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Zerrissen zwischen zwei Ländern - Beziehung vorbei?

N
@Margerite das sind harte Worte an denen sicher einiges dran, von daher danke dafür.

Zitat:
Zudem warst du lange Zeit Single und ein Paarleben nicht mehr gewöhnt.

Ja, das habe ich komplett unterschätzt. Das Leben als Paar / in einer Beziehung muss ich auf gewisse Weise noch lernen, ich hatte mich darauf verlassen dass ich in anderen Bereichen eigentlich als reflektiert und umgänglich wahrgenommen werde.

Zitat:
Sorry, du hast es vergeigt und der Sx ist auch nichts, was eine Beziehung zusammenhält. Ich vermute, dass du innerlich überfordert warst obwohl du es ja so wolltest. Aber es sich vorzustellen und dann zu leben, sind eben doch zwei Paar Stiefel.

Überfordert war ich auf jeden Fall. Unterbewusst wusste ich dass es nicht gut läuft - aber wie bei einem Autounfall den man von außen mit ansieht war fehlten mir in dieser Phase die Fähigkeiten dagegen anzusteuern.

Zitat:
Sie zog nun einen Schlussstrich und merkte, dass der Weg hierher nicht das Ziel war, das sie sich erhoffte und zog wieder zurück. Sie wollte eine Familie mit dir gründen, der Weg war bereitet, aber dann herrschte Stillstand. Vielleicht kannst du zu viel Nähe nicht gut aushalten? Vielleicht überfordert sie dich? Vielleicht hat dich nun auch die Endgültigkeit, als sie ihre Zelte in Norwegen abgebrochen hat, irgendwie erschreckt, Dir Angst gemacht. Denn was würde nun auf dich zu kommen. Nochmals ein kleines Kind aufziehen, eine Familie aufbauen, ein gemeinsames Leben gestalten? Vielleicht war das zu viel für dich und dann kommt die Flucht in die innere Migration und der Stillstand.

Ich hätte auf jeden Fall etwas mehr Zeit gebraucht mich in die Beziehung einzuleben, während sie sehr schnell ist mit Entscheidungen. Die Sache ist auch dass von vornherein Druck auf unserer Beziehung in Deutschland war - sie kam mit hohen Erwartungen in ein instabiles Umfeld. Manchmal denke ich dass es gar nicht möglich gewesen wäre all dies hier in Deutschland zu verwirklichen, ohne damit meine Fehler zu beschönigen. Ich bin jedoch davon überzeugt dass in Norwegen vieles anders gelaufen wäre und ich erst dort wieder durchatmen kann - unabhängig von der Frau um die es hier geht. Aber wenn überhaupt kann es nur dort eine Zukunft für uns geben.

Zitat:
Mach dir da nicht allzu große Hoffnungen, das war jetzt ein Abschied auf Raten, denn sie hat ihr altes Leben in Norwegen wieder eingetütet und das endgültige Ende wird auch noch kommen.

Es ist jetzt - denke ich - zu spät, da noch das Ruder rumreissen zu wollen. Und wofür denn auch? Für einen Mann, der zu einer Beziehung eher Jein als Ja sagt?


Das kann sein, dass das Ende kommt. Trotz allem bin ich mir sicher, dass sie immer noch spürt, dass es zwischen uns eine ganz besondere Verbindung gibt. Nur wie beschädigt ist diese? Zudem ist unsere Beziehung aktuell im Ungleichgewicht - ich bin eine Art Bittsteller geworden und aus ihrer Sicht spricht nun auch viel gegen mich.

#16


N
@Taja1976 ja, nachdem alles hier so gelaufen war wie beschrieben ist es doch das mindeste den Umzug mit zu organisieren und durchzuführen. Wir sind dem Transporter auf einer Fähre nach Norwegen gefahren, in ihrer neuen Wohnung Möbel aufbauen, alles einrichten etc. Drei Tage haben wir dort noch zusammen verbracht.

Ich sehe, dass sie Ruhe braucht um wieder zu sich zu kommen.

