Noka
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Aktuell ist meine Beziehung, welche ich gleichzeitig als meine große Liebe sehe, in großer Gefahr und wahrscheinlich vom Scheitern bedroht.
Mitte 2024 lernte ich (m, 41) meine Freundin (34) im Internet kennen. Sie lebte in Norwegen, ist auch Norwegerin, ich (selbst mit norwegischem Vater Halb-Norweger) lebe mit meinem Sohn ( jetzt bald 16) in der Nähe von Hamburg. Wir haben uns innig ineinander verliebt und uns in den kommenden Monaten so viel wie möglich besucht. Mein Sohn war damals noch 50/50 bei der Kindesmutter (KM) und mir. Damals war es für ihn (damals 14 Jahre) nicht vorstellbar gewesen nach Norwegen zu ziehen, auch hätte es nie die erforderliche Zustimmung seitens der KM gegeben. In den ersten Monaten 2025 kam es dann zur Entscheidung: Sie zieht im Sommer 2025 zu uns nach Deutschland um unserer Liebe eine Chance zu geben. Sie würde dann nur noch remote arbeiten ( sie ist Ärztin, ihre feste Stelle in einer größeren Praxis blieb ihm Hintergrund zumindest erstmal erhalten). Meine Freundin brachte viele Opfer, löste ihre Wohnung auf, verkaufte ihr Auto und verließ ihr gewohntes Umfeld - hauptsächlich da ich wegen meines Sohnes nicht mobil war. Der Plan war, dass sie schnell Deutsch lernt (5 Jahre in der Schule + Sprachkurs in Norwegen) um dann die deutsche Approbation zu erlangen und in DE für eine begrenzte Zeit als Ärztin zu arbeiten. Zudem hat sie einen starken Kinderwunsch - diese kann ich mir mit ihr auch vorstellen, trotz meines Alters.
Bereits vor ihrem Umzug nach DE hatte ich Sorge und Angst dass sie wieder wegziehen wird, wie ich das alles schaffen soll.
Der Umzug nach DE fand dann im Sommer 2025 statt. Weitere Hintergründe / Entwicklungen: Mit der Kindesmutter meines Sohnes gab es zuvor über längere Zeit (2016-2024) eine insgesamt einigermaßen stabile, teils freundschaftliche Zusammenarbeit - seitdem ich eine Freundin hatte eskalierte die KM das Verhältnis auf ungeahnte Weise (nahm mir extrem viel Energie) und brachte auch unseren Sohn in große Not/Verzweiflung - bis er sich immer weiter von seiner Mutter abwendete und ab Sommer 2025 nur noch mit mir und meiner Freundin lebte. Das war neu für mich und habe mich sehr (im Nachhinein zu sehr) auf ihn konzentriert und in den Mittelpunkt gestellt.
Zudem zog mein Vater September 2025 aus der früheren gemeinsamen Wohnung meiner Eltern zurück nach Norwegen, in die alte Heimat. Auch diesen Umzug organisierten wir zusammen, meine Freundin half umfangreich mit. In diese Wohnung wollten wir dann zusammen ziehen, so der Plan. Zuerst wir zu dritt in meiner noch bestehenden Wohnung, welche auf Dauer für uns zu klein gewesen wäre. Das Umzugsgut meiner Freundin stand am Ende monatelang herum und wir waren vorwiegend in der kleineren Wohnung. Ich war zu der Zeit auf eine Weise ausgelaugt und hatte innere Hemmungen in die frühere Wohnung meiner Eltern zu ziehen - aber kein Problem mit ihr dauerhaft in der kleineren Whg zu sein. Unser Schlafzimmer wäre etwa das Zimmer gewesen, in welchem meine Mutter 2022 starb.
