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Wo führt das bloß hin?

Sminti

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Hallo zusammen. Das könnte ein etwas längerer Text werden
Es geht um meine Partnerin und mir. Wir stecken seit fast 3Monaten in einer großen Krise und heute war es soweit, dass wir uns fast getrennt haben da wir beide nicht mehr wissen, in welche Richtung es geht.
Angefangen hat es Anfang September als Sie mir eines Abends mitteilte, dass sie keine Kinder mehr möchte obwohl wir darüber schon seit 3 1/2Jahren gesprochen haben und dieses auch schon fest geplant hatten. Außerdem, sagte sie mir, dass Sie so unsere Beziehung nicht mehr möchte. Leider hat sich der Alltag in unsere Beziehung geschlichen. Es gab nur noch Schlafen, Arbeit, essen, schlafen, Arbeit, essen usw. Sie äußerte, dass Sie wieder mehr für sich tun möchte und es war nicht ihre Aussage, sondern ihre Art wie sie es sagte. Ich hatte das Gefühl, dass Sie unsere Beziehung in Frage stellte und das hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen! Zumal wir vor 1 Jahr geheiratet haben! Diese ganze Sache, hat ein so großes Ausmaß angenommen, dass wir jetzt mittlerweile zur Paartherapie gehen und wir als Paar immer mehr auseinander gehen. Wir umarmen uns noch, geben uns Küsschen aber das war es auch. Wir lieben uns noch aber wir finden irgendwie nicht mehr zueinander.
Gerade eben, haben wir uns wieder in eine Disskussion gestürzt in der es darum ging, dass Sie gar nicht mehr ankommt um ein bisschen zu kuscheln. Darauf meinte Sie, warum ich nicht einfach komme wenn ich kuscheln möchte. Ich habe ihr versucht zu erklären, dass mir einfach die Sicherheit dazu fehlt, weil ich nicht weiß, was sie möchte und ob es ihr unangenehm ist. Wir schlafen schon seit fast 3 Monaten nicht mehr miteinander und das Küssen fehlt total. Sie sagte mir, dass Sie das zur Zeit nicht kann. Deswegen bin ich auch etwas gehemmt .
Sie hat mich nicht richtig verstehen können. Außerdem sagte Sie schon desöfteren, dass sie in der Zeit die wir zusammen waren immer wieder Sachen gesagt hat, weil sie mich nicht verletzen wollte und weil ich Dinge eingefordert habe wie z.B. "Findest du mich noch s.uell Attraktiv?" Sie würde das ja finden aber sie hat halt so geantwortet wie ich es erwartet habe. Schwierig zu verstehen oder? Ich verstehe Sie einfach nicht mehr richtig da Sie diese Frage ja wahrheitsgemäß beantwortet hätte.
Es gab viele Verletzungen von uns beiden und das macht natürlich auch etwas mit unseren Gefühlen. Wir geben einen Haufen Geld für diese Paartherapeutin aus aber irgendwie entfernen wir uns immer weiter voneinander aber ich schaffe es einfach nicht mich zu trennen weil ich uns noch nicht aufgeben kann und weil wir uns noch lieben. Andererseits glaube ich, dass unsere Beziehung am Ende ist aber noch fühle ich es vom Herzen her nicht.
Was können wir nur tun? Weiß jemand Rat?

15.11.2015 16:33 • #1


SilentOne78

SilentOne78


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Hallo Sminti,

es tut mir leid, dass Du in so einer Krise steckst... kann die Verwirrung und den Schmerz gut nachfühlen.

Leider gibt es kein Patentrezept um Beziehungen zu retten... eine Voraussetzung ist aber sicher, dass BEIDE Partner der Beziehung noch eine echte Chance geben wollen.
Du schreibst, ihr seid in einer Paartherapie... das ist schon mal ein guter Ansatz. Aber auch das kann nur was bringen wenn a) beide dabei mtziehen und b) der Therapeuth Mittel und Methoden einsetzt, die für euch persönlich und eure Situation geeignet sind.