#17


A


Zerrissen zwischen zwei Ländern - Beziehung vorbei?

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N
@alleswirdbesser
Zitat:
na ja, nachdem sie einen sehr großen Schritt in deine Richtung gemacht hat - der Umzug, Veränderung im Job, Sprache usw. - hast du sie komplett hängen lassen, während sie dir in deinen Lebenslagen half. Nun ging sie einen großen Schritt zurück und dieser ist glaube ich viel größer als der Schritt zu dir. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Frau, die eine Familie gründen möchte und sich ein Kind wünscht, wieder wegziehen würde und das in ein anderes Land. Du hast sie schlicht enttäuscht innerhalb kürzester Zeit. Wenn ich sie wäre, würde ich es nicht mehr darauf ankommen lassen, um zu sehen, ob es besser werden kann, sondern mir einen Partner suchen, mit dem ich eine Zukunft sehe, der von Anfang in die Beziehung investiert anstatt nur zu nehmen. Tut mir leid das so deutlich schreiben zu müssen, es ist meine Frauensicht zu dem, was bei euch passiert ist.


Dass ich nur "genommen" habe würde ich nun auch nicht sagen. Es gab verschiedene Themenfelder/Probleme auch in ihrem Leben mit denen wir uns viel beschäftigt haben und sie mir immer wieder für meine Unterstützung bedankte. Aber es gab hier eine riesige Asymmetrie, das stimmt.


Zitat:
Was ich nicht verstehe ist das Verhalten der KM. Wie lange wart ihr zusammen? Der Sohn war bei der Trennung ein Jahr alt? Ihr wart 13 Jahre schon getrennt bevor diese Frau in dein Leben kam und die KM reagiert deshalb über? Wie geht das? War sie diejenige, die du in all den Jahren für 6 „genommen“ hast? Anders kann ich es mir nach 13 Jahren Trennung nicht erklären.

Und wie passt es zu deinen 15 Jahren Single sein?


Mit der KM verhält es sich folgendermaßen: Beim ursprünglichen Kennenlernen wollte ich die "red flags" nicht sehen - sie ist nach Einschätzung verschiedener Stellen psychisch stark belastet oder auch krank. Ja, wir trennten uns praktisch schon in der Schwangerschaft. Ich war auch damals jung und habe nicht alles optimal gehandhabt. Da sie mir unseren Sohn teils monatelang entzogen hat, niemand aus meiner Familie durfte ihn sehen, war ich sehr darauf konzentriert zu ihr ein stabileres Verhältnis aufzubauen. Mediation haben wir drei Jahre lang gemacht, danach bis eben meine Freundin in mein Leben trat, hat auch sie sich weitgehend an die Vereinbarungen als Eltern gehalten. Wir feierten sogar Weihnachten zusammen, fuhren in den Urlaub. Also alles viel zu nah im Nachhinein. Ich habe emotional da so unglaublich viel reingegeben und auf naive Weise gedacht sie (die KM) "heilen" oder langfristig stabilisieren zu können. Dann, seitdem ich eine Freundin hatte, wechselte sie ihr Verhalten ins destruktive, aggressive (inklusive Drohungen) und boshafte. Sie hat wirklich alle Brücken abgebrannt und hält mich und meinen Sohn seit zwei Jahren auf Trab. Ich habe natürlich viele Maßnahmen zur Abgrenzung ergriffen. Aber auch die Beratungsstellen wissen teilweise nicht mehr weiter. Mittlerweile glaube ich nicht mehr dran dass sie sich noch mal Hilfe für sich selbst holt.

