annica89
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ich hatte vor einigen Wochen schon mal hier geschrieben und das Blatt hat sich ein wenig gewendet.
Mein Mann hat mir vor einiger Zeit eröffnet dass er nicht weiß, ob er noch Gefühle für mich hat. Wir haben eine sehr schwere Zeit mit schreibaby und anderen Problemen hinter uns, was uns beide sehr belastet hat. Deshalb haben wir eine Paartherapie begonnen, um aus dem Streit und den Diskussionen ausbrechen zu können. Das hat leider nicht so geklappt, wie angedacht.
Nun hatten wir die Vereinbarung dass wir uns quasi unter einem Dach räumlich trennen - jeder macht sein Ding. Das war für mich nun letztlich auch so in Ordnung, denn ich merkte immer mehr, dass er Ruhe und Zeit braucht und ich auch nicht mehr mit dieser emotionalen Kälte und Distanz seinerseits umgehen kann.
Das hielt ca 10 Tage, in denen er mich auch durchaus mal in den Arm nahm oder mir einen Kuss gab. Ich habe ihn in Ruhe gelassen. Plötzlich meinte er dass er merkt dass ich mit der Situation nicht klar käme, mir ginge es so schlecht. Das stimmte aber nicht und ich habe ihm das auch mehrfach gesagt. Sicher war das nicht das gelbe vom Ei, aber es war erstmal okay. Ich spürte, wie er immer mehr die Verantwortung auf mich schieben will dass ICH ja nicht mit allem zurechtkomme. Dabei war er derjenige, der mit seinen Gefühlen nicht klar kam und noch mehr Trennung wollte. Nachdem er mich dann im Streit angeschrien und mir unschöne Worte an den Kopf geknallt habe, habe ich ihm gesagt dass ich nicht mehr kann und einfach merke dass er sich trennen will, aber zu feige ist das zu sagen.
Wir haben uns daraufhin nun erstmal getrennt, auch räumlich. Es ist noch nichts komplett beendet, aber es muss Ruhe einkehren.
Mein Mann dreht im Streit immer den Spieß um
. wenn ich sage ich habe das Gefühle, dass . , dann dreht er mir schon den Hahn ab und sagt sowas wie du schon wieder mit deinen Gefühl. .o.ä. Das ist super verletzend, denn egal, was ich sage, es wird nicht angenommen oder mal zugehört. Er ist überhaupt nicht fähig Eigenkritik zu üben. Das ist auch der Therapeutin aufgefallen, dass er immer gern auf mich abwälzt, damit ja nicht bei ihm geschaur wird. Und sowieso, er will auch in der Therapie nicht in die Tiefe gehen. Wenn wir dort oder in Gesprächen zwischen uns an seine Vergangenheit, seine Kindheit (die nicht schön war) kamen, dann macht er dicht. Entwede er sagt, er will darüber nicht reden, oder er sagt nix mehr und lässt mich auflaufen.
Genauso bei Fehlern, die eindeutig er getan hat, die werden auf mich abgewälzt. Hätte ich nicht dieses oder jenes, hätte er ja nicht dieses oder jenes getan .
Er ist immer das Opfer und ich der Täter. Er war auch die letzten Monate unfähig seine Bedürfnisse und wünsche zu äußern, obwohl wir in der Theorie oft darüber gesprochen haben und ich ihm auch da mehrmals klar sagt, dass er mir klar seine Grenzen sagen soll. Hat er nicht. Jetzt macht er, was er will und ich fühle mich, als hätte ich ihn die ganze Zeit unterdrückt. So wird es mir auch ausgelegt. Ich habe eine dominante Art, ja, und sicher habe auch ich meinen Teil zu allem beigetragen. Ich bin aber offen dafür und nehme das an. Er will von seiner Beteiligung nix wissen. Wenn es in der Therapie um mich ging, war er liebevoll und zugewandt. Sobald es um ihn ging, mauerte er.
Jetzt weiß er nicht, was er fühlt, das wird wohl stimmen. Es ist ja auch klar dass Gefühle weggehen, wenn man sich ständig nach den Bedürfnissen eines anderen richtet und nicht fähig ist, seine eigenen zu kommunizieren. Aber auch hier wieder: wäre ich anders gewesen, wäre es ja nicht so .
das verletzt und tut weh. Wir haben uns mal so sehr geliebt und er ist auf den ersten Blick und nach außen hin total ruhig, lieb und vernünftig. Nur wenn man ihn so sehr kennt wie ich, dann zeigt er sein wahres Gesicht. Das kam auch erst nach und nach durch.
Ich leide momentan sehr, weil ich ihn liebe, weiß dass er auch anders sein kann. Wenn er aber seine Teile nicht sieht und keine Therapie macht, dann wird es nichts mehr werden. Das sage auch nicht ich, sondern unsere Paartherapeutin. Sie sagt, ich habe alles getan, was ging. Nun ist er dran.
Hat jemand Ähnliches erlebt und wie geht ihr damit um? Vor allem mit Schuldgefühlen? Ich hatte manchmal schon den Gedanken ich sei total bescheuert und ich bin an allem schuld.