Worte und Taten

gytha

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Hallo zusammen,

nach 5 Monaten Trennung hab' ich wohl das Schlimmste überwunden, das Leben läuft wieder seinen Gang und der Schmerz macht mich zumindest nicht mehr total handlungsunfähig.

Dennoch falle ich immer wieder in tiefe Löcher, wobei ein Gedanke sich fast manisch in mir festfrißt, worauf ich keine Antwort finde.
Als er mich nach 3 Jahren verließ, ohne Vorwarnung und bis zum Schluß glücklich erscheinend, sagte er, daß seine neue "Seelenverwandte" ihm erst gezeigt hat, was bei uns fehlt, er wisse nicht ob es richtig ist, was er tue, aber er müsse es ausprobieren. Er wolle mich aber nicht verlieren, eine Freundschaft mit mir aufbauen.

Ich ließ mich darauf ein, schon aus der Hoffnung heraus, daß er wiederkommt. Aber ab da veränderte er sich total, es war nur Kälte und Oberflächengeplänkel, mails und sms meinerseits wurden die meiste Zeit ignoriert.
Wir sahen uns 3-4 mal wegen des Autos, bei dem einen Mal, als wir ein wenig Zeit hatten, wollte ich ein paar Fragen beantwortet haben, nämlich WAS nicht stimmte, sagte ihm wie es mir geht und was ich fühlte. Aber er blockte ab und meinte, mit mir könne man nicht mehr "normal" reden.
Ich blieb wieder im Regen stehen.

Er hat sich nicht ein einziges Mal mit mir über die Trennung und deren Gründe auseinandergesetzt.
Ich weiß, daß es falsch war, aber ich machte immer wieder den Versuch, den Kontakt aufrechtzuhalten, per sms, mail, ohne jegliche Vorwürfe, meist waren es nur Grüße oder noch Sachen wegen der Wohnung.
Es kam nichts zurück, garnichts. Ich kann mich noch an ein sms aus der Anfangszeit der Trennung von ihm erinnern in dem er schrieb :"Die Liebe wird bleiben, für die Freundschaft müssen wir etwas tun"
Purer Hohn.

Kann mir jemand sagen, warum er sich so verhält? Warum er so tut, als hätte ICH IHN verlassen und nicht umgekehrt?
Ich bin jemand, der verzeihen kann, inzwischen glaube ich sogar die Gründe der Trennung ein bißchen zu verstehen, aber ich kann nicht verstehen, warum er mich meidet wie die Pest, mir zu allem auch noch das Gefühl gibt, daß ich ein absolutes Nichts in seinem Leben gewesen bin.

Damit hadere ich, es schmerzt chronisch und ich kann einfach keinen Frieden finden.

Gytha

27.03.2005 09:26 • #1


Ehemaliger User


Hallo Gytha,
was du da beschreibst ist leider kein Einzelfall. Das mit der Freundschaft ist vielleicht tatsächlich so gemeint. Das Problem ist einfach, dass du wahrscheinlich bei jedem Kontakt als sein schlechtes Gewissen fungierst. Scheinbar schafft er es nicht, sich selbst und erst recht nicht dir unangenehme Fragen zu beantworten. Er muss es aus seiner Sicht ja auch nicht, schließlich hat er alles getan, was für ihn wichtig und richtig war. Ich denke, den meisten ist gar nicht bewusst, dass sie damit ein Loch bei dem Verlassenen reißen, weil der sich nämlich über den Sinn der ganzen Exbeziehung Gedanken macht. Für den Verlasser ist es dagegen leichter, einen Sinn in der Ex-Beziehung zu sehen, da er aus einer sehr positiven Lebenssituation heraus urteilt.
Dass du jetzt das Gefühl hast, er schiebt dir den schlechten Part zu, kann ich gut nachvollziehen. Das scheint auch ein relativ häufiges Phänomen zu sein. Mein einer Ex und mit ihm einige gemeinsame Bekannte haben das auch geschafft, dass ich mir am Ende völlig bekloppt vorkam. Überleg dir das mal: Wenn er sagt, man könne mit dir nicht normal reden, dann ist er wahrscheinlich der einzige Mensch auf der Welt, der das so sieht. Leider interessiert dich aber gerade dieser Mensch noch, immerhin konntet ihr ja mal miteinander reden. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, mein einer Ex wird wohl auch auf ewig durch mein Verhalten gekränkt sein. Aber das kann man halt nicht ändern, das sitzt so in deren Köpfen fest und es besteht ja kein akuter Grund das zu ändern.

Du bist mit Sicherheit völlig normal. In Deutschland hält allerdings immer mehr eine meist oberflächlichere Lebensphilosophie Einzug.... so nach dem Motto sei glücklich und nimm dir das Glück, lebe im Augenblick und vergiss dabei die Leute um dich herum, selbst wenn sie durch dein Verhalten leiden....Leute wie du, die sich um ihre Exbeziehungen Gedanken machen wirken da eher als Störfaktor. Genauso, wie hier offene Gefühlsbekundungen zu unterdrücken sind, sofern sie etwas Tragisches an sich haben, weil sie nicht erwidert werden.

Versuch irgendwie, das alles nicht zu persönlich zu nehmen. Es hat wirklich nichts mit dir zu tun, sondern damit, wie sehr er um sich selbst kreist und mit sich und seinem Leben beschäftigt ist. Er hat eine Beziehung und ist wahrscheinlich auch sonst im Leben eingebunden. Er schafft es dadurch einfach nicht, für deine Sichtweise Verständnis zu haben, sondern bleibt bei der eigenen.

Die Situation ist sehr traurig, ich weiß. Aber sie ist schwer durch dich beeinflussbar. Deine SMS, E-mails usw... leider alles vergebliche Mühe und es ist jedesmal verletzend, wenn nicht eine gewünschte Reaktion kommt. Du erwartest doch, dass sich der andere freut, wenn du dich meldest. Versuch aufzuhören, dir selbst weh zu tun.    

Das Nichts-Gefühl wirst du leider noch eine Weile mit dir herumtragen, nehme ich an. Ich wünsche dir sehr, dass dich das in der Zukunft nicht im Hinblick auf neue Beziehungen hindert. Die Angst immer wieder ein Nichts zu sein für den Menschen, den man liebt, ist in meinen Augen der Schrecken der Liebe.

Ich wünsche dir alles Gute und den Mut, deine Ängste zu überwinden
Susa3

27.03.2005 10:34 • #2


gytha


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Liebe Susa,

ich danke Dir sehr. Was Du geschrieben hast macht Sinn für mich. Der Wunsch nach einem abschließenden Gespräch mit ihm werde ich nicht nochmal äußern, wir würden sowieso auf keinen gemeinsamen Nenner mehr kommen.

Dir auch alles Liebe
Gytha

27.03.2005 12:36 • #3




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