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Zoff wg gutem Verhältnis zur EX

SouthernGirl

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Frage an die Foris als neutrale Unvoreingenommenen:

Ich dreh gerade total am Rad, und bin mir nicht sicher ob ich einfach übertreibe.
Zur Situation:
Ich bin geschieden, ein Sohn 16, seit 4 Jahren mit meinem Partner zusammen.
Mein Partner und mein Sohn hatten im Laufe der Zeit immer stärkere Konflikte, anfänglich kamen sie super miteinander klar.
In den letzten Monaten hatte mein Partner immer öfter etwas an meinem Sohn auszusetzen, teils berechtigt, solche Pubertiere sind nicht immer pflegeleicht. Auch an vielen Dingen die ich tat gab es Kritik, Genörgel. Es wurden Vergleiche zwischen meinem Sohn und anderen "Problemfällen" gezogen, die ich als überzogen sah ( er raucht/ trink nicht, geht immer zur Schule, hat mittelmäßige Noten )
Ok, er ist unordentlich. mit 16. Ich sehe es als alters typisch, aber noch verbesserbar.
Über meine Art der Erziehung gab es starke Diskussionen. Ich sei zu weich, mein Sohn vertrage keinen Druck, würde auch in der Schule keinen Willen zur Leistung zeigen.
Letzte Woche war mein Partner in seiner alten Heimat, bei seinen Kindern, 14 und 11, 700km entfernt. Das Verhältnis zur EX ist sehr kühl und sachlich würde ich sagen.
Jetzt mein Problem: wenn er über seine Kinder spricht, ist immer alles positiv. Sein Sohn wurde nur knapp versetzt, aber das lag am Stoff, an den Lehrern usw. er würde ganze Nachmittage alleine lernen ( die kleine Schwester hat aber schon verraten das er zockt, oder Videos guckt ). Die Mutter kümmere sich aber so toll um die schulischen Dinge ( selbst Lehrerin ), ist topp vernetzt mit den anderen Eltern. hat immer den Überblick.
Sie ist mega ordentlich, dort ist immer alles pickobello. Die Kinder müssen sich dem fügen und sie habe das so gut im Griff.
Sie tue alles für die Kinder, aber habe es ja als Alleinerziehende so schwer. ( ich streite das nicht ab )
Aber ich werde so wütend das dort alles so toll läuft. Seine beiden werden glorifiziert.
Mich stört einfach das es hier Kritik hagelte, und in der EX-familie sei alles toll.
Angesprochen auf die unterschiedliche Betrachtung streitet er alles ab, findet es überzogen das ich gekränkt bin, mich herabgesetzt fühle. Er sage doch gar nichts mehr zu bzw über meinen Sohn. Meine Gefühle kann er gar nicht nachvollziehen. Ist nur stinkesauer weil ich vergangene Themen anspreche.

Bin ich wirklich zu empfindlich?
Warum stellt er auch seine Ex in ein so positives Licht?
Soll ich so werden wie sie? Alles so machen?
Ist es wirklich nicht abwertend wenn
Ist es nur "gut gemeint " wenn er hier seine Ratschläge verteilt?

Die Diskussionen waren schon so heftig das ich mir eine räumliche Trennung gewünscht habe. Auf Grund der Arbeits und Wohnsituation ist das aber nicht möglich.
Ich komme mir vor wie 2. Wahl.

11.10.2019 19:47 • #1


SweetCookie

SweetCookie


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Zitat von SouthernGirl:
Ich komme mir vor wie 2. Wahl.


Hallo!

Und ja,. so klingt es auch für mich. Wenn bei ihr alles so toll ist, warum sind sie dann nicht mehr zusammen? Ach warte, er war ihr hoffentlich nicht gut genug und du hast dann den Resterrampensalat bekommen
Nein, Spaß beiseite. Also 16 ist bei Jungs ein schweres Alter und eines vorweg: Was die Erziehung DEINES Kindes anbelangt, hat er sich unterzuordnen, wenn er dich schon nicht bei deinem Erziehungsstil unterstützt. Aber dieses dauerhafte Rumgemecker disqualifiert ihn ja gerade zu für eine echte Erziehung und einen Beitrag zum Familienleben leistet er damit wirklich nicht.
Habt ihr noch Kontakt zum leiblichen Vater? Ist er in die Erziehung irgendwie eingebunden, oder gar nicht vorhanden?