Hier habe ich ihre Bedürfnisse nach Struktur und Sicherheit (welche sie mehrfach klar benannte) massiv ignoriert und mich in den Mittelpunkt gestellt. Gleichzeitig war es für mich neu in einer Beziehung zu leben - zuvor war ich über 15 Jahre Single gewesen. Ich hielt mich für erwachsen und reflektiert - gleichzeitig erkenne ich nun dass ich hier sehr viel zu lernen habe. Zwar war ich durch die Situation mit meinem Sohn, Dauerstress mit der KM und auch in Sachen Umzug meines Vaters gab es eine Menge Papierkram zu erledigen - komplett überlastet. Angemessen war dies jedoch dennoch in keiner Weise meiner Freundin gegenüber. Ende Oktober 2025 holte sie noch ihren Hund aus Norwegen, ab dann lebte sie mehr oder weniger vorwiegend in der neuen größeren Whg, während ich in meinen Abläufen / Gedanken gefangen war. Den Umzug aus meiner alten in die nun gemeinsame Whg machten wir dann erst Mitte Januar 2026. Auch hier gab es (und auch schon zuvor) verschiedene Debatten zu denen ich in der Retroperspektive sagen muss dass ich nicht wirklich kompromissbereit war.
Dennoch war unser Alltag auch von Nähe und Liebe getragen, aber ich war nicht wirklich fähig meine Freundin emotional zu "hören", zu spüren.
In Sachen Sex haben wir in vielerlei Hinsicht eine gemeinsame Wellenlänge - sie liebt Sex, ich auch.
Trotzdem war eine Beziehung dieser Intensität für mich komplett neu. Bei unserem ersten Sex, Sommer 2024, musste ich weinen. Während unserer Zeit in Deutschland war ich über weite Phasen jedoch dann wie abgeschaltet. Ich hatte unbewusst wohl Angst mich auch emotional wirklich zu öffnen. Über lange Zeit hatte ich Sex während meines Single-Lebens vorwiegend als "Tool" gebraucht um mich zu regulieren. Ich hatte immer Sorge davor wie ich es schaffen kann in einer Beziehung Sex und Liebe zusammen zu bringen. Dabei sehnte ich mich eigentlich nach nichts mehr als echter Intimität mit meiner (noch?)-Freundin.
Erst in den letzten Wochen, als ihr Auszug und ihre Rückkehr nach Norwegen schon feststanden und dann den wenigen Tagen in ihrer neuen Wohnung in Norwegen, hatten wir plötzlich den Sex den sie sich immer gewünscht hatte. Ich war plötzlich in der Lage echt ohne innere Barrieren mit ihr intim zu sein. Wahrscheinlich schaltete sich mein innerer Selbstschutz vor zu viel Nähe = mögliche Verletzung aus da es schon zu spät war ohne Schmerzen weiterzuleben?
Meine Freundin beklagte während der gesamten Zeit in Deutschland die fehlenden Fortschritte beim Zusammenziehen, die fehlende Intimität und zu wenig Sex. Sie hatte so viel gegeben und so wenig bekommen.
Nach zwei kurzen, länger geplanten Reisen nach Norwegen Ende Februar 2026 verkündete sie dass sie nach Norwegen zurückziehen möchte, sich hier nicht wohlfühlt und die Gefahr sieht unserer Beziehung gegenüber verbittert zu werden.
im Februar 2026 kam es auch noch zusätzlich zu einem kurzen Gerichtsverfahren zwischen KM und mir, hier konnte ich die Interessen meines Sohnes durchsetzen - jedoch erneut Energie und Fokus weg von meiner Freundin.
Den Umzug Ende März 2026 nach Norwegen haben wir dann zusammen gemacht, erst wollte sie dass ihr Vater mit einem Transporter kommt. All das haben wir gut hinbekommen, ohne Drama oä meinerseits - aber ich war sehr, sehr traurig. Ich sah jedoch dass sie bei uns nicht wirklich glücklich war, ihr Leben unter die Räder geriet.
Für mich fühlt es sich so an als sei ich massiv gescheitert und mit Sicherheit hat sich ihr Bild von mir sehr verändert. So sehr, dass ich gemerkt habe wie sie ca seit Februar mehr und mehr auf Distanz ging zu mir - emotional, im Alltag. Sie ist enttäuscht und hinterfragt wahrscheinlich alles. Gleichzeitig gab es jedoch immer noch die verschiedenen, intensiven emotionalen Momente.
