber hat woran man selber Schuld ist (und woran man WIRKLICH arbeiten sollte) UND (NOCH WICHTIGER!) , daß man kapiert was man überhaupt GAR NICHT mitverschuldet hat, WAS NICHT an einem selber liegt oder einfach nicht steuerbar war.
Ich glaube die ungeschönte Wahrheit würde mir am meisten helfen....das Verstehen um zu verarbeiten & wieder zu sich zu finden.
Ich glaube inzwischen auch, daß man als Verlasser fast tun&lassen kann was man will: Man bleibt der böse, geliebte , schlimme,grausame, vergötternswerte Mensch wegen dem der Verlassene halt leidet --- EGAL wie behutsam (NATÜRLICH BESSER BEHUTSAM!) oder "kaltblütig-konsequent" man vorgeht: Man ist in dem Moment einfach in der "Henkersrolle"!
...und ICH als Verlassener bin eigentlich DERJENIGE, der ganz viel falsch machen kann oder besser!
ICH muss mich selbst in den Griff kriegen, ICH hätte mich nicht so jämmerlich benehmen sollen, ICH muss aufhören grundlos zu hoffen, ICH muss aufhören meine EX unverhältnissmässig zu idealisieren, ICH muss selbstkritisch abwägen, u.s.w.... WAS davon hätte meine Ex mir ersparen können?-- ALLES wenn Sie noch verknallt wäre! - NIX, da Sie es eben nicht mehr ist!---
Sie war behutsam und mitfühlend, hat mir versucht alle möglichen Fragen zu beantworten und wollte mich als besten Freund nicht verlieren...mehr konnte sie wohl nicht tun....
