stillsad
Mitglied
- Beiträge:
- 219
- Themen:
- 10
- Danke erhalten:
- 413
- Mitglied seit:
meine Trennung liegt nun eindreiviertel Jahre zurück, der Klassiker: Er hat sich getrennt, angeblich wegen meiner Persönlichkeit, er sei perfekt, ich nicht. Dabei sind sehr viele unschöne Sachen von seiner Seite passiert, die ich lange nicht als solche erkennen konnte, weil die knapp vier Jahre Beziehung davor so toll waren und ich ihn wirklich über alles geliebt habe. Seine Aggression konnte ich mir dann nur mit einer "Neuen" erklären, auch wenn er das damals abstritt. Letztlich hatte ich leider Recht, seine beste Freundin aka Ex hatte schon auf ihn gewartet und sie kamen gleich nach der Trennung offiziell zusammen, was meine Liebe leider nicht wirklich gemindert hat. Drei Monate nach der Trennung bat ich nochmal um ein Gespräch zur Aussprache, weil mich die Situation, dass er so im Bösen gegangen ist, bis heute belastet, aber auf meine Email habe ich nicht einmal mehr eine Antwort bekommen, Unterm Strich kann man also sagen, dass sehr, sehr deutlich ist, dass er mit mir schon längst abgeschlossen hat und mich am Ende auch nicht mehr liebte, auch wenn er das bis zum Schluss beteuert hat (auch das der Klassiker, wie ich hier im Forum erkennen musste).
Ich habe seitdem nach mir geschaut und schaffe es langsam, langsam, die Trennung für mich zu akzeptieren. Trotzdem denke ich noch jeden Tag an ihn, obwohl wir uns seitdem nicht mehr gesehen habe. Auch mein Wunsch von damals, dass wir die Trennung nutzen können, um uns weiterzuentwickeln, um dann gereift wieder zueinander zu finden, ist im Herzen noch da, auch wenn der Kopf mittlerweile ganz klar sagt: "Dem kannste nie mehr vertrauen."
Nun raten mir viele, dass ich doch "einfach" eine neuen Mann suchen soll, um die alte Liebe und Erinnerungen "zu überschreiben". Online-Dating mache ich immer noch nicht, doch gehe ich wieder viel aus und mittlerweile auch wieder auf Männer zu, weil ich nicht an einen Prinzen auf dem Einhorn glaube, der an meiner Tür klopft. Nur jedes Mal, wenn ich mir im Gespräch mit einem Mann denke, ach, der ist aber interessant (kam bislang immerhin schon drei Mal vor), geht in meinem Kopf ein ganz schlimmer Vergleich los: Meinen Ex hatte ich damals gesehen und wusste, der ist es. Bei den erwähnten neuen Treffen ist es aber eher so, dass mein Kopf meinem Herzen gut zuredet, damit das Herz sich nicht gleich wieder versteckt. So, als wenn man die große Liebe jetzt hatte und nun weiter macht, weil einem nichts anderes mehr übrig bleibt, wenn man nicht alleine sein möchte. Aber eigentlich weiß man, dass man nie mehr dorthin kommt. Versteht ihr, was ich meine? Von wegen "schau, beim Ex hat es ja nicht geklappt, dann probiere doch mal was anderes, jetzt gib dem doch mal Zeit, vielleicht ist so was weniger feuriges langfristig besser". Und wenn dann vom Mann keine weitere Initiative kommt, bin ich fast schon erleichtert, weil ich mich dann wieder zurück ziehen kann. Weil mich die Situation einfach nur traurig macht und ich dem anderen auch nichts vorspielen möchte (im Übrigen würde ich auch bei meinem Ex, sollte er noch einmal kommen, genauso gedämpft reagieren, weil ich durch die Akzeptanz der Trennung irgendwie den Glauben in die Liebe verloren habe).
Also, was tun? Mein Gehirn mag ich ja überschreiben können, aber mein Herz doch nicht. Wie kann ich wieder Vertrauen in Beziehungen fassen? Oder liegt es am Ende am eigenen Selbstvertrauen, dass ich mich immer noch ausgesetzt und abgeschoben fühle und noch nicht stark genug, um mich gänzlich von meinem Ex zu lösen?
Jetzt ist es doch sehr lang geworden, ich hoffe, ich konnte meine Gedanken in etwa darstellen. Vielleicht hat jemand anderes ja mal ähnliche Erfahrungen gemacht und weiß mir zu helfen. Wie ihr merkt, mache ich mir gerade sehr viele Gedanken
Danke und viele Grüße!