Also nein, du bist nicht zu empfindlich. Klingt, als würde da jemand seinen Frust an anderen ablassen wollen...Man muss nicht alles gutheißen oder entschuldigen, was 16 jährige Jungs so machen, aber Unordnung ist nun mal ein Teil davon und habe ich auch noch nie anders gehört...wer da schon rummeckert, hat offenbar eigene Probleme...

11.10.2019 20:38 • x 2 #2



Zoff wg gutem Verhältnis zur EX

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Luto

Luto


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Zitat von SouthernGirl:
Bin ich wirklich zu empfindlich?
Warum stellt er auch seine Ex in ein so positives Licht?
Soll ich so werden wie sie? Alles so machen?
Ist es wirklich nicht abwertend wenn
Ist es nur "gut gemeint " wenn er hier seine Ratschläge verteilt?

das ist von außen schwierig zu beurteilen, welcher Teufel ihn da reitet ... aber es klingt beim Lesen für mich nicht unbedingt "gut gemeint", sondern danach, dass er da irgendetwas vermischt ... er denkt, dass da etwas nicht so gut läuft zwischen Dir und Deinem Sohn, bleibt aber nicht bei der konkreten Sache, sondern will das mit der scheinbaren idealen Situation bei seiner Ex zementieren, und das wahrscheinlich auch nicht aus sachlichem Interesse, sondern weil er mal ein paar Probleme mit Deinem Sohn hatte ...schwierig ... Ich hatte mal die Situation, dass ich eine Partnerin hatte mit eher intelligenter Tochter, die aber schon die erste Klasse wiederholen musste ... und irgendwie hatte ich dann auch im Kopf: sowas darf nicht passieren, und habe versucht zu erklären, was vielleicht nicht so doll läuft ... und ich habe mich z.T. geärgert, dass ich auf bestimmte Bereiche keinen Einfluss nehmen durfte ... das ist einfach ab und zu schwierig für einen "nur Ziehvater", wenn überhaupt ....

11.10.2019 20:53 • x 1 #3


SouthernGirl

SouthernGirl


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Danke @sweetcookie, danke @Luto !

Die ständigen Probleme haben mich stark verunsichert und verärgert.
So bin ich vermutlich weniger durchsetzungstark als es optimal wäre.
Mein Partner hat eigene Probleme und ich empfinde es so als liese er es an uns aus.
Der Vater meines Sohnes kümmert sich kaum um ihn, dieses Jahr haben sie sich 5 mal gesehen ( wohnt nur 30km entfernt ) schreiben oder telefonieren aber auch kaum. Er erkundigt sich nicht wie es in der Schule läuft o.ä.
Wenn sie sich sehen gibt es aber keinen Stress, mehr wie bei entfernten Bekannten.
Mein Sohn hat sich immer mehr zurückgezogen, als mein Partner letzte Woche nicht hier war, kam er wieder mehr auf mich zu.
Unser Verhältnis ist recht gut, natürlich gibt es auch Meinungsverschiedenheiten.
Anfänglich hatte ich meinen Partner voll in die Erziehung mit eingebunden, er kam zu Sprechstunden, Elternabenden und Ärzten mit. Inzwischen nicht mehr..
Ich habe versucht seine Meinung immer wahrzunehmen und zu respektieren.
Besonders in den letzten Monaten scheint er aber meine Autorität in der Erziehung meines Sohnes nicht mehr ernst zu nehmen.
Zum Verhalten seiner Kinder, wenn sie in den Ferien zu uns kamen, darf ich nichts sagen. Ich habe Dinge die ich nicht so toll fand einfach hingenommen.

11.10.2019 21:12 • #4


Luto

Luto


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Zitat von SouthernGirl:
Der Vater meines Sohnes kümmert sich kaum um ihn, dieses Jahr haben sie sich 5 mal gesehen ( wohnt nur 30km entfernt ) schreiben oder telefonieren aber auch kaum. Er erkundigt sich nicht wie es in der Schule läuft o.ä.

warum ist das so? ... das klingt nicht unbedingt "gesund".

