Zitat von commitmentor:durch die permanente selbstschützende Haltung Deiner Partnerin entstehen immer wieder Spannungen zwischen Euch, die weitere Annäherungen blockieren.
Ich hoffe, dass eine Beratung, die u.a. Impulse Richtung Selbstverantwortung gibt, Euch noch helfen kann
Diesem Fazit schließe ich mich gern vollumfänglich an.
IMO ist der große Vorteil einer Beratung, daß es nicht der TE sein wird, der seine Frau auf die permanente selbstschützende Haltung als Ursache für die anhaltenden Spannungen hinweist, sondern ein
neutraler Mediator - und das vielleicht zunächst mal auch in einem Vorgespräch, also ohne daß der TE dabei ist. Sofern überhaupt, wird die Frau sich wohl eher einem solchen neutralen Fremden als dem TE gegenüber dafür öffnen, auch ihr eigenes Verhalten mal in Frage zu stellen und zu erkennen, was sich daran ändern muß, damit ihre Ehe wieder in Schwung kommt. Die Hemmschwelle ist da schlicht eine andere.
Das setzt natürlich voraus, daß die Frau überhaupt noch ernsthaft an einer Ehe reloaded interessiert ist und es schließt auch nicht aus, daß auch der TE sein Verhalten mit dem Mediator beleuchten wird müssen, um seine eigenen Anteile an der Situation ebenfalls zu bearbeiten.
An Stelle des TE würde ich die Frau mal an den Tisch bitten, ihr sagen, daß es mit der Ehe so auf Dauer nicht weitergeht und ihr vorschlagen, so ein Mediationsangebot zu finden und anzunehmen. Ihre Reaktion wird bereits Bände darüber aussagen, wie es um ihr grundsätzliches Interesse an der Ehe überhaupt steht: Etwa wenn sie dankend ablehnt - ohne eine Alternative anzubieten.
Ehe er so ein Gespräch führt, sollte der TE sich aber klare Ziele setzen - etwa wie
er damit umzugehen gedenkt, wenn seine Frau die Mediation rundweg ablehnen sollte und einfach nur weitermachen will wie gehabt. Er wird sie nicht dazu zwingen können, so einen Vorschlag anzunehmen. Ebensowenig kann er sie dazu bringen sich anders zu verhalten, solange sie dazu nicht bereit ist.
Sollte sie tatsächlich so stur reagieren wie ich befürchte, wird
er sich wohl entscheiden müssen:
- akzeptiere
ich den Status quo, höre auf zu "quengeln" und lebe
ich hinfort wie ein Mönch?
- akzeptiere
ich, daß wir nur noch eine WG sind und suche
ich mir mal selbst eine Affaire?
- akzeptiere
ich, daß wir nur noch eine WG sind und schlage
ich ihr eine offene Ehe vor?
- akzeptiere
ich die Ehe unter diesen Umständen nicht länger und reiche
ich die Scheidung ein?
Diese Wahl ist
seine - niemand sollte sie ihm abnehmen. Aber treffen sollte
er sie schon bevor
er dieses Gespräch führt, damit
er angemessen reagieren kann, je nachdem was seine Frau ihm an eigenen Vorstellungen so auftischen sollte. Die gute Nachricht ist nämlich, daß auch seine Frau ihn ggfs. nicht dazu bringen kann, sich anders zu verhalten, solange
er nicht dazu bereit ist...
Daß das nicht leicht ist - geschenkt. Aber da wird er durch müssen. Denn selbst wenn er nichts tut, wird es ihm ja
nicht gutgehen damit. Ansonsten hätte er nicht diesen Thread hier eröffnet.