Meine Freundin hat darunter sehr gelitten, dieser ganze Dauerstress mit der KM war etwas, was sie explizit nicht in ihrem Leben haben wollte. Das einzige Mal dass sie mich angeschrien hat, war um sich Luft zu machen wie sehr sie die KM (welche sie nie zu Gesicht bekommen hatte) hasst und wieviel diese bei uns kaputt gemacht hat. Und das Ziel der KM war sicherlich meine Beziehung zu zerstören. Vielleicht weil ich in all den Jahren auch ihre einzige feste verlässliche Bezugsperson gewesen war und ihr mit vielem geholfen hatte. Aber sich auch weil sie mich am Ende hasst und immer jemanden braucht der Schuld an ihrer Lebenssituation trägt. Das Ergebnis ist nun dass ihr Sohn sie nicht mal mehr besucht. Und dass sicher nicht weil ich ihn daran hindere.

#18


N
Zitat von alleswirdbesser:
Sehe ich nicht so, das Kind sollte an erster Stelle stehen, zumindest solange du dafür sogst. Das wäre zum Beispiel die Entscheidung gegen Umzug nach Norwegen. Aber… der Junge war 14, jetzt 16. Wie soll man sich das vorstellen, dass du deine Partnerin deshalb vernachlässigt hättest? In dem Alter verbringt man ...


Natürlich steht mein Sohn so gesehen an erster Stelle, es ging teils um Kleinigkeiten wie etwa ihn zu bitten morgens zum Aufstehen an unsere Schlafzimmertür zu klopfen um uns etwas Privatsphäre zu verschaffen. Wäre wahrscheinlich kein Problem für ihn gewesen. Für mich fühlte es aber vor einem halben Jahr so an als würde ich ihn zurückweisen.
Zudem habe ich teils ganze Wochenenden darin investiert ihn mit seinen schulischen Aufgaben zu begleiten. Er hat Freunde, aber nicht viele. Umzu verhindern dass er alleine am PC sitzt haben wir viele Brettspiele etc gespielt. Was auch meiner Freundin Spaß gemacht hat. Aber: Sie sagte auch sie sei nicht nur zum Spiele spielen hier.
Natürlich wird er nach und nach immer unabhängiger und ich versuche ihn so viel wie möglich aus dem Haus zu bekommen.

Er wurde von seiner Mutter m.E. wirklich psychisch misshandelt, so holte ich ihn wiederholt abends ab, als er noch bei seiner Mutter war, er saß weinend vor der Tür. Mir wurde gesagt, dass es erstaunlich sei dass er soweit keine Auffälligkeiten zeige. Auch meine Freundin, sie hat schon in der Psychiatrie gearbeitet, meinte dass dies wirklich an der Stabilität läge die ich im bieten würde. Aber sie kam dabei dennoch unter die Räder.

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N
Zitat von mokka_23:
@Noka Du hörst dich sehr reflektiert und sehr traurig an. Woher kommt diese Trauer, diese Leere von der du schreibst? Sie war wohl von deiner Freundin da? Und warum kannst/konntest du deinem Sohn gegenüber keine Grenzen setzen/den Elternpart übernehmen? Wie ist das heute? Und weiss deine Exfreundin, wie du jetzt ...

Danke für deine Worte! Ich kann die Ursache für Traurigkeit und Leere gar nicht genau beschreiben, welche gefühlt immer da war - vielleicht ist es epigenetisch? Mir wurde auch eine Dysthymie diagnostiziert, also chronische leichte Dauerdepression. Ich habe es als Teil meiner selbst akzeptiert, muss aber immer mit gesunden Methoden wie Sport oder Sauna dagegen an arbeiten..

Ja meine Exfreundin weiß darüber Bescheid, ich schickte ihr an unserem letzten Tag mit Kontakt zwei längere Nachrichten in welchen ich die Verantwortung für unser Scheitern in Deutschland übernehme. Damit kann ich sicher nicht die Verletzungen welche ich verursacht habe einfach so wieder reparieren aber ich möchte dass sie weiß dass ich zumindest dabei bin die Dinge zu reflektieren.

Nun warte ich erstmal ab und fange an mein Leben wieder anders in die Hand zu nehmen. Was ihr sicher nicht gefallen würde wäre, wenn ich nur rumsitze und im Selbstmitleid versinken würde. Aber ich muss die Dinge für mich selbst tun und kann nicht davon ausgehen dass es mit ihr weitergeht.

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