Zitat von 1994Lena1994:ich kann deine Kritik verstehen, aber diesen Thread habe ich tatsächlich unabhängig von dem anderen eröffnet; zu 100% unabhängig geht es natürlich nicht, weil diese Frage zur Zeit natürlich ohnehin sehr aktuell für mich ist, aber es interessiert mich generell, woran andere festmachen, dass sie ihr Leben mit genau dieser einen Person verbringen wollen - gerade wenn es doch im Laufe des Lebens mehrere "Richtige" geben soll. Woher diese Erkenntnis kommt, dass jetzt der Partner gekommen ist, um sich für immer zu binden.
Hallo Lena.
Ich halte dein Denken in dieser Hinsicht für sehr kompliziert. Viele Gedanken, Analysen, vermeintliche Rationalität sind aus meiner Sicht deine Methoden, um dir Distanz zu schaffen und Abstand vom Erleben/Eintauchen in die Beziehung zu nehmen. Aber das würde in den anderen Thread gehören.
Zum Thema: @AllesGegeben30 hat das aus meiner Sicht sehr schön beschrieben:
Zitat:Wenn man sich vor allem über einige Jahre etwas gemeinsames aufgebaut hat, beide Seiten immer wieder aktiv an sich und der Partnerschaft arbeiten (denn Partnerschaft bedeutet schließlich auch Arbeit), wenn man weiß, was man sich da gemeinsam erschaffen hat, all das immer wieder wertschätzt, schaut - dass das Feuer weiter brennt (oder wie man das sagt), kann das bestimmt funktionieren.
Das sagt schon fast alles aus, was ich hier nochmal beschreiben möchte:
Beziehungen sind und bleiben dynamisch und du gehst von einem Extrem aus: "Für immer an jemanden zu binden." Merkst du den Fehler?
Den Lebenspartner zu finden ist ein Prozess und keine Entscheidung die man überhaupt treffen kann:
Es geht darum die Beziehung mit seinem Partner zu leben: Sich liebevoll und zärtlich zu behandeln, sich aufeinander einzulassen, gemeinsam etwas zu erleben und aufzubauen, gemeinsam Schwierigkeiten zu überstehen, sich aufeinander verlassen zu können und zu vertrauen, ein "Wir-Gefühl" zu entwickeln, zu wissen jederzeit jemanden an seiner Seite zu haben - wenn man ihn braucht, gemeinsam zu wachsen. Die Dynamik: Das benötigt immer auch eine ausgeglichene emotionale Investition von beiden Partnern in die Beziehung und das passiert nicht von alleine. Es ist Arbeit, die aber beide - wenn sie sich lieben - nicht als Arbeit empfinden sollten. So lange das so funktioniert, werden auch beide nicht an Beziehung zweifeln und sich sicher sein, dass sie zusammen bleiben wollen, die Frage ob der andere der Richtige ist stellt sich nicht einmal. Sie stellen sich Herausforderungen, wollen Kinder bekommen etc. und die Beziehung würde - wenn die Dynamik so bleibt - vielleicht auch ewig Potential haben bestehen zu bleiben.
Genau so schnell kann eine Veränderung das Ganze aber leider auch ins Kippen bringen. Das Schreibaby, das zur Welt kommt. Der attraktive, interessierte neue Arbeitskollege der Partnerin, etc. etc. Und wiederum liegt es am Paar, wie sie mit den neuen Umständen umgehen können. Vielleicht verdeutlicht das, was ich damit meinte, dass an Beziehungen eben immer gearbeitet werden muss und sich auf einer gut laufenden Beziehung nicht ausgeruht werden kann.