Zitat von SouthernGirl:
Anfänglich hatte ich meinen Partner voll in die Erziehung mit eingebunden, er kam zu Sprechstunden, Elternabenden und Ärzten mit. Inzwischen nicht mehr..

warum nicht mehr? das ist schon ein entscheidender Schnitt!

Zitat von SouthernGirl:
Besonders in den letzten Monaten scheint er aber meine Autorität in der Erziehung meines Sohnes nicht mehr ernst zu nehmen.
Zum Verhalten seiner Kinder, wenn sie in den Ferien zu uns kamen, darf ich nichts sagen

Bringe da Klarheit rein! Das klingt nicht gut... entweder ist er nicht mehr liebend oder loyal, oder bzw. die Augenhöhe zwischen Euch stimmt nicht mehr. Entweder schafft Ihr das zusammen, oder es geht nicht mehr... das heißt nicht, dass "Kritik" nicht sein darf, aber wenn, dann sachlich und in beide Richtungen, und trotzdem noch liebevoll ... wenn das nicht geht, ist wahrscheinlich auch die Liebe vorbei.

11.10.2019 21:25 • x 1 #5


SouthernGirl

SouthernGirl


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Zum leiblichen Vater:
Ich habe mich von ihm u.a. auf Grund von mangelnder Empathie getrennt. Als mein Sohn krank war, kam er zb nicht mit ins Krankenhaus ( warenda noch nicht getrennt ). Zu seiner großen Tochter hatte er auch keinen Kontakt.

Zum Thema Erziehung durch meinen Partner :
Ich hatte sogar Gespräche bei einer Beratungsstelle arrangiert. Dort kam es auch zu heftigen Diskussionen.
Da mein Sohn immer schweigsamer wurde, wurden dann über mich Befehle angesprochen. Z.B. sag ihm doch mal er soll dies oder jenes.... keine gute Situation.
Wenn er ihm versuchte in der Schule zu helfen, kamen schnell Sätze wie: das müsstest du können, stell dich nicht so an, konzentriere dich doch.... wenig motivierend.
Nach vielen Versuchen hab ich dann gesagt, das lassen wir besser, führte nur zu Problemen.
Mein Partner meinte dann, dann halte er sich eben komplett raus.
Inzwischen habe ich eingesehen das ich die ganze Verantwortung zu 100% alleine trage.
Aber... er hielt sich eben nicht zurück kritisiert mein Vorgehen, meine mangelnde Strenge, ich solle zb nicht mehr mit meinem Sohn Skifahren gehen wenn er nicht so agiert wie es gut wäre ( Ordnung halten, lernen,... )
Dem habe ich mich widersetzt.
Seine Ex unternimmt weniger mit den Kindern, ich versuche noch immer einmal die Woche etwas zu machen, Kino, Skifahren, Kart, Bergtouren etc.
Für mich ist ein gutes Verhältnis wichtiger als die Noten. Besser werden die durch ständige Kritik doch auch nicht
Mich stört sehr das seine Kinder mist machen können und es wird immer entschuldigt.
Keine Entscheidung seiner Ex kann ich kommentieren ohne das er es nicht verteidigt.
Meine Wünsche und Entscheidungen sind dagegen sehr oft Diskussionspunkt.
Ich denke ich bin wirklich zu weich, vor mir hat er dadurch keinen Respekt ( was er aber meinem Sohn unterstellt )

11.10.2019 21:55 • #6


monchichi_82

monchichi_82


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Zitat von SouthernGirl:
Aber ich werde so wütend das dort alles so toll läuft. Seine beiden werden glorifiziert.

Nur toll läuft es nirgendwo. Die beiden Kinder werden nur deswegen "funktionieren" eben weil sie sich mutmaßlich an enge Grenzen und Regeln zu halten haben die dein Partner und seine Ex irgendwann gemeinsam aufgestellt haben. Dein Partner wohnt dort schon länger nicht mehr und er wird einiges nicht mitbekommen. Würde alles so toll laufen wäre er ja immer noch bei seiner Ex.
Ich bin nicht der Ansicht, dass man sich spinne Feind sein muss weil eine Partnerschaft miteinander nicht funktioniert und man darf deswegen immer noch grundsätzliche Handlungsmuster und Denkstrukturen gut finden oder nicht? Es ist auch nachvollziehbar, dass er nicht über seine eigenen Kinder schlecht redet. Du nimmst deine Sohn genau so in Schutz.
Mir kommt es so vor, dass vielmehr du den Vergleich zu seiner Ex suchst und dich selbst herabsetzt. Denn er sagt weder, dass du so werden sollst wie sie noch das dein Sohn so werden soll wie seine Kinder.