Seitdem sie wieder in Norwegen ist (seit Ende März) habe ich versucht unsere Beziehung aufrecht zu halten (eher geklammert), ihr meine Liebe zu zeigen. per Whatsapp kam meistens fast nie die Initiative von ihr, ab und zu schickte sie aber schon Bilder o.ä. Im videocall sagte sie dass sie mich vermisst.
Am Donnerstag 09.04 schrieb sie mir eine Nachricht - sinngemäß: "Ja, ich glaube, ich brauche jetzt ein paar Tage Abstand von dir. In letzter Zeit ist so viel passiert, und ich muss mich auf mich und meine Gefühle konzentrieren. Ich hoffe, du respektierst diesen Wunsch, auch wenn du ihn nicht verstehen solltest. ❤ Ich melde mich wieder, sobald ich meine Gedanken geordnet habe. Umarmungen ❤❤ "
Direkt danach gab es noch kürzeres Telefonat, in welchem ich sehr emotional war, sagte dass ich viel zu lernen habe, ihre bedürfnisse nicht gesehen habe etc. Sie sagte es ärgere sie langsam, "dass seitdem der Auszug fest stand bei mir so viel in Bewegung gekommen sei. Warum nicht früher?" Sie sagte zudem dass wenn ich sie jetzt nach Zukunft der Beziehung fragen würde, gefiele mir die Antwort nicht. Daher wolle sie sich in Ruhe Zeit nehmen. Sie wisse nicht ob ihr Herz verstehen könne wie ihr Verstand - dass ich auch sehr belastet in gewesen sei während der Zeit in Deutschland.
Danach schickte ihr noch zwei längere Whatsapp-nachrichten (im Telefonat so besprochen) mit welchen ich zum Ausdruck bringen wollte dass ich ihren Schmerz und Enttäuschung sehe und ich es bin der an sich arbeiten muss. Diese likte sie mit "❤". Seitdem ist Funkstille, ich lasse sie in Ruhe um zumindest hier ihr zeigen zu können, dass ich ihre Bedürfnisse sehe und achte.
Mit meinem Sohn (beide hatten ein gutes Verhältnis, er mag sie sehr gern) ist sie weiter in einer gemeinsamen Gruppe und instagram in Kontakt. Da halte ich mich raus und bin ich wie für vieles sehr dankbar was sie in unser Leben gebracht hat.
Sie arbeitet nun wieder an ihrer früheren Arbeitsstelle wo es ihr sehr gut gefällt. Das gibt mir inneren Frieden denn die remote-Arbeit als Ärztin aus DE hatte sie gar nicht erfüllt.
Ich habe Angst davor mit welchen Nachrichten sie zum Zeitpunkt X wieder Kontakt aufnimmt - ich erwarte eher dass sie noch weiter auf Distanz gehen wird? So oder so kann ich nur anfangen mein Leben auf eine andere Weise wieder in den Griff zu bekommen, Probleme wieder anzugreifen und zu handeln, anstatt teils erstarrt zu sein wie während unserer gemeinsamen Zeit in Deutschland.
Unterbewusst weiß ich, dass unsere Liebe nur wieder aufflammen kann wenn ich mich auf ein neues Fundament stelle. Und zwar unabhängig von ihr. Zudem möchte ich schon länger, auch schon weit vor unserem Kennenlernen, ebenfalls nach Norwegen ziehen und ich bin mir sicher dass dies auch für meinen Sohn das Beste wäre. Diese Themen und alles was damit zu tun hat werde ich nun angehen.
Ich vermisse sie extrem, teils fehlt mir gefühlt die Luft zum Atmen. Ich kann es nicht fassen, dass ich mit meinem eigenen Verhalten wahrscheinlich die große Liebe meines Lebens kaputt gemacht habe. 😢