Moin!

War drei Tage nicht online und hier war viel zu lesen. Habe es aber übersprungen, kann meine Gedanken gerade selbst nicht ordnen.
Ich wurde nennen wir es mal "geheadhunted". Zusammen mit 4 oder 5 anderen Mitarbeitern. Gleich unbefristet,
6! Euro mehr die Stunde, ich kann mir aussuchen, in welchem Objekt ich arbeiten möchte und auch welche Schicht (früh, spät, nachts). Ich müsste nur noch 3 Tage pro Woche arbeiten, würde trotzdem mehr verdienen, als jetzt.
Meine zwei Einsatzleiter in meiner jetzigen Firma: einer ist seit 30.06. in einer anderen Firma, der andere seit Mai krank und keiner weiß, ob er überhaupt wieder kommt. Der neue Einsatzleiter hatte nur 2 Wochen Einarbeitung, ist völlig überfordert und fängt jetzt schon an, dass er Ablaufpläne erstellen will, wie wir unser Revier fahren sollen. Habe ihm gleich gesagt, dass ich genau so fahre, wie ich es seit 3 Jahren mache und mir da nicht reinreden lasse. Schließlich sind wir diejenigen, die auf den Straßen unterwegs sind und wissen, wie es da läuft oder auch laufen kann. Wir sind selbstständiges Arbeiten, Planen und auch Reagieren auf unvorhergesehene Ereignisse gewöhnt. Alles, was cool war, z.B. ein lockeres Verhältnis zu den Einsatzleitern, ist gerade weggebrochen. Neue Besen kehren gut, nicht wahr?
😕 Und wenn die anderen gehen, von denen einige schon wirklich lange in der Firma sind (ich weiß schon, dass sie zugesagt haben), wird der Betrieb bei uns komplett zusammenbrechen. Wenn plötzlich knapp die Hälfte der Mannschaft weg ist, dann geht halt nix mehr.
Und ich? Sitze hier, plage mich mit meinem schlechten Gewissen, weil ich die, die noch bleiben, im Stich lassen würde. Ich habe durch die neue Stelle eigentlich nur Vorteile, aber einen Nachteil: ich könnte erstmal nicht fahren, sondern würde im Objektschutz sein, also an einem festen Ort. Und gerade das Fahren ist ja das, was ich am meisten liebe. Der neue AG hat meinem jetzigen AG schon das größte Objekt des Landes SH abgenommen und es wird so weitergehen. Auch da wird wieder Revierdienst aufgebaut und ich werde irgendwann wieder fahren können. Und momentan denke ich mir, insbesondere mit Hinblick auf die kommenden Jahreszeiten, dass es vielleicht auch ganz gut sein könnte, nicht bei Regen, Hagel, Sturm, Schnee und Frost nachts auf den Straßen unterwegs sondern in einem warmen Objekt zu sein.
Und trotzdem plagt mich das Gewissen und ich weiß, dass ich das große Heulen kriege, wenn ich mich von meinen Kollegen verabschieden muss. Ich habe sowas auch noch nie gemacht, also einen AG verlassen, weil mich ein anderer abgeworben hat. Ich fühle mich, als würde ich meinem jetzigen AG in den Rücken fallen. Andererseits weigert sich mein jetziger AG auch, uns gerade mal 1,50 Euro mehr die Stunde zu zahlen. Seit 2022 haben wir keinen Cent mehr bekommen, obwohl die Preise da draußen Richtung Mond geschossen sind.
Helft mir bitte mal. Habt Ihr sowas schon gemacht und dabei auch so ein schlechtes Gewissen gehabt?