Ich kann beide Seiten verstehen: natürlich ist man empfindlich wenn von außen ein neuer Partner kommt und Erziehungsmethoden kritisiert aber vllt. könntest du dennoch überdenken was er sagt, ob er mit der ein- oder anderen Kritik Recht hat, ob es Gegebenheiten sind die man eventuell doch verändern könnte. Es ist von ihm nicht zu erwarten, dass er als dein Partner und Lebensgefährte nur still in der Ecke sitzt. Er lebt ja mit euch und muss sich in dem Konstrukt wohlfühlen.

Es geht nicht, dass er nur seine Schiene fährt oder du nur deine. Ihr müsst miteinander einen Konsens finden und eine neue Familienstruktur erarbeiten. Wenn das nicht funktioniert würde ich tatsächlich über eine Trennung nachdenken.

11.10.2019 22:08 • x 1 #7


SouthernGirl

SouthernGirl


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Danke @monchichi_82
Du hast Recht, ich fühle mich herabgesetzt, daher wohl der Zorn.
Von Anfang an habe ich versucht auf seine Wünsche einzugehen. Zb. ich laufe gerne barfuß in der Wohnung, findet er unhygienisch, deshalb nur noch mit Hausschuhen, nur ein kleines Beispiel.
Ich bin eher konfliktscheu und deshalb treffen mich häufige Kritik und Nörgeln auch sehr, oft wusste ich nicht wie ich es recht machen sollte.
So ging es auch meinem Sohn.
Es gab so oft Gemecker nach dem er im Bad war. Wäsche war im Korb, Dusche wieder abgezogen, Reste vom Schaum entfernt, dennoch kam dann ein genervtes : "kann er nicht einmal seine leeren Shampoo Behälter entsorgen"
So geht das ständig. Es gibt einfach kein, so ist es ok .
Wäre auf der anderen Seite alles perfekt, wäre es was anderes.
Schreibt mein Sohn eine 5 = nicht gelernt.
Schreibt sein Sohn eine 5 = Stoff zu schwer, Fragestellung unverständlich, Lehrer hat die Schüler nicht vorbereitet
Deshalb möchte ich ihn inzwischen nicht mehr in diese Probleme einbinden.
Ich darf mich auch nicht in seine Erziehung einmischen, oder Anregungen äußern, alles ist gut so wie es ist.
Er soll sich nicht negativ über seine Ex äußern, der Unterschied wie positiv er sich da äußert, im Gegensatz zu den Aussagen hier, das macht mich wütend.

Er leidet sicher unter der Distanz zu seinen Kindern. Ich war aber nicht der Trennungsgrund. Irgendwie finde ich lässt er den frust aber an mir aus.

11.10.2019 22:34 • #8


Mareille


Wenn dein Partner mit Ankündigung 700 km zu seinen Kindern fährt, dann wird er das tatsächliche Leben dort gar nicht kennen können. 700km Fahrzeit reichen, um die Wohnung top in Schuss zu kriegen und die Kinder einzunorden. Was er dort erlebt, kann durchaus aufgehübscht sein. Wenn er sich so sehr für Kindererziehung interessiert, kann er seine Kinder und die Ex mit Rat ud Tat unterstützen - daran scheint der Ex-familie aber weniger zu liegen.

Ich finde es toll wenn Eltern durch Aktivitäten mit den Kids Kontakt zu ihnen behalten. Die Zeit für sie ist sooo wichtig. Ordnung kommt sowieso, sobald er älter wird. Freundin etc. Wenn er Grundstrukturen kennt und sonst alles läuft, dann darf ein Jugendlicher sich entwickeln.

Sprich doch mal mit deinem Sohn wie er die Sache sieht und wie er mit den Regeln des Partners zurechtkommt. Natürlich zicken Kids in dem Alter, aber oft haben sie trotzdem ein ganz gutes Gespür für sich selbst.

12.10.2019 08:18 • x 1 #9



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