Bislang scheint Dein Gefühl, dass sich die Lage trotz Therapie verschlimmert... Wessen Idee war es, diese Therapie zu machen? Wenn sie von Dir kam, hat Deine Frau nur widerwillig / aus Pflichtgefühl zugestimmt, oder war Dein Eindruck, sie hofft ehrlich damit etwas verbessern zu können?
Wieviele Sitzungen habt ihr denn bisher gehabt? Hat euch das Vorgehen der Therapeutin angesprochen, habt ihr euch da gut aufgehoben gefühlt? Habt ihr beide gleichermaßen mitgearbeitet? Habt ihr euch nach den Sitzungen darüber ausgetauscht, wie es euch dabei gegangen ist, was es ausgelöst hat in euch?

15.11.2015 17:21 • x 1 #2


Sminti


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Hallo SilentOne...Vielen Dank für deine lieben Worte. Die tun gerade sehr gut 😀
Die Idee zur Therapie kam von mir und meine Partnerin war zunächst nicht davon begeistert was sich mittlerweile aber deutlich geändert hat. Wir waren bis jetzt 5x da . Ich habe außer in der letzten Therapie leider sehr wenig mitnehmen können. Ich habe mich sogar beim vorletzten Mal eher traurig gefühlt und hätte so los heulen können.
Ich fühle mich dort nicht so gut aufgehoben wenn ich ehrlich bin. Sie ist sehr, dass muss ich wirklich betonen aber es fehlt mir die Umsetzung in unserer Partnerschaft.
Meine Partnerin sagte, dass Sie nicht weiß ob die Liebe noch reicht um das alles zu schaffen, was mir die Sache nicht gerade erleichtert. Sie hat sich so verändert, und ist so anders geworden. 😔

15.11.2015 22:37 • #3


SilentOne78

SilentOne78


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Hallo Sminti,

vielleicht könnte ein etwas anderer Blickwinkel der Schlüssel sein...

Sich nicht zu fragen: "reicht die Liebe noch, um das umzusetzen" sondern "könnte die Liebe wieder kommen, wenn wir das umsetzen"?

Dazu passend ein Zitat aus "The 7 Habits of Highly Effective People" von Stephen R. Covey:

Zitat:
“My wife and I just don’t have the same feelings for each other that we used to have. I guess I don’t love her anymore and she doesn’t love me. What can I do?”

“The feeling isn’t there anymore?” I inquired.

“That’s right” he reaffirmed. “And we have three children we’re really concerned about. What do you suggest?”

“Love her.” I replied.

“I told you, the feeling of love just isn’t there anymore.”

“Love her.”

“You don’t understand. The feeling of love just isn’t there.”

“Then love her. If the feeling isn’t there that’s a good reason to love her.”

“But how do you love when you don’t love?”

“My friend, love is a verb. Love -- the feeling -- is a fruit of love -- the verb. So love her. Sacrifice. Listen to her. Empathize. Appreciate. Affirm her. Are you willing to do that?
Love is a verb. It’s a constant choice. If you don’t feel the love anymore, that is exactly the indication that we need to choose to act the love and see what happens.”


Vielleicht findet ihr den Mut, es so noch einmal miteinander zu versuchen?

Eine Erfolgsgarantie gibt es leider nicht... manchmal ist man schlichtweg schon zu weit auseinander gedriftet, um den Weg gemeinsam weiterzugehen, sind die Bedürfnisse und Wünsche zu unterschiedlich geworden, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

Dann gilt es loszulassen... die Trauer und den Schmerz zu durchleben... und irgendwann wieder den Mut zu fassen, das Leben neu anzugehen und mit Zuversicht in die Zukunft zu schauen... Ein verdammt schwerer Prozess...

Bei meinem Mann und mir war es leider auch so... wir haben uns nach 12 Jahren getrennt, weil die Kluft zu groß geworden war. Es tat weh, weh, weh.
Aber inzwischen haben wir beide unseren Frieden damit gemacht. Neue Partner gefunden...

Mir haben dabei auch zwei Bücher geholfen... für die Trennungsbewältigung "Trennung ohne Rosenkrieg" von Gisela Hötker-Ponath (klett-cotta.de/media/14/9783608861105.pdf)

Und für die Beziehungsreflektion, und als Mutmacher, sich wieder auf jemanden einzulassen: "Die Psychologie der Intimität" von Tobias Ruland (klett-cotta.de/media/14/9783608980370.pdf)

Wünsche Dir viel Kraft!

16.11.2015 09:34 • x 1 #4




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