Zitat von Hollowmoonmama:@Shibb
Danke für die lieben Worte.
Ich sage mir zwar selbst schon immer dass es okay ist, ich nun mal Zeit brauche und gerne so viel weinen kann wie ich eben muss. Es ist nur so dass ich langsam von mir selbst genervt bin. Ich mag es prinzipiell nicht um Menschen zu weinen die mich so verletzt haben, denn was bringt es denn. Egal wie viel ich weine, jammere usw er hat sich entschieden und wird nicht zurück kommen. ach, diese sch. Gefühle.
Du weinst nicht für ihn oder wegen ihm. Du weinst für dich und was es IN DIR ausgelöst hat. Vielleicht kannst du dir mit dieser Vorstellung das genervt sein selbst nehmen. Denn letzten Endes sind es deine Gefühle und Emotionen, die beweint werden.
Manchmal werde ich gefragt, warum ich es teilweise so schnell schaffe mich zu entwickeln. Ich mache es wie jeder hier: ich seziere meine Gedanken, weine, schreie, leide, tobe und verfluche.
Ich denke mal, dass ich in der Tat recht schnell reflektieren und verarbeiten kann. . . mittlerweile.
Wie ich das schaffe? An sich total simpel.
Es wird hier immer betont "man soll bei sich bleiben". Für mich war das zu Anfang fremd. Was wollen die von mir? Wie geht'n das?
Die Reaktion zu weinen ist bei allen in der Regel gleich. Die Tränen laufen und wir heulen rotz und Wasser. WIE wir aber weinen, darin liegt der Unterschied.
Ich kann mich hinsetzen, ein Foto schnappen von dem Zwilling ( so nenne ich den aktuellen Herzmenschen bei mir) und beim Anblick weinen bis zum abwinken, am besten noch geschmückt mit den schönen Erinnerungen. Oder ich schwelge in den schönen Momenten, hole mit Situationen aus der Erinnerung, klammer mich an das letzte Geschenk, die letzten Worte, das letzte "ich liebe dich" usw. , zücke kiloweise Taschentücher und lasse den Tränen freien Lauf.
Oder. . . So mache ich es. . .
Ich zücke kiloweise Taschentücher, lasse den Tränen freien Lauf und blende rigoros alles aus was mit dem Zwilling zu tun hat. Keine Bilder, keine Erinnerungen, keine Momente. nichts.
Ich setze mich hin und frage mich welche Emotion bei mir grad das weinen auslöst. Oder mehrere Emotionen. . . Wenn ich die benennen kann, dann fühle ich in mir hinein wo ich das spüre. In irgendeiner region des körpers spüre ich das. Brust, bauch, hals, herz, Magen. . . Und dann konzentriere ich mich genau auf dieses Gefühl. Schaue wie es sich anfühlt, wie viel platz es einnimmt, wie es aussehen könnte. . . und konzentriere mich weiter ganz bewusst darauf. Zu Anfang war es nicht leicht, es bedarf etwas Übung und Geduld. Erstaunlicherweise stellte sich ziemlich schnell heraus, dass damit diese Emotionen für mich ertragbarer wurden. Sie beruhigten sich.
Irgendwann wurde mir bewusst "hey, ich habe verstanden, was die Foris meinen, wenn sie sagen dass ich BEI MIR bleiben soll". Diesen Fokus auf sich (selbst) legen zu können ist für mich der Schlüssel zu vielem anderen geworden.
Vieleicht probierst du es einmal. Ich denke, dass ich damit mich und meine emotion akzeptieren kann und nicht mehr dagegen ankämpfe. Und darum es doch: Akzeptieren.